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Gnarrenburg

T14-Jährige in Jugendzentrum vergewaltigt? Schwere Vorwürfe gegen drei Teenager

Auf einem Hinweisschild steht "Jugendzentrum Büros".

Kam es im Gnarrenburger Jugendzentrum zu einer Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen? Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt (Symbolbild). Foto: Armin Weigel/dpa

Drei Jugendliche sollen laut „Bild“-Zeitung ein Mädchen im Jugendzentrum Gnarrenburg vergewaltigt und ein Video von der Gruppenvergewaltigung gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt.

Von Katrin Harder-von Fintel Sonntag, 22.03.2026, 16:08 Uhr

Gnarrenburg. Von einer Gruppenvergewaltigung im Jugendzentrum Gnarrenburg schreibt an diesem Wochenende die „Bild“ und berichtet über den Missbrauch einer 14-Jährigen in der kommunalen Einrichtung.

Demnach habe eine Mutter auf dem Handy ihrer Tochter ein Video gesehen, auf dem das Mädchen von einem Jungen festgehalten wird. Drei Jungen sollen sie missbraucht und gefilmt haben. Die Tür soll dabei geschlossen und laute Musik abgespielt worden sein, damit nichts zu hören ist, steht in dem Artikel.

Die Tatverdächtigen sind dem Bericht zufolge 15, 16 und 18 Jahre alt. Vor der Tür sollen andere Jugendliche gejohlt haben. Der Betreuer, ein Diakon, habe nichts gehört und soll später weder Eltern noch Polizei eingeschaltet haben, heißt es weiter. Der Fall wird angeblich zunächst nicht angezeigt – erst ein Zufall soll das Ganze aufgedeckt haben.

Superintendent äußert sich

Angesprochen auf die Vorwürfe und die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung sagt Carsten Stock, Superintendent im Kirchenkreis Bremervörde-Zeven, dass es sich dabei um einen Fall aus Juni 2025 handelt. Es besteht laut Stock der Verdacht, dass drei zu der Zeit Jugendliche sexuellen Kontakt mit einer Jugendlichen im Jugendzentrum gehabt haben.

Der Diakon sei im Haus gewesen, habe allerdings nichts davon mitbekommen. Erst am Tag danach habe er davon erfahren. Der Mitarbeiter habe direkt Bürgermeister Marc Breitenfeld und Carsten Stock „über den Verdacht auf sexualisierte Gewalt“ informiert, Ermittlungen seien eingeleitet worden.

„Es gab Gespräche mit der Betroffenen und der Begleitung“, so Stock am Samstagabend im Gespräch mit der ZZ. Um den Vorwurf einer Vergewaltigung soll es damals aber noch nicht gegangen sein. „Das kam erst später.“

Warten auf das Ermittlungsergebnis

Nun ermitteln seinen Angaben zufolge Polizei und Staatsanwaltschaft, um herauszufinden, was genau im Jugendzentrum passiert ist.

Auf das Ergebnis warten die Verantwortlichen in Gnarrenburg allerdings schon seit Monaten. Carsten Stock könne deshalb nicht mehr dazu sagen: „Die Ergebnisse der Ermittlungen möchte ich abwarten.“

Gemeinde und Kirchenkreis nehmen Mitarbeiter in Schutz

Am Samstagabend erreicht die Zevener Zeitung noch eine Stellungnahme der Gemeinde Gnarrenburg und des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven zu dem Fall: „Ein Artikel der Bild-Zeitung vom 21. März 2026 erlaubt den Eindruck, Mitarbeitende des Jugendzentrums Gnarrenburg hätten sich im Zusammenhang mit einem schon längere Zeit zurückliegenden Fall sexualisierter Gewalt Versäumnisse zuschulden kommen lassen. Diesem Eindruck widersprechen sowohl der Bürgermeister der Kommune Gnarrenburg, Marc Breitenfeld, als auch der Superintendent des übergeordneten Kirchenkreises Bremervörde-Zeven, Carsten Stock, entschieden. Das Team habe zu jedem Zeitpunkt gemäß des ihm vorliegenden Kenntnisstands korrekt gehandelt. Externe Behörden sind seit Sommer 2025 über den Verdachtsfall informiert.“

Die Polizei in Bremervörde sowie in Rotenburg wollten gegenüber der Zevener Zeitung am Sonnabend keine Auskunft erteilen und verwiesen auf die Pressestelle am Montag.

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