Donnerstag, 15.04.2021, 08:00 Uhr
Update

Untersuchungshaft für Beschuldigte: Rauschgift im Wert von 300.000 Euro sichergestellt

Ermittler warten nach der Stürmung der Wohnung auf den Start der Hausdurchsuchung und Beweissicherung in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Stader Straße in Horneburg. Foto: Vasel

Ein Pkw wird sichergestellt. Foto: Vasel

Die Einsatzkräfte der Polizei sammelten sich unter anderem im Gewerbegebiet in Dollern. Foto: Vasel

HORNEBURG/DOLLERN. Schlag gegen den Drogenhandel im Landkreis Stade: Beamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) haben in der Nacht zu Mittwoch acht Wohnungen gestürmt – unter anderem in Horneburg. Die Ermittler zogen Drogen im Wert von mehr als 300.000 Euro aus dem Verkehr.

(Letztes Update: Mittwoch, 14. April, 22.14 Uhr: Details und weitere Informationen hinzugefügt)

Die Einsatzkräfte hatten sich am Dienstagabend unter anderem im Gewerbegebiet Veerenkamp und in einem Waldstück nahe des Wasserwerkes in Dollern versammelt. Die Beamten der Polizeiinspektion Stade wurden von der Bereitschaftspolizei und Spezialkräften - von Hundeführern bis zum Mobilen Einsatzkommando (MEK) - unterstützt. Nach Informationen des TAGEBLATT durchsuchten die Beamten "acht Objekte". Objekt 1 lag in der Stader Straße in Horneburg, ein weiteres in der Wiesenstraße. Zeitgleich wurden nach 20.30 Uhr die Durchsuchungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft Stade vollstreckt und weitere Wohnungen in Horneburg, Stade, Jork, Düdenbüttel und Zeven durchsucht. Bei der bis in die frühen Morgenstunden andauernden Aktion konnten die Ermittler unter anderem Marihuana im zweistelligen Kilobereich, eine nicht geringe Menge Kokain und mehrere tausend Euro Bargeld sowie ein mutmaßliches Tatfahrzeug sicherstellen.

Drogen im Wert von 300.000 Euro

Nach bisherigen ersten Schätzungen dürften die sichergestellten Drogen einen Straßenverkaufswert von über 300.000 Euro haben. Seit Anfang 2020 läuft beim Zentralen Kriminaldienst der Polizeiinspektion Stade  ein Ermittlungsverfahren gegen eine mehrköpfige Gruppierung "wegen bandenmäßigem Handel mit Drogen im großen Stil". Der Bande wird vorgeworfen, seit mindestens 2019 mit Marihuana, Kokain und Amphetamin gehandelt zu haben. Der Verkauf erfolgte aus einer angemieteten Wohnung in Horneburg heraus, sagte Polizeisprecher Rainer Bohmbach am Mittag.

Beschuldigte im Gewahrsam

Bevor die örtlichen Ermittler die Beweise sichern konnten, stürmten schwerbewaffnete und maskierte Polizisten des MEK die Wohnungen. In Horneburg stellten die Beamten einen Pkw sicher. Fünf Beschuldigte im Alter zwischen 25 und 36 Jahren wurden vorläufig festgenommen und in den polizeilichen Gewahrsam eingeliefert. Sie mussten sich erkennungsdienstlichen Maßnahmen und ersten Vernehmungen unterziehen. Abends stellte die Staatsanwaltschaft Stade die Anträge auf Untersuchungshaft beim Amtsgericht Stade. Vier der Beschuldigten sitzen in U-Haft, der fünfte Tatverdächtige  ("U-Haft außer Kraft, gegen Auflagen") ist auf freiem Fuß.

Diese Drogen stellte die Polizei sicher. Foto: Polizei

Das TAGEBLATT hatte früh Wind von dem Aufmarsch der Einsatzkräfte in Dollern bekommen. Auf Nachfrage des Redakteurs legten die Polizeisprecher allerdings eine falsche Fährte. Gegenüber dem TAGEBLATT behaupteten sie, dass die Polizei sich in Dollern nach Corona-Kontrollen nur zu einer "Abschlussbesprechung" treffen wollte. Das allerdings war - wie sich wenig später herausstellte - die Unwahrheit.

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