Donnerstag, 26.11.2020, 16:04 Uhr

Internetkriminalität: Warnung vor Betrug im Weihnachtsgeschäft

Symbolbild. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

HANNOVER/LANDKREIS. Weihnachts-Shopping im Internet boomt. Das wissen unseriöse Anbieter zu nutzen: Bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen gehen vermehrt Beschwerden über Fake-Shops und unberechtigte Abbuchungen ein. Darauf sollten Verbraucher beim Online-Kauf achten.

„Kunden informieren uns tagtäglich über unseriöse Online-Anbieter“, erklärt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Dabei ist festzustellen, dass es Verbraucher aller Altersgruppen und aller Bildungsschichten trifft.“ Kein Wunder: Waren Fake-Shops vor ein paar Jahren noch an mangelhaftem Deutsch oder einem unvollständigen Impressum zu erkennen, müssen Kunden heute sehr genau hinschauen, um sie zu enttarnen.

Skepsis sei beispielsweise angebracht, wenn die Internetadresse des Shops mit den angebotenen Produkten nicht zusammenpasst. Betrüger kapern häufig alte Websites. Auf ehemaligen Handwerkerseiten werden dann etwa Spielekonsolen angeboten. Außerdem sollten Verbraucher immer prüfen, wer hinter einem Angebot steckt. „Ist nicht erkennbar, wer der Vertragspartner ist, fehlen Kontaktdaten oder Firmennamen, sollten sie erst gar nicht bestellen.“

Kundenrechte bei Onlineshops aus Fernost nicht durchsetzbar

Ein weiteres Problem: Auf Marktplätzen finden sich immer mehr Anbieter aus Fernost. Europäische Kundenrechte sind hier nicht durchsetzbar. So wird ein Widerruf teils ganz ausgeschlossen oder nur bis zur Übergabe des Produkts in die Versandabteilung gewährt.

Auch hohe Rücksende- oder Zollkosten können auf Verbraucher zukommen. Körber rät Kunden, unbedingt einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen. Die AGB zu lesen, sei zwar unbequem, könne aber böse Überraschungen verhindern.

Schutz vor Identitätsmissbrauch

Umsichtig sollten Verbraucher auch beim Bezahlen und Umgang mit persönlichen Daten sein. „Datenklau findet meist im Internet statt. Kunden sollten sich immer fragen, ob die geforderten Daten wirklich notwendig sind und sie grundsätzlich nur auf verschlüsselten Internetseiten eingeben“, rät Körber. Allerdings sagt das Vorhängeschloss im Browser nichts über die Seriosität der Seite aus. Manche Websites werden nur betrieben, um Kundendaten abzugreifen und damit andere Kaufverträge zu schließen. „Die Betrüger erhalten dann die Ware und der Verbraucher die Rechnung“, erklärt die Rechtsexpertin.

Wichtig sei in diesem Fall, dass Betroffene aktiv werden und auf jede Forderung reagieren. Außerdem sollten sie Strafanzeige stellen und Banken- sowie Kreditinstitute, Händler und auch Auskunfteien über den Identitätsmissbrauch informieren.

Themenwoche Internetkriminalität

Damit das Onlineshopping in der Weihnachtszeit ohne böse Überraschungen gelingt, veranstaltet die Verbraucherzentrale Niedersachsen eine Themenwoche „Internetkriminalität“: Vom 23. bis 27. November sind unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de täglich Tipps und Informationen zu finden, um Fake-Shops und Abzocke zu enttarnen und sich vor Datenklau zu schützen.mBei weiteren Fragen zu Internetbetrug und Identitätsmissbrauch hilft die kostenlose Beratung der Verbraucherzentrale Niedersachsen – vor Ort, telefonisch und per Video.

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