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TBürgermeister Buchholz: „Wir brauchen jemanden, der Apensen voranbringt“

Apensens Bürgermeister Frank Buchholz: „Es waren teilweise fünf katastrophale Jahre bei der Zusammenarbeit im Rathaus."

Apensens Bürgermeister Frank Buchholz: „Es waren teilweise fünf katastrophale Jahre bei der Zusammenarbeit im Rathaus." Foto: Laudien

2026 soll in Apensen ein Jahr des Aufbruchs werden. Die Verwaltungsspitze wird neu besetzt, der Ganztag muss baulich vorangetrieben werden. Aktuell geht es aber wieder um Edgar Rot.

Von Susanne Laudien Dienstag, 06.01.2026, 11:50 Uhr

Apensen. Bürger sind genervt, Politiker gefrustet: Schon lange läuft es in der Samtgemeinde Apensen bei der Verwaltung nicht rund. Insbesondere zum Jahresende überschlugen sich die Ereignisse. Wie berichtet, hatte Samtgemeindebürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock zum Ende der letzten Ratssitzung des Jahres mitgeteilt, dass sie bei der anstehenden Wahl im September dieses Jahres nicht kandidieren wird.

„Ich möchte nicht nachtreten. Aber es ist kein Geheimnis, dass die Politik mit der Arbeit der Verwaltung nicht zufrieden ist. In der Vergangenheit hat sich deutlich gezeigt, dass wir in der Amtszeit von Frau Beckmann-Frelock nicht vorwärtsgekommen sind“, sagt Rolf Suhr, CDU-Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat.

Auch Dirk Brumme, stellvertretender Vorsitzender der SPD Apensen, äußert sich kritisch: Er habe die Samtgemeindebürgermeisterin während ihrer gesamten Amtszeit als beratungsresistent erlebt. Grünen-Politiker Peter Löwel spricht von einer „absoluten Katastrophe“.

Scharfe Kritik übt auch Apensens Bürgermeister Frank Buchholz (FWG): „Es waren teilweise fünf katastrophale Jahre bei der Zusammenarbeit im Rathaus. Apensen hat großes Potenzial, aber wir brauchen unbedingt jemanden, der den Ort künftig voranbringt.“

Die CDU und die SPD haben mit Tanja von der Bey bereits ihre Wunschkandidatin für die Wahl im Herbst bekanntgegeben. Derzeit ist sie die einzige Bewerberin auf den Posten der Verwaltungs-Chefin oder des -Chefs.

Vier Feuerwehrhäuser müssen modernisiert werden

Doch bevor es zum Wechsel auf dem Rathaussessel kommt, stehen noch große Herausforderungen an. Dazu zählt etwa der Umbau der Grundschule Wiegersen mit neuer Mensa und Erweiterung der Klassenräume zur Ganztagsschule. Auch der Bau einer neuen Sporthalle an der Grundschule in Apensen ist geplant. Zudem müssen Feuerwehrhäuser in Wiegersen und nach und nach in Revenahe, Goldbeck und Nindorf dringend erneuert werden.

Mehrere Haushalte sind seit 2019 nicht abgeschlossen

Hinsichtlich der Finanzierung dieser Projekte und weiterer Planung bezeichnet Suhr die bislang nicht abgeschlossenen Haushalte als großes Dilemma. „Die Abschlüsse von 2019 bis 2021 wurden fremdvergeben und sind trotzdem nicht fertig. Den Haushalt für 2022 wollte Kämmerer Kai Pauls selber übernehmen - doch auch der steht noch aus. Alles ist in der Schwebe und wir warten auf die Kassenprüfung und haben keine verlässlichen Haushalte für die Samtgemeinde Apensen und Sauensiek.“

Äußerst bedauerlich findet Suhr auch, dass im Dezember mehrere Sitzungen durch Erkrankung des Kämmerers ausfallen mussten. Dadurch konnte der Haushalt 2026 nicht beschlossen werden. „Ich rechne jetzt nicht vor März damit.“

Legalisierung des Baugebiets Am kleinen Moor

Ein weiteres Bauprojekt beschäftigt insbesondere Apensens Bürgermeister Frank Buchholz: die Aufstellung des Bebauungsplans Stader Straße/Ruschwedeler Straße unter Einbeziehung der Straße Am kleinen Moor sowie der Grundstücke der Freien Waldorfschule Apensen. Kurzfristig wurde dieses Thema von der Tagesordnung der jüngsten Samtgemeinderatssitzung genommen.

„Wir brauchen dieses Mal absolute Rechtssicherheit und wollen nicht wieder einen Fehler machen“, begründet Buchholz die Absetzung und gründliche Überprüfung. Hintergrund: 1999 hatte die Gemeinde Apensen den Bebauungsplan Auf dem Brink / K49 aufgestellt, der aufgrund von Lärmschutzbedenken durch das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht gekippt wurde.

Seitdem erhalten die Wohnbauten an der Straße Am kleinen Moor lediglich eine zeitlich befristete Duldung durch die Untere Bauaufsichtsbehörde. Ein großes Problem für die Eigentümer, deren Häuser in dem illegalen Baugebiet dadurch praktisch keinen Wert haben. Doch jetzt können sie Hoffnung schöpfen, dass nach rund 25 Jahren das Baugebiet endlich legalisiert wird.

Disziplinarverfahren für Edgar Rot

Ein Thema aus 2025, das Verwaltung und Politik auch nach dem Jahreswechsel beschäftigen wird, ist die Causa Edgar Rot. Für die Absicht des Rathausvizes, Verwaltungschef in der Samtgemeinde Lühe werden zu wollen, zeigten Apensens Politiker Verständnis - aber nicht für dessen in diesem Zusammenhang zutage gekommene Trunkenheitsfahrt. Wie berichtet wurde der 31-Jährige laut Staatsanwaltschaft im Februar mit 2,14 Promille am Steuer aus dem Verkehr gezogen, habe 50 Tagessätze (1000 Euro) gezahlt.

Als Hauptbeamter hat er außerdem mit dienstrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. In einer nicht öffentlichen Sitzung sprachen sich die Politiker jetzt einstimmig für ein Disziplinarverfahren aus, das Samtgemeindebürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock als dessen Dienstchefin veranlassen wolle. Welche Folgen das haben wird, ist noch unklar. Rot soll aber dem Vernehmen nach bereits um Versetzung gebeten haben, berichteten mehrere Politiker.

Wie geht es in Apensen künftig weiter?

Wie geht es in Apensen künftig weiter? Foto: Laudien

Wer wird in Apensens Rathaus die Spitze der Verwaltung übernehmen?

Wer wird in Apensens Rathaus die Spitze der Verwaltung übernehmen? Foto: Laudien

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