19.04.2020, 09:23
Zwei Frauen schweben in Lebensgefahr

ISSENDORF. Bei einem schweren Verkehrsunfall in der Ortschaft Issendorf (Flecken Harsefeld) haben zwei Fahranfängerinnen in der Nacht zu Sonntag lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Feuerwehr und Rettungsdienst befreiten sie mit schwerem Gerät aus dem Wrack.


Der Unfall ereignete sich um kurz vor 3.30 Uhr. Zwei 18-jährige Frauen aus dem Landkreis Rotenburg waren mit einem VW Scirocco auf der Landesstraße 123 zwischen dem Flecken Horneburg und der Ortschaft Issendorf unterwegs. Wie Polizeisprecher Rainer Bohmbach gegenüber dem TAGEBLATT bestätigte, war der schwarze Sportwagen einer Streifenwagenbesatzung aufgefallen. Die Beamten verloren das Auto jedoch zunächst aus den Augen. Wenig später entdeckten sie den Scirocco völlig zertrümmert an einem Baum im Seitenstreifen kurz hinter dem Issendorfer Ortseingang. Die Beamten kümmerten sich um die Verunglückten und riefen Verstärkung.

Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle alarmierte die Feuerwehren aus Issendorf, Harsefeld und Bargstedt, die Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes aus der Bargstedter Rettungswache sowie die Notärzte der Elbe Kliniken aus Stade und Buxtehude. Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte waren die beiden Frauen in dem stark deformierten und auf der Seite liegenden Auto eingeklemmt. Den Einsatzkräften bot sich ein schreckliches Bild, die Einsatzstelle war übersät von Trümmerteilen. Ein abgerissener Reifen lag auf dem Gehweg. Der Motorblock war in mehrere Teile zerbrochen, einige Wrackteile sind durch eine Hecke in einen Vorgarten geflogen.

Frauen schweben in Lebensgefahr

Die 60 Feuerwehrleute sicherten die Unfallstelle ab und stellten den Brandschutz sicher. Die Einsatzkräfte setzten schweres hydraulisches Rettungsgerät ein, um die jungen Frauen zu befreien. Wegen der schweren Verletzungen der Insassen und der extremen Verformungen des Autos – Teile des Motorblocks hatten sich bis unter das Armaturenbrett gebohrt – mussten die Freiwilligen unter der Führung des stellvertretenden Issendorfer Ortsbrandmeisters Björn Fitschen sehr behutsam vorgehen. Sie trennten unter anderem das Dach ab.

Auf dem Sportplatz landet der Rettungshubschrauber aus Hannover.

Nach einer Stunde war die Fahrerin befreit, nach einer weiteren halben Stunde auch die Beifahrerin. Die Frauen schwebten in Lebensgefahr. Die Beifahrerin kam nach der medizinischen Erstversorgung durch Notfallsanitäter und Notärzte im Rettungswagen ins Stader Elbe Klinikum. Für den Transport der Fahrerin hatte die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle zwischenzeitlich den am Flughafen Hannover-Langenhagen stationierten Rettungshubschrauber Christoph Niedersachsen der DRF Stiftung Luftrettung alarmiert. Der Helikopter landete auf dem Sportplatz hinter dem Dorfgemeinschaftshaus, den die Feuerwehrleute kurzerhand ausgeleuchtet hatten.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot aus den Dienststellen in Stade und Buxtehude vor Ort. Die Beamten dokumentierten die Spuren des Scirocco und nahmen die Ermittlungen zur Unfallursache auf. Hierbei bekamen sie Unterstützung von den Feuerwehrleuten, die mit ihren Strahlern die Unfallstelle ausleuchteten. Den ersten Erkenntnissen zufolge waren die beiden 18-Jährigen mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, als sie den Issendorfer Ortseingang erreichten.

Unfallursache vermutlich überhöhte Geschwindigkeit

Eine Verkehrsinsel und eine Verschwenkung der Fahrbahn sollen den Verkehr bremsen. An dieser Stelle hat die Fahrerin offenbar die Kontrolle über den Sportwagen verloren, schoss über den Gehweg und geradewegs in den Seitenstreifen. Dort kollidierte der Scirocco erst mit einem Baum, nahm dabei schweren Schaden, hob ab und blieb auf der Seite liegen. Erlaubt sind in dem Abschnitt 50 Stundenkilometer. Die Nadel des Tachometers ist nach TAGEBLATT-Informationen während des Aufpralls bei 110 Stundenkilometern stehengeblieben. Zeugen, die den Scirocco vor dem Unfall gesehen haben, können sich unter der Rufnummer 0 41 41/ 10 22 15 bei der Polizei melden.

Der Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei war gegen 6 Uhr beendet. Zeitweise war die Landesstraße 123 am Issendorfer Ortseingang voll gesperrt. Polizei und Feuerwehr leiteten den Verkehr örtlich um, zu größeren Behinderungen kam es nicht.

Leserbrief



Weitere Topthemen aus der Region:
  • 21.09.2020, HAMBURG
    Vier Anwohner bei Feuer in Hamburg verletzt
    Mehr
  • 21.09.2020, KUTENHOLZ
    Auto in Aspe von Zug erfasst
    Mehr
  • 21.09.2020, BUXTEHUDE
    Unbekannte brechen in Buxtehuder Gemeindehaus ein
    Mehr
  • 21.09.2020, HARSEFELD
    Zwei Schwerverletzte nach Unfall in Harsefeld
    Mehr
  • 20.09.2020, STADE
    Schwerer Verkehrsunfall am Sonnabend in Bützflethermoor
    Mehr
  • 20.09.2020, WILHELMSBURG
    Explosionen und große Rauchwolke bei Lagerhallenbrand in Wilhelmsburg
    Mehr
  • 19.09.2020, APENSEN
    Rehbock aus Schafgehege in Apensen befreit
    Mehr
  • 18.09.2020, HAMBURG
    Polizei findet in Hamburg mit Drogen gefüllte Briefe
    Mehr
  • 18.09.2020, LANDKREIS
    Polizei erwischt zahlreiche Handynutzer am Steuer
    Mehr
  • 18.09.2020, STADE
    Brand in Lagerhalle am Güterbahnhof in Stade
    Mehr