Tierschutzverein: Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum

HAMBURG. Für viele ist es eine verlockende Idee: Wie wäre es mit einem tierischen Begleiter als Geschenk zu Weihnachten? Doch der Hamburger Tierschutzverein mahnt, kein Tier zum Weihnachtsfest zu verschenken.


"Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum, sondern sind Familienmitglieder, deren Einzug gemeinsam und gut überlegt sein muss", sagte Sven Fraaß vom Hamburger Tierschutzverein. Als Weihnachtsgeschenk, das ja eine Überraschung sein soll, eigneten sich Tiere nicht. "Bevor man sich für ein Haustier als Familienzuwachs entscheidet, sollte man sich mit allen Familienmitgliedern beraten."

Alle Familienmitglieder müssten bereit sein, Verantwortung und Aufgaben zu übernehmen. "Auch wenn die lieben Kleinen noch so sehr betteln: Verschenken Sie kein Tier! Kinder verlieren schnell das Interesse – und die Abmachung, mit dem Hund Gassi zu gehen oder täglich das Katzenklo zu leeren, wird dann schnell zum Streitpunkt", sagte Fraaß. Tiere machten Arbeit und verursachten Kosten. Zu den Futterkosten kommen die Kosten für Behandlungen und Impfungen beim Tierarzt dazu. Das alles müsse gut überlegt sein.

Tiere besser nicht in der Zoohandlung kaufen

Auch von Käufen in einer Zoohandlung oder beim Züchter rät der Tierschutzexperte ab: "Die Haltungs- und Zuchtbedingungen sind oft schlimm und tierschutzwidrig", warnte Fraaß. Außerdem kurble der Kauf die weitere Produktion von Tieren an. Besser sei es daher, den Tieren in Tierheimen eine Chance zu geben. Als Alternative bietet der Tierschutzverein an, zu Weihnachten einen Gutschein für ein Tier zu verschenken. Gemeinsam könne die Familie sich dann ein Tier, das zur jeweiligen Familie passt, im Tierheim auszusuchen.

Wer nicht die Möglichkeit hat, einem vierbeinigen oder gefiederten Schützling aus dem Tierheim ein geeignetes Zuhause zu geben, könne Pate für ein Tierheimtier werden. Man könne zum Beispiel einen Hund finanziell unterstützen und ihn auch ausführen. Zurzeit befinden sich im Tierheim an der Süderstraße rund 1400 Tiere, darunter 163 Hunde, 319 Katzen, und 900 Kleintiere wie Vögel oder Kaninchen.

(dpa/lno)

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