Der Wolf im Landkreis: Die wichtigsten Fragen und Antworten

LANDKREIS. Seit gestern ist es offiziell: Der Wolf ist jetzt auch im Landkreis Stade angekommen: Ein junger Wolf wurde bei Fredenbeck gesichtet. Ist die neuerliche Ausbreitung eine Sensation oder ein ganz normaler Vorgang? Wie gefährlich ist sind die Tiere tatsächlich? Das TAGEBLATT hat nachgefragt.

In diesem Artikel:

Ist die neuerliche Ausbreitung eine Sensation oder normal?

Aufgrund der hohen Reproduktionsfähigkeit und seiner Anpassungsfähigkeit ist die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Wolfsgebiets keine Überraschung. Die Zahl der Wölfe wächst nach jetzigen Erkenntnissen jedes Jahr um 30 Prozent. Das bedeutet, dass sich die Population rund alle drei Jahre verdoppelt. Die eigentliche Überraschung in den vergangenen Jahren war die Anpassungsfähigkeit des Raubtiers an die moderne Kulturlandschaft. So nutzt das Rudel im Raum Lamstedt zum Beispiel den Mais als Deckung und als Jagdrevier. 

Wie gefährlich ist der Wolf?

Der Wolf ist ein Raubtier und deshalb ist im Umgang mit ihm immer Vorsicht geboten. Für die Menschen besagen alle Untersuchungen, dass die tatsächliche Gefahr gering ist. Das Hauptproblem zwischen Menschen und Wolf könnte der Hund sein. Hunde könnten Konkurrent und nahe Verwandte des Wolfs angegriffen werden. In Niedersachsen gab es bisher einen nachgewiesenen Fall. „Täter“ war der Problemwolf „Kurti“, der im vergangenen Jahr erschossen wurde.

Die größte Gefahr bei den Nutztieren gibt es für Schafe. Das zeigen alle Statistiken und nicht zuletzt der gerade aufgeklärte Fall in Oederquart. Es gab in Niedersachsen bestätigte Angriffe auf Kühe und Pferde. Besonders die Wölfe des Lamstedter Rudels treten dabei in Erscheinung. Außerdem gibt es in Niedersachsen einen bestätigten Fall, in dem Wölfe ein Fohlen gerissen haben. Generell gelten Kühe und Rinder aber als so wehrhaft, dass sie selten Ziel der Angriffe von Wölfen werden.

Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Wolf treffe?

Generell gilt: Verhalten Sie sich ruhig und besonnen. Hat der Wolf Sie nicht bemerkt, machen Sie durch Klatschen, Rufen auf sich aufmerksam. Geben Sie dem Wolf die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Besonders junge Wölfe flüchten nicht immer sofort, sie sind zwar scheu, doch zunächst eher neugierig. Füttern Sie Wölfe auf gar keinen Fall, sie könnten ihre Scheu verlieren. Sollte sich der Wolf nähern, machen Sie Lärm oder bewerfen Sie ihn mit Gegenständen. Wenn Wölfe sich unwohl fühlen, ziehen sie sich langsam zurück. Wenn sich Ihnen die Gelegenheit bietet, fotografieren Sie das Tier, prägen Sie sich möglichst viele Details ein wie Färbung, Körperbau und Verhalten. Hunde sollten in Wolfsgebieten an der kurzen Leine geführt werden, damit der Wolf die Zugehörigkeit zum Menschen wahrnehmen kann und den potenziellen Konkurrenten nicht attackiert.

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