Leserfragen zu Corona: Wann muss ein Reiseveranstalter das Geld für eine aufgrund der Corona-Krise stornierte Reise zurückerstatten?
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Bringt dem eine Prallplatte und Klopapier und dann freut sich der alte Mann noch mal, wenn das überhaupt noch merkt ....Gell.

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LANDKREIS. Rund um die Corona-Krise gibt es viele Fragen. Was ist noch erlaubt, wie soll ich mich verhalten? Weil die Redakteure in Kontakt mit vielen Experten stehen, bietet das TAGEBLATT für die Leser den Service an, ihre Fragen zu beantworten. Hier eine Auswahl.


Wann muss ein Reiseveranstalter das Geld für eine aufgrund der Corona-Krise stornierte Reise zurückerstatten?

Reiseveranstalter müssten die Rückzahlung innerhalb von 14 Tagen leisten, Airlines sogar innerhalb von sieben Tagen, sagt der Geschäftsführer des Buxtehuder Magazins „Reise & Preise“, Oliver Kühn. „Aber die Zeiten sind alles andere als normal“, sagt Kühn. Der Deutsche Reiseverband habe eine Plakatkampagne gestartet, die dieser Tage die Reisebüro-Schaufenster schmücke: „Wer Reisen liebt, verschiebt“. Verbraucher würden demnach aufgefordert, gebuchte Reisen nicht zu stornieren, sondern nur aufzuschieben.

Wie sieht es in dieser Hinsicht bei den Airlines aus?

Die meisten Fluggesellschaften böten jetzt gar keine Rückerstattung mehr an, sagt Oliver Kühn von „Reise & Preise“. Selbst Lufthansa habe die Erstattungsformulare abgeschaltet und stattdessen einen Gutschein-Service ins Leben gerufen. Als Grund dafür werde ein „übergroßer Ansturm“ genannt. Kühn erklärt, dass für die Branche derzeit nur noch eines zähle: liquide bleiben. „Reiseveranstalter haben das Problem, dass sie jetzt viel zurückerstatten müssen, aber das Geld von ihren Leistungsträgern selbst nicht zurückbekommen“, sagt Kühn.

Warum schlüsselt der Landkreis Stade die Zahl der Corona-Infektionen nicht nach Gemeinden auf – so wie es benachbarte Kreise tun?

Im gesamten Kreisgebiet haben sich inzwischen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Der Landkreis Stade veröffentlicht auf seiner Internetseite täglich unter anderem die Zahl der aktuell Infizierten, in Quarantäne befindlichen Menschen und Verstorbenen, die sich auf alle Städte, Gemeinden und Samtgemeinden im Kreis verteilen. Dass der Wohnort nicht angegeben wird, liegt daran, so ein Sprecher des Landkreises, dass dadurch nur die Neugier Einzelner befriedigt würde, „die bisher auch bei uns danach gefragt haben“. Die Menschen haben wissen wollen, ob das Virus in ihrer Nachbarschaft angekommen sei. Der Wohnort sei jedoch für die Frage, wo sich Menschen angesteckt haben könnten und welche Maßnahmen für die Quarantäne getroffen werden müssten, irrelevant, so der Sprecher. „Außerdem müssen wir von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer ausgehen, wo wir nicht wissen, wo sich die Menschen aufhalten. Das Bild wäre also verfälscht.“

Leserfragen vom 8. April

Ich hatte einen Minijob auf 450-Euro-Basis. Der Betrieb ist jetzt geschlossen, und ich bekomme seit dem 1. April kein Geld mehr, also auch kein Kurzarbeitergeld. Habe ich die Möglichkeit, Geld zu beantragen und wenn ja, wo?

Der erste Ansprechpartner bleibe der Arbeitgeber, sagt der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck. Auch wenn der Betrieb aufgrund behördlicher Anordnung geschlossen werde, verliere der Arbeitnehmer nach der herrschenden Betriebsrisikolehre gemäß BGB seinen Vergütungsanspruch nicht. Berufsgruppen wie Logopäden oder Physiotherapeuten arbeiten derzeit noch immer.

Wie sieht es bei den Lehrern aus? Es gibt bestimmt viele Lehrer, die ihren Schülern derzeit zur Verfügung stehen, aber das gilt sicher nicht für alle. Ist für diese Berufsgruppe auch Kurzarbeit angedacht?

Nein, sagt der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck: „Gegenüber den verbeamteten Lehrern kann aus Rechtsgründen keine Kurzarbeit angeordnet werden, und auch bei Angestellten gibt es keine Rechtsgrundlage dafür.“ Für diese Personengruppen falle die Arbeit oftmals auch nicht aus, sondern es werde lediglich anders gearbeitet.

Wie sieht es ansonsten mit der Kurzarbeit im öffentlichen Dienst aus?

