TTanja von der Bey gewählt – In Apensen erfüllt sich prophetische Aussage
Das 20. und damit letzte Wahllokal ist ausgezählt: Tanja von der Bey, ihr Mann Torsten sowie Freunde und Verwandte jubeln beim Blick auf den Bildschirm. Foto: Richter
„So sehen Sieger aus, schalalalala“: Bei der Wahlparty singt das Fofftein in Apensen für Tanja von der Bey. Mit 83 Prozent Ja-Stimmen wird sie die neue Samtgemeindebürgermeisterin.
Apensen. Die 55-Jährige Tanja von der Bey wird neue Samtgemeindebürgermeisterin in Apensen. Keine Gegenkandidaten, 83 Prozent Ja-Stimmen: Dazu gratulierte kurz vor 21 Uhr ihr Mann Torsten als Erster mit einem Küsschen. Freunde und Verwandte, die auch aus ihrer alten Heimat, dem Rheinland, zur Wahlparty im Apenser Fofftein gekommen waren, lagen sich in den Armen.
Revenahe: Ihr Dorf steht hinter ihr
Auf besonders viele Unterstützer kann Tanja von der Bey offenbar in ihrem Wohnort Revenahe zählen: 91,2 Prozent haben dort für sie gestimmt. Viele von ihnen sind mit im Fofftein und reißen im Triumph die Arme hoch, als das Ergebnis aus dem Wahllokal übermittelt wird. Doch insgesamt zeigt die hohe Wahlbeteiligung von 73,53 Prozent in der Samtgemeinde Apensen: Diese Kommunalwahl lag vielen am Herzen.
T „Apensen ist eine Lachnummer!“: Nindorfer klagen Tanja von der Bey ihr Leid
Für die Zukunft der Samtgemeinde Apensen, für die ein Anschluss an Buxtehude in den letzten Jahren immer wieder im Gespräch war, ist Tanja von der Bey eine Hoffnungsträgerin. Als Nachfolgerin von Petra Beckmann-Frelock tritt sie kein leichtes Erbe an. Immer wieder hat die Samtgemeinde in den letzten Jahren für Negativ-Schlagzeilen gesorgt: Die Finanzlage ist miserabel, es gab immer wieder Personal-Rochaden und bis heute sind Leitungspositionen im Rathaus unbesetzt.
Prophetische Aussage vor sieben Jahren
„Petra Beckmann-Frelock hat damals nach ihrem Amtsantritt viele im Rathaus gefragt: Wo sehen Sie sich in sieben Jahren? Tanja hat damals geantwortet: Auf Ihrem Stuhl. Und jetzt ist es so“, berichtet Sabine Benden, früher Bauamtsleiterin und Gemeindedirektorin in Apensen, die im Fofftein mitfeiert. Wie berichtet, kündigten zwei Jahre nach Beckmann-Frelocks Amtsantritt sowohl Benden als auch von der Bey, die damals Ordnungsamtsleiterin der Samtgemeinde war. Der Grund war nach eigener Aussage der Führungsstil der Samtgemeindebürgermeisterin.

Im Fofftein ist die Stimmung gut. Tanja von der Bey schenkt „Krumme“ aus, ein Sauerkirschgetränk aus ihrer Düsseldorfer Heimatregion. Foto: Richter
Tanja von der Bey ging zum Landkreis, wo sie aktuell noch im Amt für Soziales und Teilhabe beim Landkreis Stade Abteilungsleiterin und stellvertretende Amtsleiterin ist. Aber nicht mehr lange: Am 2. November tritt sie ihren Dienst in Apensen an. Dort warten viele Aufgaben auf sie. „Als Erstes muss ich mit der Kommunalaufsicht sprechen. Wir haben ja keinen Haushalt, deshalb kann ich nicht ohne Weiteres die unbesetzten Stellen ausschreiben“, sagt von der Bey.
Leitungspositionen so schnell wie möglich besetzen
Das will sie so schnell wie möglich, denn die Leitungspositionen von Bauamt, Ordnungsamt und Kämmerei sind unbesetzt. Zunächst wird sie in den kommenden Tagen aber die Spuren eines engagierten Wahlkampfs beseitigen. „Erst müssen die Plakate wieder runter und dann bauen wir die Ape Piaggio zurück“, erzählt Ehemann Thorsten.
Das Piaggio-Wahlkampfmobil, ein echter Hingucker, gehört Freunden und hatte für den Kommunalwahlkampf einen Aufbau mit Tanja von der Beys Konterfei bekommen. CDU und SPD in Apensen hatten ihre Kandidatur unterstützt. Ein gemeinsamer zweiwöchiger Urlaub steht auch noch an, bevor es für Tanja von der Bey im November in der Samtgemeinde Apensen ans Werk geht. „Einen Karren aus dem Dreck zu ziehen, kann auch Spaß machen“, sagt die neue Samtgemeindebürgermeisterin.
Bei der Landratswahl stimmten in der Samtgemeinde Apensen 78,77 Prozent für den amtierenden Landrat Kai Seefried (CDU). 21,23 Prozent gaben ihre Stimme dem AfD-Kandidaten Werner Jacobs.
Bei Redaktionsschluss standen von 20 Wahllokalen nur die Ergebnisse von 19 Wahllokalen für die Kreistagswahl fest, der Trend ist erkennbar: 33,7 Prozent für die CDU, 19,66 für die AfD, 15,79 Prozent für die SPD und 12,38 Prozent für die Grünen. 7,85 Prozent gaben ihre Stimme der FWG und 2,22 der FDP. Sonstige erhielten insgesamt 3,72 Prozent. Die Ergebnisse der Samtgemeindewahl und der Gemeindewahlen standen noch nicht fest.
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