Samstag, 02.01.2021

TAGEBLATT intern: Der etwas verdrehte Jahresrückblick

Das TAGEBLATT bietet Einblicke in interne Vorgänge. Montage: Schulz

Das war eine richtig gute Idee. Dachten wir alle. Die Frage stand im Raum, ob wir auch im Jahresrückblick viele Corona-Geschichten präsentieren oder ob das nicht doch des Guten zu viel sein könnte. Deshalb sollte der Leser die Wahl haben. Schwierig nur, wenn die am Monitor erfolgen sollte.

Irgendwer hatte dann im kleinen Kreis die glorreich erscheinende Idee, einen Jahresrückblick in besonderer Form zu produzieren – mit Corona-Geschichten, aber so platziert, dass die Artikel ohne Corona in üblicher Weise gelesen werden können. Wer sich zum Jahresende vom Virus nicht weiter nerven lassen wollte, wäre damit elegant durchs Blatt gekommen. Wer alles lesen wollte, musste für die Corona-Storys die Jahresrückblick-Seiten auf den Kopf stellen. Genial. Wo doch Corona unser Leben im vergangenen Jahr auch auf den Kopf gestellt hatte.

Ein paar vorsichtig zu hörende Bedenken, ob wir damit die Leser nicht auch verärgern könnten, waren schnell befriedet: Zum Jahresende so ein Gag, das sollte zu verantworten sein.

Die Produktion verlief ohne Probleme, die Korrektur-Seiten drehen – da war schon der ein oder andere Lacher zu hören. Alles gut.

IT äußert berechtigte Einwände

Bis zum Mittwochnachmittag, als aus der IT die Frage kam, wie denn wohl unsere E-Paper-Leserschaft diese Artikel lesen soll? Immerhin sind das mittlerweile über zehn Prozent der Abonnenten. Das Smartphone einfach drehen. Kein Problem. Das funktioniert mit der Ausrichtungssperre wunderbar. Na ja. Aber der Kollege blieb hartnäckig. Was bitteschön sollen die Leser machen, die das E-Paper am Bildschirm-Monitor lesen? Fiese Frage. Plötzlich wurde uns klar, dass der gut gemeinte Gag doch nicht ganz so gut ist. Also alles rückgängig machen? Das war nicht mehr möglich. Die Seiten waren alle für den Vordruck am Mittwoch fertig.

Die einzige Chance war eine Erklärung auf der Titelseite, wie die Seiten auch am Monitor zu lesen sind. Umständlich, keine Frage.

Auch wenn sich die Beschwerden am Silvestertag in Grenzen hielten: Sorry, wir hatten es wirklich gut gemeint. Und ich sage das ganz deutlich: Beim Zustandekommen dieses Planes war wirklich kein Alkohol im Spiel.


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