Die besten Tipps gegen Hitze

LANDKREIS/HAMBURG. Die Hitzewelle rollt über den Landkreis. Wie man sich vor Hitze schützt und warum hohe Temperaturen gefährlich werden können, erklärt Dr. Ulrich Mayer-Runge, Koordinator der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).


In diesem Artikel:

 

Was macht zu viel Hitze mit unserem Körper?

Dr. Mayer-Runge: Durch die hohen Außentemperaturen verliert der Körper mehr Flüssigkeit und die Blutgefäße erweitern sich. Die Folge sind häufig Herz-Kreislauf-Beschwerden. Intensive Sonneneinstrahlung kann im Extremfall zu einem Hitzschlag oder einem Sonnenstich führen. Ein Sonnenstich macht sich durch Unruhe, Schwindel und Kopfschmerzen bemerkbar. Einige Patienten müssen sich auch übergeben oder werden bewusstlos.

Wie kann ich mich vor Hitze schützen?

Ausreichend Trinken ist das A und O! Für einen gesunden Menschen heißt das, mindestens 2,5 bis drei Liter täglich, bei körperlicher Aktivität noch mehr, da der Körper durch das Schwitzen zusätzlich Flüssigkeit verliert. Locker sitzende, leichte Kleidung lässt die Luft am Körper besser zirkulieren, ein ausreichender Sonnenschutz für die Haut und eine Kopfbedeckung bieten zusätzlichen Schutz. Die Mittagssonne unbedingt meiden und sportliche Aktivitäten auf den frühen Morgen oder den Abend verlegen, wenn es etwas kühler ist.

Ein Sonnenhut ist für Babys Pflicht. Foto: pixabay.de
 

Mit welchen Beschwerden kommen die Leute in diesen Tagen in die Notaufnahme?

Wir sehen häufig Patienten mit Herz-Kreislauf-Beschwerden. Gefährlich wird es bei einem Hitzschlag, bei dem sich die Körpertemperatur bis auf 40 Grad Celsius und mehr erhöht. Auslöser ist körperliche Überanstrengung, zum Beispiel durch Sport. Das kann lebensgefährlich werden, denn körperliche Anstrengung in Kombination mit Hitze bringt die Temperatur-Regulation unseres Körpers durcheinander: Wir schwitzen nicht mehr und die Wärme staut sich. Ein hoher Puls, Müdigkeit, tiefer Blutdruck, aber auch Krämpfe und Halluzinationen können Anzeichen für einen Hitzschlag sein. Betroffene müssen dann sofort aus der Sonne und einem Notarzt vorgestellt werden.

Welche Gruppen leiden besonders unter den hohen Temperaturen?

Vor allem ältere Menschen trinken zu wenig und zu unregelmäßig. Senioren über 75 gehören daher zur Risikogruppe hitzegedingter Erkrankungsfälle, aber auch chronisch kranke, pflegebedürftige oder stark übergewichtige Menschen sowie Kleinkinder und Säuglinge.

Kommt es während einer Hitzewelle vermehrt zu Todesfällen?

Todesfälle sind letztendlich nicht auszuschließen, halten sich jedoch bei kurz andauernden Hitzeperioden in der Regel in Grenzen. Hinzu kommt: Dank der guten medizinischen Versorgung kann den meisten Menschen mit hitzebedingten Erkrankungen in unseren Breitengraden rasch und effektiv geholfen werden.

Die Dos und Don'ts bei Hitze

  • Viel trinken. Mindestens 2,5 bis drei Liter täglich, bei körperlicher Anstrengung noch mehr, am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Cola, Limonade und andere süße Softdrinks sind keine geeigneten Durstlöscher.
  • Die Mittagssonne meiden. Zwischen elf und 15 Uhr ist die Sonneneinstrahlung am stärksten, deshalb: Raus aus der prallen Sonne!
  • Auf Sonnenschutz achten. Regelmäßig mit einem Sonnenschutzmittel eincremen (Lichtschutzfaktor mindestens 15), vor allem nach dem Schwimmen. Ein Sonnenhut schützt vor einem Sonnenstich. Außerdem wichtig: eine Sonnenbrille.
  • Leichte Kleidung tragen. Textilien aus Naturfasern wie Baumwolle oder Seide lassen die Haut atmen.
  • Körperliche Anstrengung vermeiden. Sport auf die Morgen- oder Abendstunden verlegen, um den Kreislauf nicht zu belasten.
  • Lauwarm duschen. Kalte Duschen erfrischen zwar kurzfristig, regen jedoch den Kreislauf an. Die Folge: Der Körper heizt sich wieder auf, man schwitzt. Tipp: Die Haut nicht abtrocknen, sondern an der Luft trocknen lassen.
  • Leichte Kost essen. Bei heißen Temperaturen ist der Appetit in der Regel nicht stark ausgeprägt. Empfehlenswert sind leichte Gerichte mit Obst oder Gemüse, zum Beispiel Wassermelone oder Gurke. Auf Fettreiches besser verzichten. 
  • Richtig lüften. Schlafzimmer, Wohnzimmer & Co. morgens und abends lüften, tagsüber die Fenster geschlossen halten und gegebenenfalls Rollläden oder Jalousien schließen.
  • Für Frischekicks sorgen. Kaltes Wasser über Arme und Gesicht laufen lassen oder Eiswürfel in ein Tuch wickeln und über den Körper streichen. Alternativ Thermalwasserspray (erhältlich in Apotheken) im Kühlschrank deponieren und bei Bedarf anwenden.

 

Unser Experte

Ulrich Mayer-Runge, Koordinator der Zentralen Notaufnahme, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), www.uke.de

 

 

 

 

 

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(mit vdb)

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