Diebe haben in Niedersachsen in diesem Jahr bereits mehr als 1000 Mal Katalysatoren aus Autos ausgebaut. Die Fallzahlen seien in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover mit. Vor allem ältere Fahrzeuge sind betroffen.

Im Jahr 2019 lag die Zahl der Katalysator-Diebstähle noch im zweistelligen Bereich. Im Folgejahr wurden bereits Fälle im mittleren dreistelligen Bereich registriert. In diesem Jahr hätten die Fallzahlen bereits Ende November den niedrigen vierstelligen Bereich erreicht, sagte eine LKA-Sprecherin. Es handele sich aber um vorläufige Daten. Vielfach dauerten die polizeilichen Ermittlungen noch an.

So wie in Braunschweig, wo Mitte November ein aufmerksamer Zeuge zwei mutmaßliche Katalysator-Diebe beobachtete und die Polizei alarmierte. Die mutmaßlichen Banden-Mitglieder wurden festgenommen.

Kaskoversicherungen erstatten Schaden

Wenn der Motor ungewöhnlich laut ist, ist das für Autofahrer ein Hinweis auf einen ausgebauten Katalysator. Das Fahrzeug sollte dann umgehend in die Werkstatt – allerdings auf einem Anhänger. Denn: Ohne Katalysator erlischt die Straßenzulassung, wie eine Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) erklärte.

Ob die Versicherung für den Schaden aufkommt, hängt mit der Art der Police zusammen. Kasko- und Teilkaskoversicherungen übernehmen die Kosten, die bei einem Diebstahl entstehen, wie ein Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft erklärte. Sie zahlen sowohl die Reparaturkosten als auch das Abschleppen bis zur nächsten Werkstatt. Wer eine Haftpflichtversicherung besitzt, muss demnach selbst für den Schaden zahlen.

Katalysatoren dienen der Abgasreinigung

Allein die Polizei Celle zählte bereits 39 Katalysator-Diebstähle seit Januar, mehr als doppelt so viele wie 2020. Tatorte seien große Parkplätze, Werkstätten oder Parkbuchten in Wohnvierteln, teilte die Polizei mit. Im Landkreis Stade hatte es im April dieses Jahres in einer Harsefelder Werkstatt einen größeren Diebstahl gegeben. Teilweise bauen die Kriminellen die Fahrzeugteile, die auch Kat genannt werden, am helllichten Tag aus – Passanten halten sie mitunter für Mechaniker, die von den Autobesitzern beauftragt wurden.

Katalysatoren sind etwa seit Beginn der 1990er Jahre fester Bestandteil von Autos und dienen der Abgasreinigung. Sie lassen sich recyceln, das gewonnene Platin kann anschließend den Herstellern wieder angeboten werden.

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Ausbau dauert nur wenige Minuten

Auch in den vergangenen vier Wochen gab es wieder zahlreiche Kat-Diebstähle in Niedersachsen. So wurden Ende November unter anderem Katalysatoren aus zwei Autos geklaut, die auf einem Bahnhofsparkplatz im Landkreis Gifhorn standen. In Wolfsburg waren drei Autos betroffen, die in einem Wohnviertel abgestellt waren. Anfang Dezember klauten Diebe Katalysatoren aus zwei Autos, die auf einem Firmengelände parkten.

Betroffen sind nach Polizeiangaben meist ältere Fahrzeuge mit Benzinmotor, aber auch neuere Autos sind für Diebe nicht uninteressant. Bei älteren Fahrzeugen sei der Ausbau einfacher und dauere oft nur wenige Minuten, erklärte die ADAC-Sprecherin. Besonders betroffen sind laut dem ADAC die Modelle Opel Astra, Toyota Prius und VW Polo. Polizei und ADAC raten dazu, Autos möglichst in einer Garage oder an gut beleuchteten Stellen zu parken. Hilfreich sei auch eine Alarmanlage. (dpa)