Wie schütze ich meine Haut wirksam vor Sonnenschäden?

Selbst bei bedecktem Himmel strahlt die Sonne ab März recht intensiv. Man sollte sich also bei jedem Wetter schützen. Am besten tragen Sie gleich morgens einen Lichtschutz mit LSF 50 oder höher auf Gesicht, Ohren, Dekolleté und – wenn vorhanden – Glatze auf. Wiederholen Sie dies zur Mittagszeit oder wenn Sie draußen Sport machen. Bei Sonnenschein und damit höherem UV-Index sind zusätzlich schützende Kleidung wie eine Strickjacke oder ein dünner Schal sowie eine Kopfbedeckung sinnvoll.

Ich bin beruflich oft draußen und in praller Sonne tätig. Worauf muss ich achten?

Hier ist besonders gut auf Lichtschutz zu achten, wobei auch Arbeitgebende in die Pflicht genommen werden: Dazu gehören die Beschattung von Arbeitsplätzen und organisatorische Maßnahmen wie die Vermeidung von Arbeiten im Freien in der Mittagszeit. Auch die Bereitstellung von geeigneter Kleidung wie langärmeligen Hemden und einer Kopfbedeckung mit Nackenschutz ist Sache der Arbeitgebenden. Sie können zudem Sonnenschutzmittel zur Verfügung stellen. Bei Auftreten von Hellem Hautkrebs und seinen Vorstufen sollten Beschäftigte an das Vorliegen einer Berufserkrankung denken.

Was ist besser – Sonnenschutzmittel oder Bekleidung mit Lichtschutzfaktor?

Der UV-Schutz durch Bekleidung ist sicherlich der effektivste Sonnenschutz. Allerdings hängt der Schutzfaktor von der Gewebedichte der Textilien ab. Ein Strohhut mit großen Maschen ist nicht so effektiv wie eine Mütze aus engmaschig gewebtem Stoff. Sonnenschutzmittel sind sehr effektiv, wenn ein der Intensität der UV-Strahlung und der persönlichen Empfindlichkeit angepasster, hoher Lichtschutzfaktor (50+) verwendet wird. Für Kleinkinder wird ein textiler Schutz empfohlen.

Ab welchem Alter ist eine Hautkrebsvorsorge sinnvoll?

In Deutschland wird allen gesetzlich Krankenversicherten ab 35 Jahren eine Untersuchung zur Hautkrebs-Früherkennung angeboten. Sie ist kostenlos. Von einigen gesetzlichen Krankenkassen wird eine Hautkrebs-Früherkennung bereits ab dem 18. Lebensjahr übernommen. Das ist aus medizinischer Sicht sinnvoll, da der schwarze Hautkrebs bereits bei jungen Erwachsenen auftreten kann. Die Früherkennungsuntersuchung kann alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden.

Ist die Entstehung von Hellem Hautkrebs auch erblich bedingt?

Genetisch festgelegt ist nur der Hauttyp: Hellhäutige Menschen sind durch UV-Licht besonders gefährdet. In den letzten Jahren sehen wir aber insgesamt eine deutliche Zunahme von Hellem Hautkrebs, besonders in der älteren Bevölkerung. Hauptverantwortlich ist eine über viele Jahre angesammelte, zu lange Aufenthaltsdauer in der Sonne, oft in Kombination mit einem mangelnden UV-Schutz.

Kann ich aktinische Keratosen selbst erkennen?

Viele Patienten mit aktinischen Keratosen kommen in die Praxis, weil ihnen rote Flecken im Gesicht auffallen, die über Wochen nicht abheilen und sich rau anfühlen. Bei Männern mit Glatze sind auch Krusten oder Juckreiz Anlass für den Arzttermin. Ohne ein Dermatoskop – eine spezielle Hautarztlupe – sind diese Stellen nur schwer von anderen Varianten des Hellen Hautkrebs zu unterscheiden. Deshalb sollten diese Flecken von einem Hautarzt angeschaut werden.

Sind aktinische Keratosen bereits eine Form von Hautkrebs?

Aktinische Keratosen gelten als mögliche Vorstufen von Hellem Hautkrebs und sollten als erstes Warnzeichen ernst genommen werden. Da sie ohne Gegenmaßnahmen in einen echten Hautkrebs übergehen können, sollten sie schnellstmöglich und konsequent behandelt werden.

Wie funktioniert die Tageslicht-PDT?

Im Gesicht oder auf der Glatze wird ein spezielles Gel aufgetragen, dessen Wirkstoff sich stärker in geschädigten Zellen anreichert. Wenn anschließend für zwei Stunden Tageslicht einwirkt, werden diese Hautkrebsvorstufen gezielt zerstört. Die Behandlung kann zu Hause stattfinden, zum Beispiel auf Terrasse oder Balkon.

Können aktinische Keratosen nach erfolgreicher Behandlung erneut auftreten?

Aktinische Keratosen sind eine chronische Erkrankung und können nach einer erfolgreichen Therapie erneut auftreten.

Werden die Kosten für eine solche Behandlung von meiner Krankenkasse übernommen?

Die Präparate für die Tageslicht-PDT sind für die Behandlung bei gesetzlich versicherten Patienten zugelassen, die Kosten werden daher übernommen. Die Verordnung können Dermatologen, aber auch Hausärzte ausstellen. Auch die privaten Kassen erstatten die Kosten der Tageslicht-PDT. (tm)

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