TFörderchance: So will Lühe seine Sportstätten modernisieren
So sieht einer der vor den Sommerferien vorgelegten Entwürfe für die Grundschule Hollern des Architektencontors Agather Bielenberg Oschkinat aus Hamburg aus, links ist die Turnhalle zu sehen. Foto: Architektencontor
Der Bund verteilt Geld für die Sanierung kommunaler Sportstätten. Die Altländer hoffen, dass etwas für ihre Turnhallen abfällt. Über der Samtgemeinde kreist der Pleitegeier.
Steinkirchen. Die 1982 errichtete Sporthalle Striep in Steinkirchen ist 2019/2020 bereits für knapp drei Millionen Euro saniert worden. Bei den übrigen Sportanlagen beklagen die Politiker und Sportler seit Jahren einen Sanierungsstau. Das will der Samtgemeinderat Lühe ändern. Doch bislang fehlen die Mittel.
Blick auf die Turnhalle der Grundschule in Hollern. Die Altländer hoffen auf Bundesmittel für die Sanierung. Foto: Vasel
Deshalb ist der Rat dem Vorschlag von Bürgermeister Timo Gerke (parteilos) gefolgt. Die Altländer wollen einen neu aufgelegten Fördertopf des Bundes anzapfen.
Die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Verena Hubertz (SPD), will über das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität rund 333 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Sportstätten verteilen.
Die Sozialdemokratin hat Städte und Kommunen aufgefordert, ihre Projektskizzen bis zum 31. Januar 2026 einzureichen.
Bis zu eine Million
„Damit der Ball wieder rollt, die Dusche wieder funktioniert und der Sportkurs weiter stattfinden kann, ist es uns als Bund wichtig, Städte und Gemeinden bei der Sanierung und Modernisierung von Sportstätten zu unterstützen“, sagt Hubertz.
In dieser Legislaturperiode will die schwarz-rote Bundesregierung bis zu eine Milliarde Euro bereitstellen. Eine Weiterleitung von Fördermitteln an Vereine sei möglich.

Die 1967 erbaute Sporthalle der Grundschule Guderhandviertel ist sanierungsbedürftig. Foto: Vasel
Die Politik will nun Projektskizzen für die Sanierung der Turnhallen in Hollern und in Guderhandviertel sowie des Freibads in Twielenfleth einreichen.
Auch die Sanierung des Sportplatzes Steinkirchen, unter anderem der Leichtathletikanlagen, kommt hinzu. Ohne den Ratsbeschluss gäbe es keinen Cent.
Ob und wie viel Geld es für die Samtgemeinde Lühe gibt, ist offen. In der Vergangenheit waren die Programme vollkommen überzeichnet. Laut Angaben des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) seien 30 Milliarden Euro notwendig, um den Sanierungsstau bei der Sportinfrastruktur abzubauen.
Samtgemeinderat Lühe verabschiedet Haushalt 2026
Im Mittelpunkt der Ratssitzung stand die Verabschiedung des Haushalts 2026. Der Fokus liegt auf Bildung und Feuerwehr.
Damit kein Sand in das Getriebe gerät, sind Verpflichtungsermächtigungen von 34,3 Millionen Euro vorgesehen. So können - unabhängig von der Haushaltsgenehmigung - Aufträge durch Rat und Verwaltung erteilt werden.
Die Summen sind astronomisch: 17,1 Millionen Euro soll der Bau der Appelsnut Grundschool in Hollern-Twielenfleth kosten - inklusive der Turnhallensanierung. Die Übergangsschule Hörne blieb mit 11:9 Stimmen umstritten.
Kommunalpolitik
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Die Umsetzung des gesetzlichen Anspruchs auf Ganztagsbetreuung geht ins Geld. In Steinkirchen sollen 2027 bis 2029 voraussichtlich drei Millionen Euro investiert werden - unter anderem in die Mensa.
So lange soll die bestehende Mensa an der Oberschule bestehen bleiben. Weil hier frisch gekocht wird, gibt es ein hohes Defizit. Das Personal bleibt. Ein Schüler hatte eine Petition zum Erhalt der Mensa auf dem Portal change.org ins Netz gestellt - mit 350 Unterstützern.
Schulumbau, Turnhalle und Feuerwehr kosten Millionen
In Guderhandviertel sind bis 2029 zehn Millionen Euro für den Umbau der Grundschule eingeplant - plus 1,2 Millionen Euro für den neuen Sportplatz. Vorsorglich sind für einen Turnhallenneubau 2027 bis 2029 drei Millionen Euro eingeplant.
Die Investitionen sind zum Teil über die Vorjahre gedeckt. Vier Millionen Euro wollen die Altländer neu investieren - in Feuerschutz, Bildung und Sport. 550.000 Euro fließen in den Umbau des Feuerwehrgerätehauses Neuenkirchen, 90.000 ins Freibad. Um sich das leisten zu können, sind 3,97 Millionen Euro für Investitionskredite erforderlich.
4,5 Millionen Euro Liquiditätskredite notwendig
Die roten Zahlen bleiben. Es droht ein Fehlbetrag von 370.000 Euro. Der Rat hofft auf mehr Geld von Bund und Land. Beispiel: 4,2 Millionen Euro müssen die Altländer bei den Kitas zuschießen, weil Bund und Land die kostenfreie Kita nicht mit Geld für die Kommunen unterfüttert haben.
680.000 Euro gehen für Zinsen drauf. Der Schuldenberg wird sich bis 2029 auf 55 Millionen Euro verdoppeln. Der Haushalt hat ein Volumen von 16,4 Millionen Euro. Um den laufenden Betrieb zu sichern, müssen Liquiditätskredite von bis zu 4,5 Millionen Euro aufgenommen werden.
Im nichtöffentlichen Teil war eine Obdachlosenunterkunft in Guderhandviertel ein Thema: Die Pläne, mehrere alleinstehende Obdachlose unterzubringen, sind vom Tisch.
Zum einen, weil baurechtliche Fragen geklärt hätten werden müssen, zum anderen, weil es Proteste in der Nachbarschaft gab. Die Politik wollte die Obdachlosen vor Anfeindungen schützen, hieß es.
Planungsstand bei Einzelhandel und Windkraft
Die Bemühungen, die Einzelhandelssituation an der Oberen Lühe zu verbessern, sind ins Stocken geraten. Samtgemeindebürgermeister Gerke teilte bei der Ratssitzung mit, dass die Eigentümerin eines Grundstücks in Mittelnkirchen ihr Angebot zurückgezogen habe.
„Wir suchen ein Grundstück mit einer Mindestgröße von 5000 Quadratmetern“, sagt Gerke. Wie berichtet, hatte unter anderem Netto das Interesse an einer Ansiedlung bekundet.
Gerke begrüßte, dass Politik und Verwaltung die Weichen für Windenergie über die Änderung des Flächennutzungsplans an der Autobahn A26 gestellt hätten.
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