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Freiwillige Feuerwehr

T10.000 Liter Löschwasser: Das kann Agathenburgs neues Feuerwehrauto

Die Agathenburger Kinder erkunden das brandneue Löschfahrzeug.

Die Agathenburger Kinder erkunden das brandneue Löschfahrzeug. Foto: Buchmann

415.000 Euro kostet das neue Löschfahrzeug die Samtgemeinde. Angesichts wachsender Ansprüche gut investiertes Geld für die Ortswehr. Der Vorgänger geht nach 27 Jahren in Rente.

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Von Steffen Buchmann
23.06.2026, 10:05 Uhr

Agathenburg. Die Agathenburger Kinder machten große Augen, als sie sich zum ersten Mal in die Kabine des glänzenden Feuerwehrautos setzen durften. Aber auch viele der Erwachsenen betrachteten ehrfürchtig das neue Gefährt vor der Feuerwache. Am Sonnabend hatte die Freiwillige Feuerwehr Agathenburg einen Grund zum Feiern: Das neue Löschfahrzeug „Florian Stade 36-45-1“ ist endlich da.

Mit roter Schleife und Blumen geschmückt, steht das neue MLF „Florian Stade 36-45-1“ vor dem Feuerwehrgerätehaus in Agathenburg.

Mit roter Schleife und Blumen geschmückt, steht das neue MLF „Florian Stade 36-45-1“ vor dem Feuerwehrgerätehaus in Agathenburg. Foto: Buchmann

„Heute ist ein besonderer Tag“, begrüßt Ortsbrandmeister Thorsten Leonhard die zahlreichen Gäste, die sich bei bestem Kaiserwetter vor dem Gerätehaus in Agathenburg tummeln. Für die kleine Gemeinde stellt das brandneue MLF (Mittleres Löschfahrzeug) einen „Quantensprung“ dar, wie Leonhard betont. Man habe jetzt die Möglichkeit, „schnell und professionell“ auf Notsituationen zu reagieren.

Ortswehr hat jetzt endlich Löschwasser

„Es ist elementar wichtig, dass wir in Agathenburg jetzt ein Fahrzeug mit Wasser haben“, sagt Gemeindebrandmeister Torben Schulze. Das MLF verfügt über einen verbauten Wassertank von 1100 Litern, zusätzlich ist ein faltbarer 10.000-Liter-Wasserspeicher mit an Bord.

Ortsbrandmeister Thorsten Leonhard mit dem symbolischen Schlüssel für das neue Fahrzeug.

Ortsbrandmeister Thorsten Leonhard mit dem symbolischen Schlüssel für das neue Fahrzeug. Foto: Buchmann

Das Lkw-Fahrgestell von MAN rüstete Firma Schlingmann aus Dissen im Teutoburger Wald mit umfangreicher wie moderner Ausrüstung auf.

Fast 12 Tonnen bringt das Agathenburger Löschfahrzeug auf die Waage, neun Feuerwehrleute finden im Innenraum Platz. Zum Vergleich: der Vorgänger, ein 27 Jahre alter zum TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) umgebauter Fiat Ducato, kommt gerade mal auf 4,2 Tonnen mit Platz für fünf Personen.

Ukrainekrieg trieb Kosten in die Höhe

415.000 Euro kostet das neue Feuerwehrfahrzeug. Den Großteil hat die Samtgemeinde bereits vor Jahren im Haushalt eingepreist. Etwa 15.000 Euro haben der Förderverein sowie Sponsoren für Ausstattung beigesteuert, schätzt Leonhard. Bereits vor acht Jahren habe man erste Überlegungen für ein neues Löschfahrzeug angestellt.

Länger, größer, schwerer: hinten der neue MLF, vorne sein 27-jähriger Vorgänger.

Länger, größer, schwerer: hinten der neue MLF, vorne sein 27-jähriger Vorgänger. Foto: Buchmann

Den Kaufvertrag schloss die Samtgemeinde jedoch erst 2023 final ab. „Die Kosten sind über die Jahre immer weiter gestiegen“, weiß Schulze. Insbesondere nach dem russischen Angriff auf die Ukraine seien die Preise explodiert. „Wir wussten: Günstiger wird es nicht mehr“, erklärt der Gemeindebrandmeister die Kaufentscheidung. In weiser Voraussicht bauten die Agathenburger ihr Gerätehaus bereits 2021 entsprechend um, so dass das MLF dort problemlos Platz findet.

Camper lieben alte Feuerwehrautos

Zu etwa 50 Einsätzen sei das TSF jährlich ausgerückt, schätzt Leonhard. Glücklicherweise habe es immer treu durchgehalten. Lediglich an der immer später kommenden Kupplung habe man dem Fiat das Alter angemerkt.

Am 15. August soll der TSF offiziell in den Ruhestand gehen und das neue Löschfahrzeug übernehmen. Die Samtgemeinde plant, das alte Fahrzeug zu verkaufen. „Ehemalige Feuerwehrfahrzeuge sind bei Campern besonders beliebt“, weiß Schulze.

Das neue Fahrzeug ist bis unters Dach mit Werkzeugen und Hilfsmitteln ausgestattet.

Das neue Fahrzeug ist bis unters Dach mit Werkzeugen und Hilfsmitteln ausgestattet. Foto: Buchmann

Die Ansprüche an die Feuerwehren seien gestiegen, erklärt Schulze. Deshalb brauche Agathenburg ein Fahrzeug dieser Größe. Die Agathenburger Feuerwehrleute konnten bereits an großen Fahrzeugen aus Horneburg und Dollern trainieren. „Jetzt heißt es: Üben, üben, üben!“, sagt Leonhard in Richtung seiner Kameraden.

Agathenburg ist nun vorerst für die nächsten Jahre mit einem neuen Löschfahrzeug versorgt. Als Nächstes stünden neue Fahrzeuge für die Ortswehren in Bliedersdorf und Dollern an, sagt Schulze. Das älteste Einsatzfahrzeug mit stolzen 29 Jahren steht derzeit bei den Kameraden in Dollern, die zudem bald ein neues Feuerwehrgerätehaus bekommen sollen.

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