Dienstag, 16.06.2020, 06:00 Uhr

Asyl-Unterkunft in Deinste durch Feuer zerstört

Blick in den Flur der durch Rauch und Flammen zerstörten Flüchtlingsunterkunft, Feuerwehrleute bekämpfen die letzten Brandnester. Foto: Vasel

In diesem Wohn- und Schlafcontainer ist das Feuer laut Polizei ausgebrochen. Foto: Vasel

Feuerwehrleute rücken unter Atemschutz erneut in das Gebäude vor, der Dachbereich wurde mit Hilfe eines Radladers vorher geöffnet. Foto: Vasel

Deinste. Großalarm für die Feuerwehren der Samtgemeinde Fredenbeck: In Deinste hat es heute Morgen in einer Asyl-Unterkunft gebrannt.

Großalarm für die Feuerwehren der Samtgemeinde Fredenbeck: In Deinste hat es am Dienstagmorgen in einer AsylUnterkunft gebrannt. Um 4.21 Uhr mussten die Ortsfeuerwehren Deinste, Helmste und Fredenbeck ausrücken. Beim Eintreffen der Feuerwehrleute war die Unterkunft bereits komplett verraucht, auch Flammen waren zu sehen.

Die Bewohner – Flüchtlinge aus dem Sudan und aus Eritrea, zwischen 30 und 46 Jahre alt – seien durch das ohrenbetäubende Piepen der in der Containerunterkunft montierten Rauchmelder wach geworden. Dadurch konnten sie die Unterkunft im letzten Moment verlassen. Ein aufmerksamer Anwohner hatte zuvor 112 gewählt.

Verdacht auf Rauchgasvergiftung

Bei ihrem Eintreffen konnten die Feuerwehrleute lediglich noch den Fußboden schemenhaft erkennen. Unter schwerem Atemschutz drangen die Löschtrupps in die Containerunterkunft vor. Die Einsatzkräfte suchten die Zimmer ab. Der Grund: Von dem Bewohner des Wohn- und Schlafcontainers, in dem das Feuer laut Polizei seinen Anfang nahm, fehlt bislang jede Spur.

Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen löste nach dem Notruf einen MANV-Alarm aus. Das steht für Massenanfall von Verletzten. Rund 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz, unterstützt vom Rettungsdienst mit fünf Rettungswagen und einer Notärztin. Der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes aus der Leitstelle in Wiepenkathen, Wilfried Sprekels, und die DRK-Notfallsanitäter kümmerten sich mit der Ärztin um die vier Bewohner. Sie wurden wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung untersucht.

Feuer war schnell unter Kontrolle

Auf dem Gelände von Spargel Werner hat die Samtgemeinde Fredenbeck zwei Unterkünfte angemietet, die aus mehreren Containern errichtet worden sind. Das Feuer hatten die Einsatzkräfte, so Samtgemeindebrandmeister Sven Dammann gegenüber dem TAGEBLATT, schnell unter Kontrolle. Mit der Gabel eines Radladers, so der Einsatzleiter und stellvertretende Ortsbrandmeister Michael Ehlers, war der Dachstuhl am Frontgiebel geöffnet worden, um den Brand effektiver bekämpfen zu können. Zum Einsatz kam auch eine mobile Rettungsplattform als Mini-Drehleiter.

Die Asyl-Unterkunft – aus 24 Container-Einheiten zusammengestellt – ist unbewohnbar. Der Fredenbecker Samtgemeindebürgermeister Ralf Handelsmann (parteilos) war vor Ort, das Ordnungsamt verteilte die Brandopfer auf andere Unterkünfte.

Brandursache ist noch offen

Die Brandursache ist offen, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandermittler des 1. Fachkommissariates der Polizeiinspektion Stade werden am Mittwoch die durch Feuer, Rauch und Löschwasser zerstörte Unterkunft unter die Lupe nehmen.

Die erste Meldung, dass das Gebäude bereits in Vollbrand stehe, bewahrheitete sich zum Glück nicht. So konnten die Feuerwehrleute das Ausbreiten auf eine zweite Asyl-Unterkunft und die Unterkünfte für Erntehelfer gegenüber verhindern. In den beiden Asyl-Unterkünften am Rand der Feldmark könnten jeweils bis zu 20 Menschen untergebracht werden. „Sie sind zurzeit nicht voll belegt“, sagte Rathaus-Chef Ralf Handelsmann.


Podcasts
Aboservice

Sie haben Fragen zu Ihrem Abonnement oder unseren Angeboten?

Wir sind gerne für Sie da.

Tel. 04141-936-444
(Mo.-Fr. 8.00 - 16.00 Uhr, Sa. 8.00 - 10.00 Uhr)

abo(at)tageblatt.de

Hallo wie geht's?
Weitere Themen aus der Region