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TFiat-Fans: Diese Altländer lieben ihre drei kleinen Italiener

Petra und Paul Cordes aus Jork-Königreich lieben ihre kleinen Italiener: Die Altländer sind leidenschaftliche Fiat-Fahrer und Oldtimer-Fans.

Petra und Paul Cordes aus Jork-Königreich lieben ihre kleinen Italiener: Die Altländer sind leidenschaftliche Fiat-Fahrer und Oldtimer-Fans. Foto: Vasel

Fiat, dieser Name steht für Petra und Paul Cordes aus Königreich für Liebe und Leidenschaft. An diesem Wochenende teilen sie diese - nicht nur mit Freunden aus ihrem Club.

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Von Björn Vasel
31.05.2026, 00:01 Uhr

Königreich. Lack und Chromleisten glänzen. Ihre drei Oldtimer stehen aufgereiht vor der Garage. Kein Zweifel: Petra und Paul Cordes aus Königreich lieben ihre kleinen Italiener. Fiat 600, Fiat 126 und Fiat 850T (Familiare) heißen ihre Schätzchen. „Wenn wir mit unseren Fiats unterwegs sind, fliegen uns die Herzen zu“, sagt Petra Cordes.

Petra Cordes am Steuer ihres Fiat 126.

Petra Cordes am Steuer ihres Fiat 126. Foto: Vasel

Oldtimer-Begeisterte lassen für ihre Kleinen den Porsche oder Mercedes „eigentlich immer“ links liegen, bei den Rallyes oder den Treffen wie den Niederelbe Classics bilden sich Trauben von Menschen um ihre Autos.

Fiat-Liebe begann als Rebellion gegen die VW-Eltern

Für die 61-Jährige ist das alles „natürlich keine Überraschung“. Ihre Leidenschaft für die 1899 in Turin gegründete italienische Automobilmarke habe ihre Wurzeln auch in einer jugendlichen „Trotzreaktion“. Ihre Eltern waren überzeugte Volkswagen-Fahrer, sie fuhren Käfer. Doch das kam für die damals 19-Jährige nicht infrage. „Nie im Leben“, sagt sie bis heute.

Technik pur statt Touchscreen: Blick auf das Armaturenbrett im Fiat 126.

Technik pur statt Touchscreen: Blick auf das Armaturenbrett im Fiat 126. Foto: Vasel

Kurzum: Ihr erstes Auto wurde „selbstverständlich“ ein Fiat 126. Dieser war in den 1980er Jahren eines der preiswertesten Automobile auf dem Markt - auch bei den Unterhaltungskosten. Kleine Besonderheit: Ihr rot lackierter Bambino „wird mit einem Zughebel statt mit einem Zündschlüssel gestartet“.

Wir haben eine ganz klare Aufgabenteilung: Ich nutze, er putzt und schraubt

Petra Cordes

Das Knattern der Motoren ist für die beiden wie Musik, sie schwören auf den unverwechselbaren Sound eines Verbrennungsmotors. Gemeinsam pflegen sie ihr Hobby. „Dabei haben wir eine ganz klare Aufgabenteilung: Ich nutze, er putzt und schraubt“, sagt Petra Cordes.

Motorenlärm ist für sie pure Musik

Währenddessen öffnet ihr Ehemann den Motorraum des Fiat 600 - im Volksmund nur „Seicento“ genannt. Dieser rollte im Jahr 1966 vom Band: 25 PS, 770 Kubikzentimeter Hubraum und bis zu 110 km/h schnell. Der Motor knattert. Paul Cordes schweigt. Er blickt auf den kleinen 4-Zylinder-Reihenmotor. Alles läuft wie geschmiert.

Paul Cordes schaut auf den Motor des Fiat 600.

Paul Cordes schaut auf den Motor des Fiat 600. Foto: Vasel

Kein Wunder. Als der Fiat 600, ein Geschenk des ebenfalls autobegeisterten Schwagers, 2010 in die Familie kam, litt der Kleine unter der „braunen Pest“. Rost nagte kräftig an der Karosserie. Und beim Öldruck schwächelte der Kleinwagen. Also machte sich Paul Cordes ans Werk. Tagsüber reparierte der Königreicher die Schlepper und die Spritzen der Obstbauern, nach Feierabend hauchte er dem Fiat 600 neues Leben ein.