Unternehmen des öffentlichen Dienstes wie öffentliche Theater sind laut Rechtsanwalt Manfred von Gizycki in der Regel von Kurzarbeit ausgenommen. In dem sogenannten „Covid-19-Tarifvertrag“ hätten sich allerdings die Gewerkschaft Verdi, der Beamtenbund und die kommunalen Arbeitgeber vor kurzem geeinigt, in solchen kommunalen Einrichtungen die Einführung von Kurzarbeit zu ermöglichen. Bis zum 15. April 2020 laufe eine Erklärungsfrist zu den Eckpunkten, auf die man sich verständigt habe, sagt von Gizycki. Der Tarifvertrag solle ausschließlich auf die Corona-Pandemie zugeschnitten sein und am 31. Dezember 2020 ohne Nachwirkung enden. Die Tarifpartner hätten zudem klargestellt, dass der Tarifvertrag zur Kurzarbeit nicht für die kommunale Kernverwaltung, also Personal, Bauverwaltung, Sozial- und Erziehungsdienst (sofern kommunal getragen), die Ordnungs- und Hoheitsverwaltung gedacht sei, sondern vorrangig für Nahverkehrsbetriebe, Theater, Museen, Bäder, Bibliotheken und Musikschulen, sagt von Gizycki.

Leserfragen vom 7. April

Es gibt Leute, bei denen der Garten bei schönem Wetter voll ist mit „fremden“ Kindern. Die Eltern sagen, alle Maßnahmen gegen das Coronavirus seien Quatsch. Wie gehe ich mit diesen Leuten um?

„Das ist natürlich nicht erlaubt und entspricht nicht den Kontakteinschränkungen“, sagt der Sprecher der Polizeiinspektion Stade, Rainer Bohmbach. Jegliche private Feiern, Events und Zusammenkünfte mit Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, seien untersagt. Im Zweifelsfall, so Bohmbach, könne immer die Polizei oder das Ordnungsamt informiert werden. „Wir machen dann auch einen Hausbesuch, um die Leute aufzuklären.“ Am vergangenen Wochenende musste die Polizei in Niedersachsen wegen vieler Verstöße gegen die Kontaktsperre einschreiten, darunter private Grillfeiern und Hauspartys.

Wie lange überlebt das Coronavirus auf Geldscheinen?

Coronaviren überlebten „wenigstens einige Stunden lang“ auf Geldscheinen, sagt der Stader Lungenfacharzt und NDR-TV-Experte Dr. Sven Birkholz. Er rät, regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen und sich nicht ins Gesicht zu fassen. „Neben dem Coronavirus lauern schließlich auch andere Erreger auf ihre Chance.“ Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass Menschen sich etwa durch kontaminierte Lebensmitteln oder Gegenstände mit dem Coronavirus infiziert haben. Denkbar aber sind Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit dem Virus kontaminiert wurden.

Wie viele Menschen in Buxtehude sind mit dem Coronavirus erkrankt oder stehen unter Quarantäne? Das einzige, was man gehört hat, ist, dass sich ein Lehrer infiziert hat. 

Diese Frage lässt sich nicht beantworten. Denn der Landkreis Stade veröffentlicht auf seiner Internetseite täglich unter anderem die Zahl der aktuell Infizierten, in Quarantäne befindlichen Menschen und Verstorbenen, die sich auf alle Städte, Gemeinden und Samtgemeinden im Kreis verteilen. Dass der Wohnort nicht angegeben werde, liegt daran, so ein Sprecher des Landkreises, dass dadurch nur die Neugier Einzelner befriedigt würde, “die bisher auch bei uns danach gefragt haben”. Die Menschen haben wissen wollen, ob das Virus in ihrer Nachbarschaft angekommen sei. Der Wohnort sei jedoch für die Frage, wo sich Menschen angesteckt haben könnten und welche Maßnahmen für die Quarantäne getroffen werden müssten, irrelevant, so der Sprecher. “Außerdem müssen wir von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer ausgehen, wo wir nicht wissen, wo sich die Menschen aufhalten. Das Bild wäre also verfälscht.”

Warum bleiben Kompostierplätze wie in Harsefeld weiterhin geschlossen, wo ist da die Ansteckungsgefahr? Und wo kann ich in der nächsten Zeit Rasenschnitt und andere Gartenabfälle hinbringen? 

Grün- und Gehölzabfälle sollten vorerst auf dem eigenen Grundstück gelagert werden, sagt ein Sprecher des Landkreises Stade. Anlass für die vorübergehende Schließung der Kompostierplätze wie beispielsweise in Harsefeld sei unter anderem die Tatsache, dass diese von den Gemeinden in der Regel mit ehren- und nebenamtlichem Personal betrieben würden - und für diese Menschen könnte eine Corona-Infektion aufgrund ihres Alters besonderes Risiken bedeuten, so der Sprecher. “Sollte jemand meinen, er könne seinen Gartenabfall dann im Wald und Flur entsorgen, dem begegnen wir mit Anzeigen und Bußgeldverfahren”, teilt der Kreis mit.

Leserfragen vom 5. April

Ist es gestattet, „just for fun“ mit Motorrad oder Fahrrad durch den Landkreis Stade oder weiter noch durch Niedersachsen zu fahren?

Aufenthalte im öffentlichen Raum sind in Niedersachsen nicht grundsätzlich untersagt, es gilt eine Kontaktsperre – jedoch keine „Ausgangssperre“. „Soweit man allein oder zu zweit mit Fahrrad oder Motorrad unterwegs ist, liegt also kein Verstoß gegen die niedersächsische Allgemeinverfügung vor“, sagt der Stader Rechtsanwalt Dr. Sebastian von Allwörden. Sportliche Aktivitäten sollen zudem ausdrücklich nicht unterbunden werden, solange die maximale Teilnehmerzahl von zwei Personen oder Personen, die in demselben Haushalt leben, nicht überschritten wird.

