Mittwoch, 09.06.2021 , 12:44 Uhr

Polizei warnt vor unseriösen Reinigungsfirmen

Polizei

Ein Streifenwagen fährt mit Blaulicht über eine Straße. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild/Archivbild

LANDKREIS. Die Verbraucherzentrale und die Polizei warnen bundesweit vor unseriösen Angeboten zu Dach- und Steinreinigungen. Kürzlich gab es auch wieder einen Fall in Stade.

Die Vertreter der Firmen bieten ihre Leistungen oftmals spontan an der Haustür, per Zeitungsbeilage oder als Briefkastenwerbung an. „Besondere Vorsicht ist bei diesen vermeintlich speziellen Aktions- oder Rabattangeboten mit äußert günstigen Preisen geboten“, warnt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Oftmals verlangen die Handwerker dann am Ende horrende Summen für minderwertige oder sogar nicht abgeschlossene Arbeiten und ergaunern so das Geld der Betrogenen.

In einem aktuellen Fall in Stade hatte Ende Mai ein 18-jähriger Beschuldigter aus Stade einer 86-jährigen Staderin für eine Terrassenreinigung einen Gesamtpreis von 10.000 Euro in Rechnung gestellt, der in keinem reellen Verhältnis zu dem Auftrag stand. Die Frau hatte eine passende Anzeige in einer Zeitung gelesen und mit der Firma Kontakt aufgenommen.

Nach einigen Reinigungsarbeiten auf der Terrasse der Frau wurde dieser dann eine Rechnungssumme von 10.000 Euro präsentiert. Der Aufmerksamkeit einer 70-jährigen Nachbarin, der der Fall komisch vorkam und die die Polizei zur Überprüfung hinzuzog, ist es zu verdanken, dass es hier zu keinem finanziellen Schaden gekommen ist.

Das Opfer hatte nicht genug Bargeld im Haus und deshalb die Handwerker am nächsten Tag zur Geldübergabe bestellt. Dort warteten dann aber zum Glück schon die vorher informierten Polizeibeamten auf den Geldabholer. Bei ihm konnte nach anfänglichen Ausreden schließlich die völlig überhöhte Rechnung aufgefunden werden. Gegen ihn wird nun wegen Leistungsbetrug und Wucher ermittelt.

Geschädigte oder Zeugen werden gebeten, sich bei der Stader Polizei unter der Rufnummer 0 41 41/10 22 15 zu melden.

So schützen Sie sich vor dubiosen Angeboten

  • Wenn Fremde klingeln, sollte eine Türsprechanlage genutzt oder die Haustür nur mit einer Türsperre geöffnet werden.
  • Drückerkolonnen sollten nie spontan an der Haustür beauftragt werden. Es ist ratsam, sich zunächst eine Visitenkarte oder ein Faltblatt mit Angaben wie Firmenname, Firmenanschrift und ggfs. Internetadresse geben zu lassen. Die Angaben können dann in Ruhe geprüft werden.
  • Es ist sinnvoll, Vergleichsangebote von ortsansässigen Handwerkern einzuholen und Angebote zu vergleichen.
  • Wer allein und verunsichert ist, sollte einen Nachbarn hinzuziehen und ihn um Unterstützung bitten.
  • Wer sich auf Schwarzarbeit einlässt, macht sich strafbar. Verträge, die außerhalb von Geschäftsräumen, also an der Haustür oder in einer Wohnung, abgeschlossen werden, können innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden.
  • Sinnvoll ist eine schriftliche Vereinbarung darüber, dass die geleistete Arbeit nicht bar bezahlt, sondern der Betrag nach Erhalt einer Rechnung überwiesen wird.
  • Bei verdächtigen Anbietern sollte sofort die Polizei unter der Notrufnummer 110 informiert werden, damit sie vor Ort überprüft werden können.
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