Solar-Carports: So wird der Pkw-Stellplatz zur Ladestation

STADE. Elektromobilität lautet das Zauberwort der Zukunft auf der Straße. Doch woher möglichst günstig den Strom zum Antrieb der E-Autos nehmen? Eine Möglichkeit bieten Solaranlagen. Wie ein Carport zur Öko-Ladestation wird, erklärt Pascal Hewel von der Lindemann-Gruppe aus Stade. 


Sie sind zu einem wichtigen Baustein der Energiewende geworden: Elektrofahrzeuge. E-Autos stoßen während der Fahrt weder CO2 noch Schadstoffe aus. Doch erst in Kombination mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen weisen sie tatsächlich eine Energiebilanz ganz ohne CO2 aus fossilen Brennstoffen auf. Umweltschonender als jeder andere Energieträger ist in dieser Hinsicht die Sonne. Täglich liefert sie zehntausend Mal mehr Energie, als auf der gesamten Welt benötigt wird – und ist dabei völlig unabhängig von den Ressourcen der Erde.

Mithilfe einer Solaranlage kann die Sonnenenergie auf zwei Arten genutzt werden: Mittels Solarthermie werden Sonnenstrahlen in Wärme umgewandelt und an die Heizungsanlage des Hauses übertragen. Die Photovoltaikanlage wandelt die Sonnenstrahlen in Strom um. Beide Systeme beanspruchen für ihre Module eine relativ große Fläche. „Wer dafür nicht auf sein Hausdach zurückgreifen kann oder möchte, für den kann eine Solaranlage auf dem Carport eine Option sein“, sagt Pascal Hewel.

Der Carport als Wetterschutz und Stromlieferant in einem

Mit dem Bauunternehmen Lindemann aus Stade hat der Metallbaumeister anderthalb Jahre an der Entwicklung eines Kombinationsprodukts aus Carport und Photovoltaikanlage gearbeitet. Vor gut zwei Jahren wurde der Solar-Carport fertiggestellt. Dieser schützt das Auto nicht nur vor Witterung, er lässt seinen Eigentümer darüber hinaus zum Stromproduzenten werden.

Vorteil einer solchen kombinierten Variante: Die einzelnen Komponenten sind in Technik und Design aufeinander abgestimmt, eine Ladesäule für das Elektrofahrzeug oder Außensteckdosen können im Carport beispielsweise direkt integriert werden. Doch prinzipiell ist die Installation einer Solaranlage – auch nachträglich – auf jedem Carport möglich, der die nötigen statischen Anforderungen erfüllt.

Ein Beispiel: Die Photovoltaikanlage des knapp sechs mal sechs Meter großen Doppelcarports produziert eine elektrische Spitzenleistung von rund 4,3 Kilowatt peak, also etwa 3700 Kilowattstunden Strom, pro Jahr. Mit zwei Stunden Sonnenschein kann ein Elektroauto in diesem Fall etwa 50 Kilometer zurücklegen. „Es sind natürlich auch Anlagen mit mehr oder weniger Leistung möglich“, sagt Hewel. Und die Nutzungsmöglichkeiten sind vielseitig.

Eine Ladesäule für das Elektroauto oder Außensteckdosen können im Carport direkt integriert werden.

Den Strom selbst nutzen oder einspeisen?

„Beim Kauf eines E-Autos stellt sich natürlich die Frage, wie man günstig an Strom kommt“, weiß der Experte. Im Hinterkopf hat er dabei nicht nur den privaten Einzel- oder Doppelcarport auf dem eigenen Grundstück. Auch gemeinschaftliche Nutzungen unter Nachbarn, in Wohngebieten, auf Firmengeländen oder in der Stadt sind denkbar. „Aber selbst für jemanden, der noch nicht auf ein Elektrofahrzeug umgestiegen ist, kann sich die Investition lohnen.“

Neben dem direkten Stromverbrauch durch elektrische Gartengeräte wie Rasenmäher und Heckenschere oder das Aufladen des E-Bikes kann der Solar-Carport auch an den Hausstrom angeschlossen werden. „Der Strom wird produziert, eingespeist und gegengerechnet gegen das, was ich verbraucht habe“, erklärt Hewel. Wer den Strom selbst, aber nicht nur bei Sonnenschein, abnehmen möchte, kann seine Solaranlage zusätzlich mit einem Speichermedium nachrüsten, das die Sonnenenergie zeitversetzt nutzbar macht.

Individuelle Wünsche und Standortbedingungen beachten

Alle denkbaren Lösungen hängen dabei sowohl von den individuellen Wünschen des Kunden als auch von den Gegebenheiten vor Ort ab. Einfach ausgedrückt: Je mehr Sonnenstrahlung eine Photovoltaikanlage einfangen kann, desto mehr Strom liefert sie. „Es kommt also auf die Fläche und auf die Ausrichtung des Carports an“, sagt Pascal Hewel. Denn: „Nur bei genügend Sonnenlicht bringt eine Solaranlage auf einem Carport einen entsprechenden Mehrwert.“

Kontakt zum Experten aufnehmen:

J. Lindemann GmbH & Co. KG
Pascal Hewel
Klarenstrecker Damm 23
21684 Stade

Tel.: 0 41 41 / 52 63 00
E-Mail: info(at)lindemann-gruppe.de
Web: www.lindemann-gruppe.de