Ich möchte meine Tochter auf einer Autofahrt nach Bayern begleiten, da sie noch nie eine so lange Strecke alleine gefahren ist und beruflich dort hinzieht. Darf ich das?

Bayern habe sehr weitergehende Maßnahmen im Kampf gegen Corona beschlossen, sagt Dr. Sebastian von Allwörden. Nach der vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege erlassenen Allgemeinverfügung ist es erlaubt, die eigene Wohnung nur dann zu verlassen, wenn „triftige Gründe“ vorliegen. Als solche würden zum Beispiel „Versorgungsgänge für Gegenstände des täglichen Bedarfs“ angesehen oder auch der Besuch von Lebenspartnern. Und: Auch in Bayern sind Kontakte zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts auf das absolut Nötigste zu reduzieren; Übernachtungen zu touristischen Zwecken in Hotels sind ebenfalls untersagt. Vor diesem Hintergrund sei die Umzugsbegleitung wohl eher kein „triftiger Grund“ zum Verlassen der Wohnung und nicht absolut notwendig, sagt von Allwörden.

Mein Onkel kümmert sich um meine Großeltern. Die beiden sind fast 80 Jahre alt, körperlich eingeschränkt und pneumologisch vorbelastet. Mein Onkel arbeitet Vollzeit in einer Pflegeinrichtung für psychische Krankheiten, die wie viele solcher Einrichtungen über keinerlei Schutzmaterialien verfügt. Die Sorge, dass er seine Eltern mit dem Coronavirus anstecken könnte, ist groß. Kann und darf er sich dafür freistellen lassen?

Zunächst sollte der Onkel bei der Pflegeeinrichtung darauf drängen, Schutzmaterialien anzuschaffen und zu verwenden, sagt der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck. Zumindest aber sollten der Mindestabstand von 1,5 Meter zu anderen Menschen und die geltenden Hygieneregeln eingehalten werden. Aufgrund der derzeit schlechten Versorgungslage sei es aber denkbar, dass der Arbeitgeber weiter ohne Schutzausrüstung arbeiten lassen müsse.

Was bedeutet das für den Onkel?

Ohne begründeten Verdacht, sich angesteckt zu haben, müsse dieser weiter arbeiten, sagt Rechtsanwalt von Gizycki, „schließlich müssen die Bewohner der Pflegeeinrichtung auch weiter versorgt werden“. Im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber könne aber das Arbeitszeitkonto belastet, Urlaub genommen oder das Arbeitsverhältnis ruhend gestellt werden. Ansonsten kämen eine Kurzzeitpflege oder eine Freistellung für eine Pflegezeit von bis zu sechs Monaten nach dem Pflegezeitgesetz in Betracht. „Als letzte Maßnahme kann nur noch eine Eigenkündigung erklärt werden“, sagt von Gizycki.

Leserfragen vom 2. April

Ist es erlaubt, seinen Lebensgefährten in einem anderen Bundesland zu besuchen?

Besuche von Lebenspartnern und Lebenspartnerinnen seien – soweit sich die unterschiedlichen Regelungen im Moment überblicken ließen – grundsätzlich gestattet, sagt der Stader Rechtsanwalt Dr. Sebastian von Allwörden. Etwas anderes könne gelten, wenn sich im Haushalt des Lebensgefährten noch weitere Personen aufhalten. Zu bedenken sei auch, dass in einigen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern sehr strenge Regelung für die Einreise aus anderen Bundesländern gälten, sagt von Allwörden. Hier sollte man für den Fall einer Kontrolle zumindest nachwiesen können, dass der Lebensgefährte dort auch seinen Hauptwohnsitz habe.

Darf die Schwester meines Freundes zu uns kommen?

Der Besuch der Schwester dürfte nicht als zwingend notwendig angesehen werden und wäre daher – streng genommen – wohl unzulässig, sagt der Rechtsanwalt von Allwörden.

Meine an Demenz erkrankte Mutter besucht eigentlich eine Tagespflegestätte, die nun geschlossen ist. Ich habe nun meinen Jahresurlaub angetreten, um meine Mutter zu Hause rund um die Uhr zu pflegen. Ich brauche dringend Hilfe.

Der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck rät, mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren, dass das Arbeitszeitkonto belastet oder Erholungsurlaub genommen werde. Alternativ könne das Arbeitsverhältnis für maximal einen Monat ruhend gestellt werden, ohne vor allem den Schutz der Krankenversicherung zu verlieren. Denkbar sei auch, eine Kurzzeitpflege oder eine Freistellung für eine Pflegezeit von bis zu sechs Monaten zu beantragen, so von Gizycki. In beiden Fällen gebe es allerdings keine finanzielle Kompensation durch den Arbeitgeber.

Was passiert, wenn ein Bewohner eines Seniorenheims positiv getestet wird? Wird in das komplette Heim unter Quarantäne gestellt?

„Zunächst werden die möglichen Kontakte des Bewohners untersucht“, sagt der Stader Lungenfacharzt und NDR-TV-Experte Dr. Sven Birkholz. Wenn das Heim bereits in getrennten Schichten auf getrennten Etagen oder Wohnbereichen gearbeitet habe, könne beispielsweise ein Stockwerk einzeln isoliert werden. „Falls alle Bewohner zu allen Mitarbeitern und Mitbewohnern Kontakt hatten, käme man um eine Quarantäne der gesamten Einrichtung nicht herum“, sagt Birkholz.