Ersatzteile aus dem Internet

In mehr als 300 Arbeitsstunden machte Paul Cordes ihn innerhalb eines Jahres wieder fahrtüchtig, inklusive TÜV-Abnahme und Lackierung. Sogar den Motor zerlegte der Oldtimer-Restaurator in seine Einzelteile.

Petra und Paul Cordes lieben ihren Fiat 126

Die Ersatzteile findet er im Internet, vor allem in Italien. Außerdem nutzen er und seine Frau als Mitglieder des Fiat-Raritäten-Clubs ein Netzwerk von 250 Freunden der Marke aus Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz.

Über dem Garagentor hängt die alte Front eines 600er, dank Bewegungsmelder leuchten die Scheinwerfer im Dunkeln.

Über dem Garagentor hängt die alte Front eines 600er, dank Bewegungsmelder leuchten die Scheinwerfer im Dunkeln. Foto: Vasel

„Bella macchina“ soll auch Italienern beim Anblick der Altländer Fiats andächtig über die Lippen gehen, heißt es. Ihr erster Fiat war noch ockerfarben. Heute leuchten ihre drei Oldtimer in einem kräftigen Ferrari-Rot. Einen Sportwagen von Enzo Ferrari würde sie sich auch in die Garage stellen, sagt Petra Cordes, „allerdings nicht mit E-Motor“.

Paul Cordes designt einzigartige Fiat-Handtasche

Fiat, das ist für die beiden mehr als Leidenschaft, es ist Liebe. So hat Petra Cordes in ihren Fiats immer ein ganz besonderes Geschenk ihres Mannes dabei: eine Handtasche, zusammengesetzt aus zwei verchromten Radkappen eines Fiat 600.

Unikat: Petra Cordes besitzt eine Handtasche aus Fiat-Radkappen.

Unikat: Petra Cordes besitzt eine Handtasche aus Fiat-Radkappen. Foto: Vasel

„Mein Mann hat sie selbst angefertigt“, sagt die Königreicherin. Doch nicht nur der 126er und der 600er hat es den beiden angetan, zu ihrer Flotte zählt auch ein Fiat 850 T Familiare von 1974, Nachfolger des 600 Multipla.

Den bis 1964 produzierten Fiat 600 Multipla wollte sie eigentlich auch kaufen, „obwohl er eigentlich total hässlich ist“. Auch die Leidenschaft für Fiat hat offenbar ihre Grenzen. Paul Cordes weigerte sich kategorisch. So fiel die Wahl auf den Kleintransporter Fiat 850 T Familiare.

Den hätten sie einem Belgier abgekauft. „Seine Frau war schwanger, sie hatte ihm die Pistole auf die Brust gesetzt“, erzählt Cordes.

Auch ein Transporter gehört zum Fuhrpark

Einziger Kompromiss des Paares: Verkauft werde nur an echte Oldtimer-Fans. Das war das Glück der Altländer. „Wir waren mit unserem 126er auf ihren Hof gefahren“, so Paul Cordes. Seitdem gehört der von 1965 bis 1976 produzierte Kleinbus - mehr als ein Jahrzehnt das Arbeitstier italienischer Familien und Betriebe - mit seinem unglaublichen Raumangebot (Platz für sieben Personen in drei Sitzreihen) zu ihrer Sammlung.

Fiat-Treffen im Alten Land und Buxtehude

Die Fiats werden regelmäßig genutzt, nicht nur sonntags. In diesem Jahr bekommen Petra und Paul Cordes Besuch. Sie richten das Frühjahrstreffen des Fiat-Raritäten-Clubs aus. Der Club startet am Sonnabend, 30. Mai, 8.45 Uhr, ab Schützenplatz Estebrügge (Buxtehuder Straße) zu einer Ausfahrt.

Am Sonntag, 31. Mai, geht es hier um 9.15 Uhr los. Ab 9.45 Uhr geht es zum Lühe-Anleger in Grünendeich, anschließend sind Stopps am Museum Altes Land (12 Uhr) und auf dem Herzapfelhof (14 Uhr) in Jork geplant. Am Montag, 1. Juni, können die Fiat-Schätze ab 11 Uhr auf dem Petri-Platz in Buxtehude bewundert werden.

Unverwechselbarer Sound: Blick in Motorraum ihres Fiat 126 von 1980.

Unverwechselbarer Sound: Blick in Motorraum ihres Fiat 126 von 1980. Foto: Vasel

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