Donnerstag, 20.05.2021, 09:04 Uhr

So wird der Garten zum Bienenparadies

Eine Biene sammelt den Nektar von einem rosafarbenen Sonnenröschen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

LANDKREIS. Eine Wildblumenwiese im heimischen Garten dient Bienen als ideale Nahrungsquelle. Aber auch, wer keinen Garten sein Eigen nennt, kann die fleißigen Fluginsekten mit wenig Aufwand unterstützen.

Neben der Honigbiene gibt es mehr als 560 Wildbienenarten in Deutschland. „Manche sind sehr spezialisiert – die Efeuseidenbiene sammelt etwa den Pollen nur an Efeublüten. Andere Wildbienen sind Generalisten, sie fliegen verschiedene Blühpflanzen an“, erklärt Corinna Hölzel vom BUND. Umso wichtiger, dass das Angebot an Verstecken, Nahrung und Nistmöglichkeiten vielseitig ist. „Für viele Bienenarten sind artenreiche Wildblumenwiesen mit mehrjährigen Pflanzen gut“, sagt Hölzel.

Heimische Blühpflanzen wählen

„Wer Samenmischungen kaufen will, sollte heimische Blühpflanzen wählen“, rät Hölzel. „Die Mischung sollte nicht zu viele Gräser enthalten, da diese keine Pollen und keinen Nektar liefern. Meist ist dazu ein Prozentsatz angegeben – der Anteil sollte nicht über 30 Prozent liegen.“ Zumal Gräser schnell wachsen. „Sie schießen hoch und nehmen Blühpflanzen das Licht.“

Den Boden sollte man vor dem Aussäen vorbereiten – also Grasnarbe abtragen, umgraben und alle Wurzeln und Steine entfernen. „Wichtig ist dabei, keine wertvollen Nistflächen oder Verstecke der Bienen zu zerstören.“ „Viele Bienen mögen Kornblumen, Mohn und Margeriten“, sagt Hölzel. Beliebte Blumen bei den Bienen sind beispielsweise auch Flockenblume, Glockenblume, Mohn, wilde Möhre, Ringelblumen, Natternkopf sowie Margeriten und Disteln.

Selten mähen

Wer eine Wildblumenwiese anlegt, sollte diese selten mähen. „Idealerweise nur zweimal im Jahr und erst ab Juni.“ Aber auch Abstufungen sind möglich: „Neben einer häufiger gemähten Rasenfläche können Sie etwa bewusst ein Stück Wiese stehen lassen und beobachten, was sich da so ansiedelt.“ Ab und an muss allerdings gemäht werden, damit sich einzelne Pflanzenarten nicht zu sehr ausbreiten. Wichtig ist dann: Das Mähgut muss man von der Fläche entfernen – also nicht Mulchen. Denn sonst bildet sich Humus – und damit zu viele Nährstoffe für viele Blühpflanzen.

Auf Düngen verzichten

Auch auf das Düngen sollte man daher verzichten. „Wer in seinem Garten nicht auf eine begehbare Rasenfläche verzichten will, kann dort beispielsweise Klee, Gänseblümchen, Gundermann, Ehrenpreis und Scharfgabe wachsen lassen.“ Neben Blumen können auch blühende Gehölze Bienen Nahrung bieten – etwa Schlehen, Süßkirsche oder Beerensträucher wie Johannisbeere, Himbeere oder Stachelbeere. „Weiden haben im Frühjahr die ersten Pollen – das ist für die Bienenbrut pure Energie“, erklärt Hölzel.

Blühende Kräuter für den Balkon

Wer nicht ausreichend Platz für eine Wiese hat, findet auch Alternativen für seinen Balkon. „Wildbienen lieben blühende Kräuter“, sagt Hölzel. Sie empfiehlt Salbei, Zitronen-Thymian, Bohnenkraut, Minze und Basilikum. „Wichtig ist, immer einige Kräuterstängel stehen zu lassen, damit sie auch blühen können.“ Auch Kornblumen, Blaukissen, Kapuzinerkresse oder Ranken-Glockenblume sind für den Balkon geeignet – und für Wildbienen von März bis Oktober eine Nahrungsquelle.

Offene Bodenstellen schaffen

Insektenhotels sind nicht für alle Arten hilfreich. „Drei Viertel der Wildbienenarten bei uns nisten nicht über der Erde“, erklärt Hölzel. Sie brauchen offene Bodenstellen sowie lehmige oder sandige Flächen. Dafür kann man ihnen im Garten eine etwa 40 Zentimeter breite und tiefe Sandfläche anbieten. Auch Stapel mit Totholz sind bei manchen Arten sehr beliebt. „Einige Wildbienen nisten direkt im Totholz. Wespen wiederum nutzen morsches Holz zum Bau ihrer filigranen Nester“, erklärt Hölzel. Wer im Garten zudem verblühte Stauden stehen lässt, bietet Wildbienen einen Unterschlupf für den Winter. (dpa)

Podcasts
Aboservice

Sie haben Fragen zu Ihrem Abonnement oder unseren Angeboten?

Wir sind gerne für Sie da.

Tel. 04141-936-444
(Mo.-Fr. 8.00 - 16.00 Uhr, Sa. 8.00 - 10.00 Uhr)

abo(at)tageblatt.de

Hallo wie geht's?
Weitere Themen aus der Region