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Bürgermeisterwahl

TTanja von der Bey will Samtgemeinde Apensen nach vorne bringen

Tanja von der Bey spricht über ihre Ambitionen, Samtgemeindebürgermeisterin zu werden.

Tanja von der Bey spricht über ihre Ambitionen, Samtgemeindebürgermeisterin zu werden. Foto: Felsch

Sie brennt für das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin: Tanja von der Bey erklärte auf der Jahreshauptversammlung des Gewerbeverbundes Apensen einmal mehr, warum.

Von Franziska Felsch Mittwoch, 25.02.2026, 19:00 Uhr

Apensen. Zwanglose Begrüßung und großes Hallo: Viele Mitglieder des Gewerbeverbundes Apensen kennen Tanja von der Bey aus ihrer Zeit im Rathaus, die sie nach fast 13 Jahren auf eigenen Wunsch im Jahr 2021 beendete.

Auf die Gründe, die sie bereits öffentlich kundtat - dass der Führungsstil der Samtgemeindebürgermeisterin nicht mit ihren Vorstellungen als Teamplayerin kompatibel war - geht sie auf der Jahreshauptversammlung des Gewerbeverbundes nicht näher ein.

Nur am Rande, im Rahmen ihres Werdegangs, den sie den 30 Zuhörern erzählt, erwähnt sie mit einem Satz, dass sie kündigte, obwohl ihr die Arbeit großen Spaß gemacht habe.

Als Leiterin des Ordnungsamtes habe sie insbesondere mit An- und Abmeldungen der Gewerbe zu tun gehabt. Daher kenne sie auch Michael Knirsch - der Inhaber des Restaurants Beef Kitchen suchte sie wegen der Genehmigung auf. „Ich finde, es ist toll geworden, damals war ich skeptisch“, verrät sie.

Fünf Jahre nach Düsseldorf gependelt

Aber nicht nur als Leiterin von Ordnungsamt und Standesamt ist sie den Anwesenden bekannt. Seit mehr als 20 Jahren lebt die 1970 in Ratingen Geborene in Sauensiek-Revenahe, wohin sie ihrem Mann folgte, der aus beruflichen Gründen in den Norden zog. Fünf Jahre sei sie gependelt, von ihrem neuen Wohnort zu ihrer Arbeitsstelle, der Stadtverwaltung Düsseldorf, wofür ihr großer Respekt entgegenschlägt. „Alle Achtung“, sagt einer und die anderen am Tisch nicken.

„Mein Herz schlägt nun mal für die Verwaltung, obwohl ich zuerst eine Ausbildung als Justizangestellte gemacht habe, aber ich habe schnell gemerkt, was ich wirklich will“, erzählt sie weiter. Als sie 2008 eine Anzeige in der Zeitung las und ins Rathaus in Apensen wechseln konnte, war sie froh, dass ihr neuer Arbeitsplatz nur noch fünf statt 350 Kilometer entfernt lag.

Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer habe ihr seinerzeit eindringlich empfohlen, die gehobene Laufbahn anzustreben. Erst habe sie gehadert, da sie ja bereits zwei Berufe gelernt hatte. Doch dann habe sie sich überreden lassen und es nicht bereut, nochmal die Schulbank zu drücken - was erneut Anerkennung im Raum hervorruft.

Ihr Anspruch: Gemeinsam Lösungen finden

Aber auch in leitender Position sei es immer ihr Credo gewesen, sich mit allen an einen Tisch zu setzen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Das praktiziere sie auch beim Landkreis Stade, wo sie derzeit beim Amt für Soziales und Teilhabe beim Landkreis Stade Abteilungsleiterin und stellvertretende Amtsleiterin ist.

Tanja von der Bey als Gast beim Gewerbeverbund Apensen.

Tanja von der Bey als Gast beim Gewerbeverbund Apensen. Foto: Felsch

Ihre Vorgesetzten habe sie von Anfang an informiert über ihre Pläne, wieder zurück nach Apensen zu gehen. Sie ist fest entschlossen, auch wenn Bekannte sie fragen: „Willst du dir das wirklich antun?“

Ihre Chefs würden es bedauern, wenn sie geht, sagt sie im vertraulichen Gespräch, aber hätten auch Verständnis gezeigt. Vermutlich, weil sie ihren Wunsch, Samtgemeindebürgermeisterin in Apensen zu werden, genauso bestimmt und begeistert vorgetragen hat, wie am Dienstagabend vor dem Gewerbeverbund.

Negativschlagzeilen tun ihr in der Seele weh

Nicht nur, dass sie diese Aufgabe liebe, sondern auch, dass sie Apensen als ihre wahre Heimat empfindet, nimmt man ihr ab. Auch dass sie es schafft, Netzwerke aufzubauen und niedrigschwellige Angebote zu entwickeln, um die Samtgemeinde wieder voranzubringen. „Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, wie negativ wir in der Presse stehen, ich bin überzeugt, dass wir das gemeinsam hinkriegen, dass wir in Zukunft positiv auffallen“, fügt sie hinzu, wofür sie reichlich Applaus erhält.

Nur eine Frage taucht auf, die sich auf die unbesetzten Stellen im Rathaus bezieht: „Was hast du konkret vor?“

„Ich weiß genau, wenn der Ruf in der Verwaltung besser wird, werden sich auch wieder Leute bewerben“, antwortet Tanja von der Bey, die bislang einzige Bewerberin auf den Samtgemeindebürgermeister-Posten, mit einer Bestimmtheit, die kaum Zweifel aufkommen lässt.

Tanja von der Bey im Gespräch mit Michael Knirsch vom Restaurant Beef Kitchen.

Tanja von der Bey im Gespräch mit Michael Knirsch vom Restaurant Beef Kitchen. Foto: Felsch

Wahlen im Apenser Gewerbeverbund

Die Wahl eines neuen Zweiten Vorsitzenden des Gewerbeverbundes Apensen verlief ohne Hans-Wilhelm Elmers, der nach 17 Jahren sein Amt zur Verfügung stellte. In offener Abstimmung wurde Ole Prigge zum neuen Zweiten Vorsitzenden ernannt.

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