13.09.2019, 17:49
Umzug: Skin Gin siedelt sich in Buxtehude an

BUXTEHUDE. Nach dem Abgang von Schweppes, Malteser Aquavit und Bacardi beheimatet Buxtehude jetzt wieder den Firmensitz eines bekannten Getränks: Skin Gin. Das Unternehmen sitzt ab Montag im Gewerbegebiet an der Lüneburger Schanze, und nicht mehr im Alten Land.

„Wir brauchten Platz und wollten unser Office und die Lagerräume an einem Ort haben“, sagt Martin Birk Jensen, der Skin Gin 2012 gegründet hat und mittlerweile in zehn europäischen Ländern, aber auch in Singapore, Hongkong, Macau und demnächst auch in Florida/USA Vertriebsbüros hat.

Wobei der Unternehmer das Motiv seines Wechsels ohne jede Emotion nur mit dem guten neuen Firmengrundstück begründet. „Unser Lager in Grünendeich war längst nicht mehr gut geeignet für unsere Produkte, deshalb mussten wir uns neu aufstellen“ Statt eines Neubaus im Jorker Gewerbegebiet kam der Umzug nach Buxtehude.

Skin Gin sei nie eine Altländer Marke gewesen, wenngleich das In-Getränk in der Nordik-Edelbrennerei in Jork destilliert wird., sagt Jensen. „Vor den Toren Hamburgs“, so der Slogan zur Herkunft des In-Getränks. „Das stimmt auch in Zukunft, sagt Jensen, der sich erst im Mai für das leerstehende Rotring-Gebäude beworben hatte und am Donnerstag die Schlüssel bekam. Auch das Jansen-Unternehmen Project & Chartering“ wird nach Buxtehude umziehen. Mit seinen beiden Unternehmen belegt Jensen rund 600 Quadratmeter auf einem 1600 großen Areal. In das benachbarte ehemalige Bürogebäude von Rotring wird ein Ingenieurbüro aus Buchholz einziehen.

Weiter Tastings in Steinkirchen

So ganz wird Skin Gin Steinkirchen allerdings nicht den Rücken kehren, die seit Jahren populären Tastings werden weiterhin im Alten Land stattfinden – in dem gerade neu eröffneten „Heimathafen“ in Steinkirchen, dem ehemaligen „Smag-Café“.

Zum Hintergrund: Die junge Geschichte des Skin Gin klingt wie ein Märchen aus Tausendundeine Nacht, zumal die Minze tatsächlich eine Hauptrolle spielt. Nur dass die Geschichte des Skin Gin ihren Ursprung in Griechenland hatte und im Alten Land realisiert wurde. Von Martin Birk Jensen, einem jungen Dänen, der als Schiffsmakler vor 14 Jahren der Liebe wegen im Alten Land gestrandet war. Und der die Wirren der Schifffahrtskrise 2008 elegant umschiffen konnte. Sein Unternehmen „Project & Chartering“ vermittelt vornehmlich Schwergut und Stückgut und arbeitet weltweit mit Reedereien und Befrachtern zusammen.

Das ist das eine Standbein. Martin Jensen entwickelte dann aus einer verrückten Urlaubslaune ein Geschäftsmodell „Es war tatsächlich beim Tauchen im Mittelmeer, als ich auf die Idee kam, einen eigenen Gin zu kreieren“. Als Gin-Liebhaber hatte er zwar Ahnung vom Geschmack, aber keinerlei Ahnung von der Herstellung. Aber klare Vorstellungen, wie sein Gin schmecken sollte: Mild, frisch, fruchtig, geprägt von marokkanischer Minze, denn deren Aroma hatte er als Gin-Trinker noch nie gekostet. Vor allem sollte sein Gin nicht nach Wacholder schmecken. Deswegen der Gedanke mit der fruchtigen Note: Orange, Zitrone, Limetten und Pink Grapefruit fielen ihm als Zutaten schnell ein, dazu Koriander. Das war die Idee, die er gemeinsam mit Arndt Wessel in der Nordik-Edelbrennerei in Jork umsetzte.

Die 21. Probe war es: „Das war genau mein Gin, erfrischend und mit einer einzigartigen Geschmacksnote“, schwärmt Martin Jensen. Aber weil das Getränk als Geschenk für Kunden gedacht war, sollte auch die Optik einzigartig sein: ein Anker, um den Bezug zur Seefahrt herzustellen. Die Idee für das Design des Logos fand er im Internet als Motiv eines Tattoos. Und damit war auch gleich der Name gefunden: „Skin“, Haut. Das passte vortrefflich, weil er auch die Idee hatte, jede Flasche mit Leder zu ummanteln.

Das allerdings hat nicht ganz geklappt, denn nach dem Kontakt mit vielen Leder-Manufakturen musste Martin Jensen die Idee der Lederhaut fallen lassen. Stattdessen fand er in Bayern eine kleine Manufaktur, die Etuis für Münzsammler herstellt. Die brachten ihn zu dem in Lederoptik beschichteten Papier, das als das Markenzeichen für den Skin-Gin gilt, der noch dazu in besonderen rechteckigen Flaschen abgefüllt wird. Nach acht Monaten stand im Frühjahr 2012 die erste Palette mit dem eigenen Gin im Schifffahrts-Büro in Steinkirchen. 2016 wurden bereits 24 000 Flaschen produziert, 2017 waren es 36 000 Flaschen und im vergangenen Jahr 50 000 in Deutschland und Europa, Ende des Jahres geht es in die USA. In diesem Jahr werden 65 000 Flaschen verkauft.

Leserbrief
Kommentare



Weitere Topthemen aus der Region:
  • 12.12.2019,
    Neue Vertriebspreise für 2020
    Mehr
  • 12.12.2019,
    Jetzt mitmachen und gewinnen: TAGEBLATT Online-Adventskalender
    Mehr
  • 11.12.2019,
    Jetzt mitmachen: TAGEBLATT Online-Adventskalender
    Mehr
  • 10.12.2019,
    Jetzt mitmachen: TAGEBLATT Online-Adventskalender
    Mehr
  • 09.12.2019,
    Jetzt mitmachen: TAGEBLATT Online-Adventskalender
    Mehr
  • 08.12.2019,
    Jetzt mitmachen: TAGEBLATT Online-Adventskalender
    Mehr
  • 07.12.2019,
    Jetzt mitmachen: TAGEBLATT Online-Adventskalender
    Mehr
  • 06.12.2019,
    Jetzt mitmachen: TAGEBLATT Online-Adventskalender
    Mehr
  • 05.12.2019,
    Jetzt mitmachen: TAGEBLATT Online-Adventskalender
    Mehr
  • 04.12.2019,
    Jetzt mitmachen: TAGEBLATT Online-Adventskalender
    Mehr