Der behandelnde Facharzt meiner Ehefrau sagte aufgrund ihrer Vorerkrankungen: „Tragen Sie möglichst bei Behandlungen, wenn Sie mit einer anderen Person Kontakt haben, immer einen Mundschutz.“ Ich habe jedoch nirgends einen Mundschutz bekommen. Was kann ich tun?

Generell könnten sich Patienten mit hohem Risiko nur durch eine ganz konsequente Vermeidung von sozialen Kontakten und gegebenenfalls später durch eine Impfung schützen, sagt der Stader Lungenfacharzt Dr. Birkholz. Den Mundschutz in entsprechender Schutzklasse sollten allerdings die Behandelnden tragen, so Birkholz.

Kann das Coronavirus auch durch Körperkontakt, also über die Haut, übertragen werden?

Bislang gebe es keine nachgewiesenen Übertragungen durch Hautkontakt, sagt der Stader Lungenfacharzt Dr. Birkholz. Trotzdem bleibe die Handhygiene wichtig, schließlich gebe es noch eine Menge andere Krankheitserreger.

Kann jemand, der mit dem Coronavirus infiziert war und wieder gesund ist, andere Menschen anstecken?

Dazu gebe es nur „kleinere wissenschaftliche Studien“, sagt der Stader Lungenfacharzt Dr. Sven Birkholz. Im Durchschnitt zwei, spätestens bis zu fünf Tage nach dem Ende der Krankheitssymptome seien keine Viren mehr nachweisbar gewesen. Demnach kann ein Erkrankter laut Birkholz noch wenige Tage nach dem Ende der Symptome ansteckend sein.

Pneumokokken-Impfstoff derzeit kaum verfügbar

Die Buxtehuder Lungenärztin Dr. Ute Lepp hatte auf eine Leserfrage in der Dienstag-Ausgabe empfohlen, dass die Impfung mit Pneumovax 23 alle fünf bis sechs Jahres aufgefrischt werden sollte. Dieser könne auch einem schweren Verlauf bei Covid-19-Infektionen vorbeugen, weshalb die Impfung für Risikogruppen empfohlen werde. Lepp stellt nun ergänzend dazu klar, dass dieser Pneumokokken-Impfstoff derzeit kaum verfügbar sei, „weshalb nur noch die aus der Risikogruppe geimpft werden sollen, die noch nie geimpft wurden“ – das aber sei aktuell auch kaum möglich. Auffrischungen des Impfschutzes würden derzeit überhaupt nicht durchgeführt, sagt Lepp. Trotzdem könnten Betroffene in drei bis vier Wochen beim Haus- oder behandelnden Lungenfacharzt nachfragen. „Wahrscheinlich ist dann abzusehen, ob und wann wieder Impfstoff zur Verfügung stehen wird“, sagt Lepp.

Leserfragen vom 1. April

Ich arbeite auf dem Bau und mein Arbeitgeber verlangt, dass wir weiterhin in einem Transporter zu fünft Schulter an Schulter zur Baustelle fahren. Ich habe dabei kein gutes Gefühl. Muss ich das so hinnehmen?

Der Arbeitgeber sei gesetzlich zur Fürsorge gegenüber seinen Mitarbeitern verpflichtet und dazu, dass die Arbeit möglichst gefahrlos gestaltet sei, sagt Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck. In der Allgemeinverfügung des Niedersächsischen Sozialministeriums heißt es: „Zu beruflichen Zwecken sind Zusammenkünfte von mehreren Personen zulässig. Soweit möglich, ist ein Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einzuhalten.“ Bei der Fahrt von gleich fünf Arbeitnehmern in einem Transporter üblicher Größe könne der geforderte Abstand nicht eingehalten werden, was gegen die Schutzvorschriften verstoße, sagt von Gizycki. Er empfiehlt, den Arbeitgeber darauf hinzuweisen, dass jeder Arbeitnehmer einzeln zur Baustelle gefahren werden müsse.

Und wenn der Arbeitgeber darauf nicht eingeht?

Dann könne der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber die Ausübung des Zurückbehaltungsrechts gemäß BGB androhen und es bei weiterer Gefährdung auch ausüben, sagt Rechtsanwalt von Gizycki. Bei berechtigter Zurückbehaltung müsse der Arbeitgeber den Arbeitsausfall vergüten und dürfe nicht mit einer Kündigung reagieren.

Darf ich meine Freundin noch besuchen? Sie wohnt etwa 40 Kilometer entfernt.

Das Niedersächsische Gesundheitsministerium hat auf Grundlage des von der Bundesregierung und den Landesregierungen gefassten Beschlusses eine für jeden Bürger geltende Allgemeinverfügung zur Beschränkung von sozialen Kontakten erlassen. Danach sind Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Haushalts gehören, auf ein „absolut nötiges Minimum“ zu reduzieren. Ausdrücklich weiterhin zulässig ist es laut der Verfügung, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner zu besuchen. Der Besuch der Freundin sei also weiterhin zulässig, sagt der Stader Rechtsanwalt Dr. Sebastian von Allwörden.

Kann man die Dreieckstücher aus den Verbandskästen als wirksamen Mundschutz verwenden?

