TGrüne Woche: Messeauftritt in Berlin stärkt Obstbau und Tourismus
Drei Tonnen Äpfel verkosteten die Besucher auf der Grüne Woche in Berlin. Foto: Ehlers
Der Auftritt bei der Grünen Woche in Berlin wird sich auszahlen. Das unterstrichen Wirtschaftsförderer Matthias Reichert und Hilke Ehlers vom Fruchthandelsverband.
Altes Land/Berlin. Bis zu 325.000 Besucher erwarten die Veranstalter noch bis Sonntag, 26. Januar, auf der Grünen Woche in Berlin. Auch der Landkreis Stade gehört zu den 1600 Ausstellern auf der weltgrößten Agrar- und Ernährungsmesse. 42.000 Euro hat sich die Wirtschaftsförderung den Auftritt kosten lassen, finanziert über Beiträge der Kommunen sowie der Kreissparkasse Stade, Sparkasse Stade-Altes Land und Volksbank Stade-Cuxhaven.
Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim gemeinsamen Foto mit dem Standteam der Grünen Woche 2026 in Berlin. Foto: Beneke
Die Präsenz auf der Grünen Woche in Berlin habe sich gelohnt. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte die Geschäftsführerin des Fördervereins Integriertes Obst, Hilke Ehlers, am Freitag. So hätten sie die Werbetrommel für Obst aus dem Alten Land, Kehdingen und von der Stader Geest rühren können. „Wir erreichen viele Verbraucher und Medien“, sagt Ehlers. Bei den Verkostungen kamen Sorten wie Wellant und Bloss gut an.
Neue Apfelsorte in Berlin präsentiert
Letztere ist ein Neuling. Knapp 130.000 Bäume sind bis Anfang 2025 an der Niederelbe gepflanzt worden, so das Obstbauzentrum Esteburg. Das entspricht einer Anbaufläche von etwa 50 Hektar. Die neue Sorte Bloss ist aus einer Kreuzung aus Natyra/Magic Star und Honeycrisp entstanden. Sie ist robust gegen Schorf, auch mit Krankheiten wie Mehltau und Obstbaumkrebs soll es laut Aussage des Markeninhabers Fresh Forward weniger Probleme geben.
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Der saftig-süße Bloss sei ein aromatischer, süß duftender Apfel mit einer „leicht säuerlichen und prickelnden Knackigkeit“. Auffallend sind die sommersprossenartigen Pünktchen (Lentizellen) auf dem rosaroten Bloss. Die Knackigkeit, häufig mit englischen Begriffen wie „crisp“ und „crunchy“ beschrieben, ist auf das Fruchtfleisch mit sehr großen Zellen zurückzuführen. Der Name steht für die Blüte/das Blühen von Obstbäumen - angelehnt an das englische Wort Blossom.

Azubis der Sparkassen und der Volksbank packten mit an. Foto: Gerke
Bloss selbst hat es noch nicht in die Anbauempfehlung der Esteburg geschafft, die Prüfung der Sorte läuft noch. Die Muttersorte Magic Star wird dieses Jahr auch für den Integrierten Anbau aufgenommen. Der Obstbau ist auf der Suche nach robusten Sorten, um Pflanzenschutzmittel reduzieren zu können. Laut Ehlers suchten Verbraucher auf der Messe gezielt das Gespräch über Äpfel aus dem Alten Land. Die Marktgemeinschaft Altes Land (M.A.L.) hatte drei Tonnen Äpfel für die Messe geliefert.

Dichtes Gedränge auf der Grünen Woche in Berlin, beim Niedersachsenabend umringten 4000 Besucher den Stand des Landkreises Stade. Foto: Beneke
Seit 20 Jahren ist Ehlers in Berlin dabei. Früher war es „eine Omi-Messe, heute sind es sehr viele jüngere Besucher“, sagt Ehlers. Davon profitieren Obstbau und -handel, aber auch der Tourismus. Die Äpfel sind ein Türöffner - auch für Urlaub. „Es gab viele Anfragen zum touristischen Angebot“, sagt Nicole Hemmler von der Tourist-Info. Die extra produzierte Broschüre zu den touristischen Highlights des Landkreises Stade ging weg wie warme Semmeln.
Obstbau und Tourismus profitieren
Der Geschäftsführer der Landkreis-Wirtschaftsförderung, Matthias Reichert, ist überzeugt: „Wir werden alle gemeinsam von diesem Messestand profitieren.“ Tourismus, Landwirtschaft, Obstbau, Gastronomie und Ernährung seien schließlich bedeutende Branchen an der Niederelbe.
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Die Obstbauregion habe durch die Größe des Standes ein Alleinstellungsmerkmal auf der Grünen Woche, Werder (Havel) und der Bodensee seien Besuchern kaum ins Auge gefallen.
„Es war eine gute Entscheidung, diesen Auftrag in die Wirtschaftsförderung Landkreis Stade GmbH zu geben“, sagt Landrat Kai Seefried (CDU). Die Stader tauschen sich mit Regionen wie Gifhorn, Wendland, Weserbergland und Oldenburger Münsterland aus. Auch hier stemmen Kommunen und Wirtschaft die Messeauftritte.

Nicht nur Landrat Kai Seefried, sondern auch viele Messebesucher wollten ein Foto mit der Altländer Blütenkönigin Ella Weilert. Foto: Beneke
Auch dank der Altländer Blütenkönigin Ella Weilert, sie war in der historischen Festtagstracht von 1860 vor Ort, war der Stand gefragt bei Fotografen und TV-Teams überregionaler Zeitungen und Sender. Ehlers‘ Fazit: Marketing in Berlin lohnt sich.
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