TLiebeserklärung an die Heimat: Altländer haben jetzt eine eigene Hymne
Premiere im Heimathafen: Im Klugschen Saal in Steinkirchen präsentierte der Altländer Shanty-Chor die neue Hymne des Alten Landes. Foto: Vasel
Die stolzen Altländer sind jetzt noch ein wenig stolzer: „Hier liegt das Alte Land“ ist die neue Hymne der Obstbauregion. Dafür lieferte ein berühmtes Lied die Vorlage.
Altes Land. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts stand das Alte Land unter eigener Verwaltung. Die Altländer waren als Landesgemeinde organisiert. Doch eine eigene Hymne gaben sich die stolzen Bewohner der Marsch nie. Das ist jetzt vorbei.
Gemeinsam mit den Bürgermeistern Timo Gerke (Samtgemeinde Lühe), Matthias Riel (Gemeinde Jork) und Knut Willenbockel (Samtgemeinde Horneburg) sowie Landrat Kai Seefried hat der Altländer Shanty-Chor am Freitagmittag die Hymne „Hier liegt das Alte Land“ in Steinkirchen vorgestellt. „Das Lied ist eine Liebeserklärung an das Alte Land“, unterstrich Gerke im Heimathafen der Shantymen, dem Klugschen Saal.
Vorbild ist das Lied „Cornwall My Home“
Das Shantyman-Urgestein Michael Bunge hatte 2010 mit seinem zweiten Chor, den Grenzgängern, auf einem Festival das Lied „Cornwall My Home“ von Harry Glasson gesungen. Seinerzeit reifte die Idee, auf diese „wunderbare und eingängige Melodie einen deutschen Text zu schreiben“. Dazu habe Glasson persönlich sein Okay gegeben. „Gesang verbindet und hält jung“, unterstrich der Vorsitzende des Altländer Shanty-Chors, Jens Bersuch aus Jork.
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Glasson hatte mit dem Lied die tiefe Verbundenheit mit seiner Heimat ausgedrückt. Der Shanty-Chor Fisherman‘s Friends aus Cornwall machte den modernen Shanty populär, so Bersuch. Die Übernahme von Melodien sei in der Geschichte der Shantys nichts Ungewöhnliches.
In Anlehnung an den Originaltext, der die Schönheit und Besonderheiten Cornwalls beschreibt, trugen die Altländer die Orte, Begebenheiten und Erinnerungen zusammen, die für sie das Alte Land ausmachen. Christian Hentschel von den Grenzgängern sowie Jens Bersuch und Reiner Hettkamp vom Altländer Shanty-Chor gaben ihre Idee an Bunge weiter, der schließlich den endgültigen Liedtext verfasste.
Garten Eden: Liebeserklärung an das Alte Land
Im Kern drehe sich alles um die Liebe zur Heimat und prägende Erinnerungen und Orte: Schiffe schauen, Sturmfluten erleben, Lühe-Anleger, die Schönheit der Obstblüte, der alten Fachwerkhäuser, der Kirchen und der beiden erhaltenen Windmühlen. Das Blütenfest war die Generalprobe für „Hier liegt das Alte Land“ - für die Sänger „ein Garten Eden für Herz und Hand“.

Sie präsentierten die Altländer Hymne mit Bürgermeistern und Landrat in Steinkirchen. Foto: Vasel
Der 1981 im Fährhaus Kirschenland gegründete Altländer Shanty-Chor ist seit Jahrzehnten „der musikalische Botschafter der Region“, sagte Gerke. Ob in New York oder Jork, in Hamburg oder Berlin, im NDR oder bei RTL: „Wir sind stolz, einen solchen Chor in unserer Mitte zu haben. Dieser hält unsere maritime Tradition am Leben.“
Heimat und Gemeinschaft, das verband auch Seefried mit dem Shanty. „Ich bin sprachlos“, sagte der Landrat. Die Hymne stifte Identifikation und werde zum Mitsingen und zum Mitschunkeln einladen. Gemeinsam mit Shantymen und Musikern probten Riel, Seefried, Gerke und Willenbockel für den Niedersachsenabend bei der Grünen Woche in Berlin.

Matthies Riel, Kai Seefried, Timo Gerke und Knut Willenbockel proben für den Niedersachsenabend bei der Grünen Woche in Berlin (von links). Foto: Vasel
Auch beim nächsten Shantyfestival in der Altländer Festhalle am 18./19. Juli und beim Blütenfest in Jork am 25./26. April wird die Hymne gespielt. „Sie gehört zu uns“, sagte Riel. Ein Video gibt es bei www.tageblatt.de.

Der Text der Altländer Hymne. Foto: Vasel
Und: Auch wenn laut Bunge „nicht jeder mit der Zeile des Originals ‚dass wir hier nur weggehen, wenn Gott uns zu sich ruft’ etwas anfangen kann, so verbindet uns doch der Gedanke unserer Version: Will bis zum End‘ meiner Tage hier zu Hause sein“.

Stimmung im Klugschen Saal: Dieser ist der Heimathafen des Altländer Shanty-Chors. Foto: Vasel
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