08.08.2018, 10:32
Zwei Leichen aus der Elbe geborgen
Leserbrief

KOLLMAR. Die Einsatzkräfte von Freiwilliger Feuerwehr und Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus Drochtersen sind am frühen Mittwochmorgen erneut zu Einsätzen auf die Elbe gerufen worden. Sie haben zwei Wasserleichen aus dem Fluss geborgen.

(Letztes Update am 8. August um 17.12 Uhr: Die Leichen wurden geborgen, weitere Informationen zum Sachstand hinzugefügt.)

Zwei Mal rückten die Wasserretter aus, weil unweit des schleswig-holsteinischen Ufers zwei männliche Leichen an der Oberfläche trieben. Vermutlich handelt es sich bei den beiden Toten um die vermissten Kanufahrer, die am Sonntagnachmittag bei einem tragischen Unglück in den Tiefen des Flusses untergegangen sind. Eine offizielle Bestätigung der Kriminalpolizei steht noch aus.

Um 6.17 Uhr entdeckten Zeugen den ersten Toten bei Tonne 86, etwa 50 Meter vom Ufer bei der Gemeinde Kollmar entfernt. Die Drochterser Ehrenamtlichen unterstützten die schleswig-holsteinischen Kräfte und brachten die Leiche in den Glückstädter Hafen. Dort haben sie den Toten an die Polizei übergeben. Dann suchten sie das Fundgebiet noch einmal ab.

Währenddessen ging bei der Leitstelle West eine Meldung über eine zweite Sichtung eines leblosen Mannes im Elbstrom, diesmal bei der Tonne 90 in Höhe der Stadt Glückstadt, ein. Die Besatzung des Drochterser DLRG-Bootes „Mokt Wi“ fand die Leiche wenig später im Wasser treibend an der angegebenen Position und brachte sie ans Ufer. Am Strand zwischen dem Dorf Bielenberg und Kollmar übergaben sie den Leichnam an die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr. Die Drochterser Kräfte rückten wieder ab, an Land sprachen sie mit einem Notfallseelsorger über das Erlebte.

Polizei geht von Unglücksfall aus

Die Ermittler der Kriminalpolizei Itzehoe haben die Leichen am Ufer in Kollmar inspiziert und die Ermittlungen aufgenommen. Sie sind zurzeit dabei, die Identität der Toten festzustellen. Ob es sich dabei um die seit Sonntag vermissten männlichen Personen handelt, konnte die Sprecherin der Polizeidirektion Itzehoe, Maike Pickert, am Mittwochnachmittag noch nicht mit Sicherheit sagen.

Warum der 51 Jahre alte Mann und sein 18 Jahre alter Sohn aus dem mit einem kleinen Motor ausgestatteten Kanu über Bord gegangen und ertrunken sind, ist noch unklar. Beobachter bezweifeln, dass das gekenterte Boot der rauen Elbe gewachsen war und fragen sich, ob die Passagiere dem Körpergewicht angemessene Schwimmwesten getragen haben. „Die Beamten gehen von einem Unglücksfall aus“, sagte Pickert zum Stand der Ermittlungen.

Zeugen hatten am Sonntag gegen 14.30 Uhr das kreisende, braun-weiße Boot auf der Elbe in Höhe der Gemeinde Kollmar gesehen. Ein Mann schrie im Wasser nach Hilfe. Die Zeugen setzten einen Notruf ab, auf beiden Seiten der Elbe begann ein Großeinsatz. Feuerwehr, DLRG, Rettungsdienste und Wasserschutzpolizei suchten mit Booten und Hubschraubern nach den Vermissten. Im Boot fanden sie persönliche Gegenstände der beiden. Ein Verwandter meldete die Männer als vermisst und identifizierte die im Kanu gefundenen Gegenstände als Eigentum der beiden.

Von der Elbinsel Krautsand aus koordinierten die niedersächsischen Kräfte vor den Augen Hunderter Badegäste ihre Suche. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Drochtersen, Dornbusch und Stade, der Fernmeldezug der Kreisfeuerwehr sowie die DLRG-Ortsgruppen aus Drochtersen, Stade, Horneburg und Buxtehude. Nach vier Stunden brachen sie den Einsatz vorerst ergebnislos ab. Auch eine erneute Suche am Montag brachte keinen Erfolg.

Leserbrief


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