„Dreieckstücher sind alleine nicht ausreichend, können aber als Basis für einen dreilagigen, selbst genähten Mundschutz dienen“, sagt der Stader Lungenfacharzt und NDR-TV-Experte Dr. Sven Birkholz. Wenn alle einen solchen Mundschutz trügen, gehe die Rate der Ansteckungen um mindestens 70 Prozent hinunter, „obwohl hier viele abweichende Ansichten in der Öffentlichkeit geäußert werden“, so Birkholz.

Sind Infizierte aus der Gruppe der Risikopatienten, zum Beispiel ältere Menschen mit Bluthochdruck, bereits geheilt worden?

Ja, sagt Dr. Sven Birkholz, ihm seien auch persönlich Mitmenschen bekannt, die trotz solcher Vorerkrankungen bereits geheilt worden seien. In Deutschland werde von einer Heilungsquote von 98 bis 99 Prozent ausgegangen. „Bluthochdruck ist hierbei nicht als besonderes Risiko bekannt“, sagt Birkholz.

Leserfragen vom 31. März

Mein Arbeitgeber sorgt für keinerlei Vorsichtsmaßnahmen, auch nicht nach mehrfacher Bitte. An wen kann ich mich wenden, um es anordnen zu lassen?

Eine (behördliche) Anordnung komme erst nach einer Anzeige gegen den eigenen Arbeitgeber in Betracht, sagt der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck. „Dies sollte allerdings erst das ‚letzte Mittel‘ sein.“ Der Arbeitgeber ist gesetzlich zur Fürsorge gegenüber seinen Mitarbeitern verpflichtet und dazu, dass die Arbeit möglichst gefahrlos gestaltet ist. „Damit muss er auch die aktuellen Empfehlungen sowie Anordnungen der Behörden beachten“, sagt von Gizycki. Geschehe dies nicht, könne der Arbeitnehmer zunächst die „Ausübung seines Zurückbehaltungsrechts“ (BGB) androhen und bei weiterer Gefährdung auch ausüben. Bei berechtigter Zurückbehaltung muss der Arbeitgeber den Arbeitsausfall vergüten und darf nicht mit einer Kündigung reagieren.

Bei der Arbeit hatte ich Kontakt zu einer Person, die positiv auf Covid-19 getestet wurde. Ich bin vorsorglich zu Hause geblieben und habe nun Symptome. Wo muss ich mich melden, damit ich getestet werde?

Die Buxtehuder Lungenärztin Dr. Ute Lepp rät, telefonisch Kontakt mit dem Hausarzt aufzunehmen. „Der kann entscheiden, ob eine weitere Diagnostik erforderlich ist und diese veranlassen.“ Dabei spiele auch eine Rolle, wann und wie intensiv der letzte Kontakt zu der infizierten Person gewesen sei, sagt Lepp.

Ist das Gesundheitsamt so überlaufen, dass man eine Woche warten muss, bis man einen Termin bekommt?

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes leisteten derzeit sehr gute Arbeit, sagt Lepp. Aufgrund der angespannten Lage könne es aber zu Wartezeiten kommen.

Werden die Fallzahlen für den Landkreis Stade auch nach Gemeinde oder Wohnort aufgeschlüsselt?

Nein, der Landkreis veröffentlicht nur Gesamtzahlen und stellt dazu fest, dass sich diese auf alle Städte, Gemeinden und Samtgemeinden des Landkreises Stade verteilen.

Ich wohne alleine mit meinen Kindern in einer Wohnung. Darf mein Freund, der nicht bei uns lebt, uns trotz der Kontaktsperre besuchen?

Das Niedersächsische Gesundheitsministerium hat auf Grundlage des von der Bundesregierung und den Landesregierungen gefassten Beschlusses eine für jeden Bürger geltende Allgemeinverfügung zur Beschränkung von sozialen Kontakten erlassen. Danach sind Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Haushalts gehören, auf ein „absolut nötiges Minimum“ zu reduzieren. Ausdrücklich weiterhin zulässig ist es laut der Verfügung, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner zu besuchen. Der Besuch des Freundes sei also weiterhin zulässig, sagt der Stader Rechtsanwalt Dr. Sebastian von Allwörden.

Darf ich mit den Zug zu Verwandten reisen?

Soziale Kontakte seien – in allen Bundesländern – auf das absolut notwendige Maß zu begrenzen, sagt der Stader Rechtsanwalt Dr. Sebastian von Allwörden. „Nicht notwendige Besuche sind daher möglichst zu unterlassen.“ Je nach Wohnort der Verwandten und je nach Anlass des Besuchs könnten jedoch sehr unterschiedlich „strenge“ Regelungen gelten, so von Allwörden. Von längeren Reisen, zum Beispiel durch verschiedene Bundesländer, zu Verwandten, die nicht dem eigenen Haushalt angehören, rät der Rechtanwalt daher ab.

Leserfragen vom 30. März

Als Pollenallergiker benötige ich saisonbedingt ein Antiallergikum. Dieses drosselt das überschießende Immunsystem. Wie verhalte ich mich jetzt, wenn ich jetzt Erkältungssymptome bekomme: weiter einnehmen oder absetzen?

„Antiallergika vermindern nur die Beschwerden einer allergischen Reaktion und greifen nicht ins Immunsystem ein“, sagt Lungenärztin Lepp, das Antiallergikum könne weiter genommen werden.

