Welt-Pankreaskrebstag: Selbsthilfegruppe Bauchspeicheldrüsenkrebs wird gegründet

LANDKREIS. In Deutschland erkranken jährlich rund 17.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Damit gehört die Erkrankung zwar zu den selteneren Tumorarten, ist aber gleichzeitig eine der schlimmsten Krebsarten. Im Landkreis wird nun eine Selbsthilfegruppe gegründet.


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Bauchspeicheldrüsenkrebs ist nicht zwangsläufig tödlich, aber im Anstieg begriffen, sagt Dr. Benno Stinner, Leiter des Pankreaskarzinom-Zentrums am Elbe Klinikum. Der Mediziner kann am Sonnabend ein Vorhaben realisieren, das er sich schon lange gewünscht hat: die Gründung einer Selbsthilfegruppe im Landkreis. Die soll am kommenden Sonnabend um 10 Uhr im Ärztehaus der Kassenärztlichen Vereinigung in Stade gegründet werden. Eingeladen wurden die bisherigen Pankreas-Patienten des Elbe Klinikums, kommen kann aber jeder, der sich für das Thema interessiert – auch Angehörige.

Am Donnerstag wird der 5. Welt-Pankreaskrebstag veranstaltet. 107 Organisationen in 31 Ländern setzen sich weltweit für eine bessere Bekämpfung dieser fiesen Krebsart ein und fordern von den politisch Verantwortlichen mehr Geld für Forschung und Therapie. „Die Herausforderungen in der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs nehmen massiv zu und bedürfen dringend weitreichender Entscheidungen, für unser Ziel einer besseren Heilung“, sagt Benno Stinner, der als einer der Pioniere gilt und der gemeinsam mit der Klinik Dr. Hancken das Pankreaskarzinom-Zentrum am Elbe Klinikum gegründet hat und leitet.

Keine Heilung möglich

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den schlimmsten und aggressivsten Krebsarten, für die es bis heute keine Heilung gibt. Im Elbe Klinikum wird mittlerweile fast jede Woche ein Pankreaskrebspatient operiert. „Tendenz zunehmend“, vermeldet Benno Stinner.

Hintergrund: Die Bauchspeicheldrüse ist ein wichtiges Organ und produziert Verdauungsenzyme, die im Darm lebenswichtige Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette spalten. Außerdem werden Hormone wie Insulin und Glukagon produziert, die den Blutzuckerspiegel kontrollieren. Warnsignale einer Bauchspeichelerkrankung können sein: Appetitmangel, Unwohlsein, Schwäche, Depression, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, ungewollter Gewichtsverlust, Druckgefühl im Oberbauch oder gürtelförmige Schmerzen im Rücken und Anzeichen von Gelbsucht.

Rauchen, Übergewicht und Diabetes sind Risikofaktoren

Eine klassische Vorsorge ist schwierig, allerdings werden von der Deutschen Krebsgesellschaft Risikofaktoren genannt: Rauchen ist demnach für ein Drittel aller Pankreaskarzinome verantwortlich. Übergewicht erhöht das Risiko um zwölf Prozent, und Diabetiker haben ein doppelt so hohes Risiko. Das Elbe Klinikum, die Klinik Dr. Hancken und zwei Praxen sind in der Region als eines von 90 Pankreaskarzinom-Zentren in Deutschland anerkannt und zertifiziert. In diesen Zentren darf die komplizierte Operation erfolgen – auch die Nachsorge und psychologische Hilfe muss vorgehalten werden.


Bauchspeicheldrüsenkrebs verläuft oft ohne Symptome

Die Erkrankung verläuft oft lange symptomlos, weshalb sie häufig erst zu spät entdeckt wird. Nach der Diagnose müssen Betroffene im Krankheitsverlauf nicht selten durch die Hölle gehen – so schmerzhaft kann sich die Erkrankung äußern und so belastend sei das Wissen um ihre mögliche tödliche Gefährlichkeit. Aber: Nicht jede Pankreaskrebs-Erkrankung ist tödlich – viele Patienten können nach einer Operation wieder gut leben, sagt der Chirurg. Und: „Pankreaskrebs bedeutet keineswegs das Ende.“ Ein wichtiger Punkt für alle Betroffenen könne zudem das Gespräch mit Schicksalsgenossen sein. Stinner: „Die Selbsthilfegruppe ist ein entscheidender Step.“

Gründung der Pankreaskrebs-Selbsthilfegruppe

Gründung der Pankreaskrebs-Selbsthilfegruppe für den Landkreis Stade am kommenden Sonnabend, 17. November, 10 Uhr, im Ärztehaus der KV, Am Bahnhof 20 in Stade.

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