Zwei Grippetote im Landkreis: Gesundheitsamt rät zu Impfungen

LANDKREIS. Nach zwei Todesfällen im Landkreis rät Amtsarzt Gerhard Pallasch zur Vorsorgeimpfung. Besonders Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen sind gefährdet. Die Grippevarianten, die zu Todesfällen geführt haben, sind im Impfstoff vorhanden.


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Die Grippewelle hat Niedersachsen und dort auch den Landkreis Stade erreicht. „In dieser Grippesaison sind im Landkreis Stade bereits 39 Influenzafälle gemeldet worden, von denen leider zwei tödlich verlaufen sind“, so der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Dr. Gerhard Pallasch am Montag. Der Amtsarzt hält Impfungen gerade von schwer chronisch Kranken auch zum jetzigen Zeitpunkt noch für sinnvoll.

Da nicht jeder Patient mit Husten, Kopf- und Gliederschmerzen den Arzt aufsuche, sei davon auszugehen, dass die wirkliche Zahl der Grippeerkrankungen deutlich höher liegt, erklärt der Amtsarzt. Und weiter: „Wie sich diese Zahl weiterentwickeln wird, ist schwer zu sagen, da erfahrungsgemäß die Zahl der Grippekranken von Saison zu Saison stark schwankt.“ Da im übrigen Land Niedersachsen bisher zehn Menschen an den Folgen einer Grippeerkrankung gestorben sind, davon zwei aus dem Landkreis Stade, ist bisher noch nicht absehbar, ob die Grippeerkrankungen in diesem Jahr schwerer verlaufen werden als in den vorherigen Jahren.

Ist ein Versorgungsengpass bei Grippeimpfstoffen zu befürchten?

Amtsarzt Pallasch: „Auch, wenn Verlauf und Dauer der Grippewelle nicht vorhersehbar sind, ist es im jetzigen Stadium der Influenzawelle noch sinnvoll, sich impfen zu lassen. Das gilt besonders für Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen.“

Die Grippevarianten, die in Niedersachsen zu Todesfällen geführt haben, sind sowohl im Dreifach- wie im Vierfach-Impfstoff vorhanden. Aktuell gibt es nach Auskunft des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes keinen Versorgungsengpass für Impfstoffe. Aufgrund der Ende des Jahres 2018 sich abzeichnenden Lieferengpässe, waren Impfstoffdosen importiert worden.

Wie schütze ich mich vor einer Ansteckung?

Außer durch eine Impfung kann man sich auch dadurch vor Ansteckung mit der Grippe schützen, dass man Menschenmengen, zum Beispiel beim Einkaufen, in Verkehrsmitteln möglichst vermeidet und Abstand vor Menschen hält, die Erkältungssymptome aufweisen. Da sich Grippeviren durch Seife abtöten lassen, ist eine sorgfältige Händehygiene ebenso wichtig. Also doch öfter und gründlicher als sonst die Hände waschen, um das Risiko einer Infektion zu vermindern, denn Grippeviren werden nicht nur über Tröpfchen eingeatmet, sondern auch über den Kontakt zwischen Hand und Nase aufgenommen, nachdem mit Grippeviren kontaminierte Handgriffe angefasst wurden.

Hände waschen: die richtige Technik

  1. Hände unter fließendes warmes Wasser halten.
  2. Handrücken, Handinnenflächen, Fingerspitzen, Daumen und Fingernägel gründlich einseifen.
  3. Unter fließendem Wasser abspülen.
  4. Die Hände sorgfältig mit einem Handtuch - oder besser noch: Einmaltüchern - abtrocknen. Fingerzwischenräume nicht vergessen!

Häufiges Händewaschen verringert das Infektionsrisiko. Foto: Felix Hörhager/dpa

Nach Auskunft des Robert Koch-Institutes entwickelt sich die Influenza - im Gegensatz zum grippalen Infekt - schlagartig mit Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen und einem schweren Krankheitsgefühl bei etwa einem Drittel der Menschen. Ein weiteres Drittel zeige Symptome einer milden Symptomatik und ein weiteres Drittel der Infizierten entwickelt keine Symptome, kann das Virus aber weitergeben.

Was hilft gegen Grippesymptome?

Für Menschen mit Symptomen gilt Bettruhe, Erholung und viel Flüssigkeit. Wer aufgrund chronischer Erkrankungen zu einer Risikogruppe gehört, bei denen die Grippe schwer verläuft, wie z.B. chronische Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, schwere Herz-/Kreislauferkrankungen sollte unbedingt den Arzt kontaktieren - und dabei seinen Besuch in der Arztpraxis ankündigen und auf die Symptome hinweisen, um nicht in der Arztpraxis weitere Personen unnötig anzustecken.

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