Können Coronaviren durch eingeatmeten Zigarettenrauch übertragen werden?

Dafür gibt es laut Lungenärztin Lepp keine Hinweise.

Ist mein Eindruck richtig, dass das Coronavirus weiter verbreitet ist, als es die Statistiken aussagen und dass viele Betroffene es nur nicht bemerken oder nur leichte Symptome haben?

Ja, wie bei Infektionskrankheiten üblich gibt es eine Dunkelziffer, die höher liegt als die offiziellen Zahlen. Diese Dunkelziffer lässt sich aber nur schwer bestimmen. Das hängt beispielsweise damit zusammen, dass viele Fälle milde verlaufen, und auch davon, wie viele Menschen getestet werden. Der Stader Lungenfacharzt und NDR-TV-Experte Dr. Sven Birkholz geht davon aus, dass die Zahl der Infizierten fünf Mal höher liegen könnte als die offizielle Zahl. Aber wie erwähnt: Die Dunkelziffer lässt sich nur schwer bestimmen.

Eine Bekannte mit einer Grunderkrankung arbeitet weiterhin im Büro. Der Arbeitgeber geht auf eine Bitte um Homeoffice nicht ein. Im Büro sind die Schutzabstände zu anderen Arbeitnehmern nicht gegeben, insbesondere der Chef selbst, der viel im Außendienst tätig ist, hält diese nicht ein. Was kann meine Bekannte tun?

Der Arbeitgeber sei gemäß BGB zur Fürsorge gegenüber seinen Mitarbeitern und gemäß des Arbeitsschutzgesetzes zur möglichst gefahrlosen Gestaltung der Arbeit verpflichtet, sagt der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck. In der Allgemeinverfügung des Sozialministeriums Niedersachsens heißt es: „Zu beruflichen Zwecken sind Zusammenkünfte von mehreren Personen zulässig. Soweit möglich, ist ein Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einzuhalten.“ Dieses „soweit möglich“ sei scheinbar nicht gewahrt, sagt von Gizycki, so dass die Bekannte den Arbeitgeber darauf hinweisen sollte, dass die Arbeit in der bisherigen Form nicht mehr erfolgen dürfe, der Abstand vergrößert oder die Arbeit im Homeoffice ermöglicht werden müsse.

Und wenn der Arbeitgeber darauf nicht eingeht?

Dann könne der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber die Ausübung des Zurückbehaltungsrechts gemäß BGB androhen und es bei weiterer Gefährdung auch ausüben, sagt Rechtsanwalt von Gizycki. Bei berechtigter Zurückbehaltung müsse der Arbeitgeber den Arbeitsausfall vergüten und dürfe nicht mit einer Kündigung reagieren.

Wie weise ich im Fall einer Ausgangssperre nach, dass ich zur Arbeit fahren muss?

Durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers. Er sei dafür verantwortlich, dass der Arbeitnehmer bei einer behördlichen Bewegungseinschränkungen weiterhin seiner Tätigkeit nachgehen könne, sagt der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki. Der Arbeitgeberverband habe seinen Mitgliedern vorsorglich das entsprechende Formulare übermittelt.

Leserfragen vom 29. März

Warum wird Corona im Gegensatz zur Influenza weltweit so rigoros bekämpft?

Die Grippe tötet jedes Jahr viele Menschen – weltweit. Mehr als bisher am Coronavirus gestorben sind. Trotzdem kann man nicht davon ausgehen, dass das Coronavirus harmloser ist, vor allem weil noch nicht klar ist, wie hoch die Sterblichkeitsrate beim Coronavirus ist. Vermutet wird, dass sie leicht über der des Grippevirus liegt. Außerdem breitet sich das Coronavirus weltweit schnell aus, und es besteht keine Grundimmunität: Die Menschen waren also noch nie mit dem neuen Virus infiziert. Bei der Grippe ist das inzwischen anders: Die WHO hat festgestellt, dass sich jedes Jahr 15 Prozent der Weltbevölkerung mit einem der im Umlauf befindlichen Influenzastämme infizieren und dadurch (teilweise) immun werden. Deshalb gibt es eine Grundimmunität in der Bevölkerung, und das Virus kann sich nicht mehr so schnell ausbreiten. Das wird auch das Ziel beim Coronavirus sein. Ein Impfstoff kann dabei helfen, damit wird aber erst im kommenden Jahr gerechnet.

Wir haben als Gebäudereinigungsbetrieb viele Privatkunden. Dürfen wir noch Haushalte von Familien und alten Menschen bedienen?

In der Allgemeinverfügung des niedersächsischen Sozialministeriums sind etliche Anordnungen für den Umgang außerhalb des eigenen Haushalts getroffen worden. Gemein haben sie, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einzuhalten ist, soweit es sich nicht um eine dringend notwendige Dienstleistung handelt. Könne dieser Abstand gewahrt werden, könnten weiterhin alle Dienstleistungen erbracht werden, sagt der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck, es sei denn, sie seien ausdrücklich untersagt. Er rät, die Kunden gezielt anzusprechen und das Vorgehen mit ihnen abzusprechen. Von Gizyckis Meinung nach sei es nicht zulässig, die Dienstleistung zu verweigern, weil es im „vermuteten Interesse“ des Kunden liege.

