01.01.2020, 18:50
Das Ende der klassischen Zeitungsredaktion

LANDKREIS. Quo vadis – Tageszeitung? Gibt es eine Zukunft für uns Regionalzeitungen? Darauf gibt es sie nicht, die eine Antwort. Es gibt viele Mutmaßungen, die sich immer wieder um die entscheidende Frage drehen: Ist das Internet das Ende der gedruckten Zeitung. Natürlich nicht.

Noch lange nicht, so lautet derzeit die gängige Meinung unserer Branche, die noch immer im Umbruch ist und verzweifelt versucht, auch mit den Online-Angeboten Geld zu verdienen. Das Geld, das den Zeitungsverlegern durch die Auflagen- und Anzeigenverluste verloren geht. Es gibt aber auch eine zweite wichtige Erkenntnis: Die gedruckte Zeitung wird nicht sterben, sie muss sich nur verändern. Nur die Tageszeitungen werden in naher Zukunft in Schwierigkeiten kommen, die sich nicht verändern.

Das TAGEBLATT hat schon in den vergangenen Jahren einen Weg eingeschlagen, den wir als Verlag und in der Redaktion 2020 konsequent weiter verfolgen wollen. Das Internet bedeutet nicht das Ende der gedruckten Zeitung, es nimmt uns nur eine Aufgabe ab, die wir bisher als unsere ureigenste Aufgabe gesehen haben – wenngleich wir sie nie richtig erfüllen konnten: das Vermelden der schnellen Nachricht – in einer Zeitung, die aufwendig produziert wird und die einmal am Tag erscheint. Fernsehen und Radio waren schon immer schneller, wenngleich im Lokalen nicht sonderlich präsent.

Angebot quantitativ und qualitativ verbessert

Wir haben mit der gedruckten Zeitung und unserem Online-Angebot auf tageblatt.de längst die Möglichkeit, zwei Kanäle parallel zu bedienen: Zunächst einmal die Nachricht über das Netz zu verbreiten und die gedruckte Zeitung als ein Medium weiter zu entwickeln, das sich auf Analysen, Hintergrund, Kommentare und Tiefgang konzentrieren kann, was nicht bedeutet, dass das TAGEBLATT nicht mehr aktuell sein wird. Wir wissen das hohe Gut unseres späten Drucks nach Mitternacht im Stader Pressehaus zu schätzen, wir haben damit ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Wer sich für Sport interessiert, freut sich, dass im TAGEBLATT alle wichtigen Sportereignisse des Abends am nächsten Tag in der Zeitung stehen. Mittlerweile auch viele kulturelle und politische Veranstaltungen.

Umgekehrt bedeutet das auch mehr Qualität bei tageblatt.de, denn auch online wird das Angebot quantitativ und qualitativ verbessert. Die Redaktion kann noch schneller reagieren und zusätzliche Infos, Analysen und Hintergründe liefern, beispielsweise auch mehr Filme.

Trennung zwischen Online- und Print-Redaktion wird aufgehoben

Um diesen Weg konsequent zu gehen, wird es in der TAGEBLATT-Redaktion eine große Veränderung geben: Die Trennung zwischen Online- und Print-Redaktion wird aufgehoben, künftig arbeiten an einem News-Desk sechs Redakteure an einem großen gemeinsamen Schreibtisch für beide Kanäle. Sie steuern die Nachrichten im Internet und parallel die Berichterstattung in der Tageszeitung. An diesem News-Desk wird dann auch das TAGEBLATT layoutet, so dass die Redakteure von dieser Arbeit entlastet werden und mehr Zeit als Reporter haben – für Online- und Print-Journalismus gleichermaßen.

Die strukturellen Änderungen werden sich in der Zeitung zeigen: Warum erscheinen Nachrichten aus der regionalen Wirtschaft nur am Mittwoch und warum erscheint Hamburg Kultur nur am Sonnabend?

Dafür gibt es keine Argumente mehr, deswegen werden die Inhalte der bisherigen „Wirtschaft Regional“ am Mittwoch und „Hamburg-Kultur“ am Sonnabend ab sofort dann erscheinen, wenn sie aktuell sind. Die Kolumne der Wirtschaft wird regelmäßig am Sonnabend auf der zweiten Lokalseite erscheinen, die bisherigen Kommentare unserer Gast-Autoren werden nicht mehr im Lokalen, sondern auf der Meinungsseite im Mantelteil gedruckt – mit der Fokussierung auf die politischen Kommentare.

Mehr Hintergrund, mehr Reportagen

Mehr Hintergrund, mehr Reportagen – dieses Ziel wird durch einen erweiterten Blick auf die Region verfolgt, die längst nicht mehr nur aus dem Kreis Stade besteht. Die Nachrichten unserer Teams auf den Regionalseiten bleiben unser Kerngeschäft, darüber hinaus möchten wir noch mehr aus der Region berichten, aus Hamburg sowieso, aber auch etwas mehr aus den Landkreisen um den Kreis Stade. Dies mit besonderem Blick auf die Kultur. Mit Hochdruck arbeiten wir in der Redaktion an einem Kultur-Kalender (auf besonderen Wunsch unseres Kompetenzbeirates), der fürs Internet und für die Zeitung die Veranstaltungen in der Region beinhalten wird. Der eingeschlagene Weg unserer Kultur-Redakteure, über die Protagonisten auf der Bühne auch mit dem Blick hinter der Bühne zu berichten, wird weiter verfeinert.

Die Trennung zwischen einer „Literatur-“ und „Bücher-Seite“ wird auch aufgegeben, weil die ohnehin kaum jemand verstanden hat.

Apropos: Schließlich greifen wir auch einen Wunsch unserer älteren Leser auf: In der Sonnabend-Ausgabe gibt es künftig nicht nur eine historische Seite aus dem Lokalteil, wir zeigen auch dazu die Titel-Seite des jeweiligen Tages. „Geschichtsunterricht“, nannte das ein Kollege.

 

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