Als Pollenallergiker benötige ich saisonbedingt ein Antiallergikum. Dieses drosselt das überschießende Immunsystem. Wie verhalte ich mich, wenn ich jetzt Erkältungssymptome bekomme: weiter einnehmen oder absetzen?

„Antiallergika vermindern nur die Beschwerden einer allergischen Reaktion und greifen nicht ins Immunsystem ein“, erklärt die Buxtehuder Lungenärztin Dr. Ute Lepp, das Antiallergikum könne weiter genommen werden.

Wir haben eine Reise nach Kroatien gebucht, die am 7. Mai beginnen soll. Muss ich die Restzahlung bald leisten?

Wie Oliver Kühn, Geschäftsführer des Buxtehuder Magazins „Reise & Preise“, erklärt, komme es immer darauf an, wie weit in der Zukunft die gebuchte Leistung liege. Das Auswärtige Amt habe klargestellt, dass die gegenwärtige, weltweite Reisewarnung aufgrund des Coronavirus mindestens bis Ende April aufrechterhalten werde. Alle Pauschalreisen, die bis dahin beginnen sollten, könnten kostenfrei storniert werden. Beginne die Reise erst später, sei es ratsam, zunächst von einer Stornierung abzusehen, da andernfalls mit Stornokosten gerechnet werden müsste, so Kühn. Die Reise im Mai kann nach aktuellem Stand (theoretisch) stattfinden.

Leserfragen vom 28. März

Mein Partner und ich wohnen in getrennten Haushalten. Er hatte zuletzt mit einigen Menschen Kontakt, befindet sich seit einigen Tagen in sozialer Isolation, zeigt aber keine Symptome. Ich selbst zähle zur Risikogruppe, und für mich ist die soziale Isolation und fehlende körperliche Nähe ziemlich belastend. Wann können wir uns wieder nahe kommen?

„Sobald jemand für zwei Wochen in Quarantäne war, ohne Beschwerden zu entwickeln, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass diese Person ansteckend ist“, sagt die Buxtehuder Lungenärztin Dr. Ute Lepp. Menschen, die zur Risikogruppe gehören, sollten jedoch möglichst wenige Außenkontakte haben. In diesem Zusammenhang, so Lepp, stelle sich dabei die Frage, ob der Partner nach den zwei Wochen wieder einer Tätigkeit außerhalb der Wohnung nachgehe.

Irgendwann ist die Corona-Pandemie vorüber. Jedoch ist das Virus dann nicht plötzlich verschwunden. Für jemanden aus der „Risikogruppe“, der bislang nicht angesteckt worden ist: Ist die Gefahr, zu erkranken, genauso hoch wie vorher? Sollte diese Person dann ihren Lebensstil nun ändern oder in Quarantäne verbleiben?

„Die Gefahr, sich anzustecken, ist am größten, wenn es viele Infizierte in der Bevölkerung gibt, die auch ansteckend sind“, sagt Lungenärztin Lepp. Nach der akuten Infektion sei von einer Immunität auszugehen. Je mehr Infizierte wieder gesund und damit auch immun seien, desto geringer werde die Gefahr einer Ansteckung, sagt Lepp. „Man nennt das auch Herdenimmunität.“

Ich habe an einer Fortbildung teilgenommen. Ein Teilnehmer ist positiv auf Covid-19 getestet worden, hatte aber keinen intensiven Kontakt, zum Beispiel durch Händeschütteln, mit anderen Teilnehmern. Sollte ich vorsorglich einen Arzt kontaktieren?

Eine Untersuchung sei erst erforderlich, falls sich Beschwerden entwickelten, sagt Lungenärztin Lepp. „Zwei Wochen nach dem Kontakt zu der infizierten Person kann Entwarnung gegeben werden.“

Hier finden Sie ältere Leserfragen

Wir haben eine Pauschalreise ab dem 27. April nach Spanien gebucht und vollständig bezahlt. Müssen wir bei dem Veranstalter die Erstattung des Reisepreises verlangen oder bedarf es keiner Stornierung, weil die Reise wegen Corona nicht durchgeführt werden kann?

Es komme immer darauf an, wie weit in der Zukunft die gebuchte Leistung liege, sagt Oliver Kühn, Geschäftsführer des Buxtehuder Magazins „Reise & Preise“. Das Auswärtige Amt habe klargestellt, dass die gegenwärtige, weltweite Reisewarnung aufgrund des Coronavirus mindestens bis Ende April aufrechterhalten werde. Alle Pauschalreisen, die bis dahin beginnen sollen, könnten kostenfrei storniert werden. Beginne die Reise erst später, sei es ratsam, zunächst von einer Stornierung abzusehen, da andernfalls mit Stornokosten gerechnet werden müsste, so Kühn.

Darf ich bei einer Ausgangssperre mit dem Hund in die Felder fahren, um dort spazieren zu gehen?

Ja, Hunde dürfen ausgeführt werden. Sollten dort andere Menschen unterwegs sein, sollte ein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden, heißt es in der aktuellen Allgemeinverfügung des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Es gilt auch, entweder alleine den Hund auszuführen oder mit Menschen, mit denen Sie gemeinsam in einer Wohnung leben. Sollte eine Person von außerhalb Ihres Haushalts mitkommen, ist die „Zusammenkunft“ auf maximal zwei Personen beschränkt.

Leserfragen vom 26. März

Diese Woche sind Renovierungsarbeiten durch einen Malerbetrieb in meinem Haus geplant. Können diese noch durchgeführt werden?

„Es gibt einen gültigen Vertrag, der erfüllt werden kann und muss, soweit kein rechtliches Hindernis wie zum Beispiel die per Allgemeinverfügung angeordnete Kontaktsperre besteht“, sagt der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck. Könne die Dienstleistung mit mehr als 1,5 Meter Abstand zum Kunden erbracht werden, so stehe den Malerarbeiten nichts entgegen.

Warum dürfen Auto- und Selbstwaschanlagen derzeit betrieben werden? Das ist doch nicht lebensnotwendig.

Das sei eine Ausnahme, sagt Rechtsanwalt von Gizycki. Laut der Allgemeinverfügung des niedersächsischen Gesundheitsministeriums sind Tankstellen Teil der Versorgung der Bevölkerung mit „Dienstleistungen des täglichen Bedarfs“. Bei den Selbstwaschanlagen handele es sich um eine Dienstleistung, bei der der Mindestabstand von 1,5 Meter von Mensch zu Mensch eingehalten werden kann. „Deshalb ist sie weiter zulässig“, sagt von Gizycki.

Gibt es oder wird es Straßenkontrollen geben, um zu prüfen, wo die Menschen hinfahren?

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat angekündigt, dass die Polizei das verhängte Kontaktverbot konsequent im Land durchsetzen werde. Dazu gehöre unter anderem, zu große Gruppen in der Öffentlichkeit zu trennen. Autofahrer scheint das derzeit nicht zu betreffen. Sie würden aufgrund der aktuellen Allgemeinverfügung anlässlich der Corona-Pandemie nicht kontrolliert, sagt Rainer Bohmbach, Pressesprecher der Polizeiinspektion Stade. „Bisher gibt es keinen Grund, Autofahrer anzuhalten.“ Im Moment dürfe sich jeder – wenn auch mit Einschränkungen – weitgehend frei bewegen. Kontrollen könnte es erst bei einer Ausgangssperre geben. Falls die berufliche Tätigkeit von der Ausgangssperre ausgenommen sein sollte, muss das bei möglichen Kontrollen glaubhaft gemacht werden.

Muss man für diesen Fall eine Bescheinigung vom Arbeitgeber dabei haben?

Wer auf dem Weg zur Arbeit kontrolliert wird, kann eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen. „Er ist dafür verantwortlich, dass der Arbeitnehmer im Falle behördlicher Bewegungseinschränkungen weiterhin seiner Tätigkeit nachgehen kann“, sagt Rechtsanwalt von Gizycki. Der Arbeitgeberverband habe seinen Mitgliedern vorsorglich entsprechende Formulare übermittelt. Ministerpräsident Weil sagte am Sonntag im NDR aber auch, dass eine komplette Ausgangssperre, während der die Menschen ihre Wohnung nicht verlassen dürfen, aktuell nicht im Raum stehe.

Ich hatte vor vier Wochen eine Darmentzündung und soll demnächst zur Darmspiegelung. Soll ich lieber etwas warten?

Falls eine medizinische Notwendigkeit bestehe, könnten derzeit auch Spiegelungen vorgenommen werden, sagt der Stader Lungenfacharzt und NDR-TV-Experte, Dr. Sven Birkholz. Abwarten sei nicht erforderlich

Ihre Fragen an uns

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coronafragen(at)tageblatt.de

Leserbrief
Kommentare



Kommentare
Die Kommentare geben nicht die Meinung der Zeitung wieder. Sie sind Einzelmeinungen der Leser, keine repräsentative Auswahl.

O. Schulz schrieb am 20.03.2020 22:27

Bringt dem eine Prallplatte und Klopapier und dann freut sich der alte Mann noch mal, wenn das überhaupt noch merkt ....Gell.

Heiko Kania schrieb am 20.03.2020 14:53

Nein, natürlich nicht; wie kommen SIE eigentlich darauf?

Jochen Mextorf schrieb am 20.03.2020 12:44

@HK > Wenn Sie über Klo-Papier schreiben, dann ist das OK?

Heiko Kania schrieb am 20.03.2020 11:44

"Rüdiger Hülsmann schrieb am 20.03.2020 11:20 @JM ihre dummen Kommentare nerven und sind überflüssig. Es ist nicht die Zeit für Sarkasmen oder irgendwelche ironischen Kommentare." --> PROFECTO, Herr Hülsmann!

Jochen Mextorf schrieb am 20.03.2020 11:18

Die Heimat-Front ruft. Freiwillige sind im Anmarsch ...

Heiko Kania schrieb am 20.03.2020 11:02

... die gibt es (hier) nicht (mehr) ...

Jochen Mextorf schrieb am 20.03.2020 08:21

.... bringt die Mannschaft von AKK.

Heiko Kania schrieb am 20.03.2020 08:10

... und das Klopapier... ?

Jochen Mextorf schrieb am 20.03.2020 06:01

Natürlich brauchen wir die Frisöre. In kurzer Zeit verzottelt das Volk. Verfilzte Haare bis zur Schulter dienen nicht der Hygiene. Und im Baumarkt hole ich die Glühlampe, damit ich nicht im Dunkeln hocke.

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