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Schauspiel

TAlter Hase am Set: Dieser Hamburger ist seit 13 Jahren Komparse

Der Hamburger Thomas Juch schlüpft gerne in verschiedene Rollen. Auch als Polizist hat er schon vor der Kamera agiert.

Der Hamburger Thomas Juch schlüpft gerne in verschiedene Rollen. Auch als Polizist hat er schon vor der Kamera agiert. Foto: Juch

Wenn Thomes Juch ans Set kommt, dann nicht, um die Hauptrolle zu spielen. So stand er nicht zuletzt für Musikvideos und Vorabendserien vor der Kamera.

Von Ida Katnic Sonntag, 21.06.2026, 07:50 Uhr

Hamburg. Zu Thomas Juchs Einsatzorten gehörten die ARD-Serie „Großstadtrevier“, der Film „Der goldene Handschuh“ oder das Musikvideo „Wunderschön“ der Band Unheilig. Der 55-jährige Hamburger arbeitet seit 13 Jahren als Komparse und Kleindarsteller und erlebt dabei immer wieder neue Geschichten, Menschen und Überraschungen am Set.

Als der gelernte Illustrator zum ersten Mal als Komparse vor der Kamera stand, packte ihn direkt das Filmfieber. Er wollte unbedingt weitermachen. „Ich habe von einem Freund von der Komparserie erfahren und wollte es einfach mal ausprobieren“, erzählt er. Also meldete er sich bei verschiedenen Agenturen an, darunter die „Kiezkomparsen“. Es dauerte nicht lange, bis das Telefon klingelte und er den ersten Auftrag bekam.

Thomas Juch ist am Set längst ein alter Hase

„Natürlich war ich beim ersten Einsatz noch etwas aufgeregt, weil ich noch nicht wusste, was mich erwarten würde“, erinnert sich Juch. Heute hat sich die Anspannung längst gelegt, denn er ist in der Branche schon so etwas wie ein alter Hase. Seine Stelle als Illustrator hat er nicht mehr. Stattdessen konzentriert er sich ganz auf die Komparserie. Bei wie vielen Drehs er dabei war, weiß der 55-Jährige nicht mehr genau.

Anfangs wurde er nur als Statist eingesetzt, der nichts sagen durfte. Aber im Laufe der Zeit bekam er immer mal wieder auch kleine Sprechrollen, etwa im „Großstadtrevier.“ „In der Serie habe ich bereits mehrfach einen Polizisten gespielt“, erzählt er.

Dass bei vielen Krimis auch nachts gedreht wird, daran habe er sich inzwischen gewöhnt. „Natürlich ist das noch mal anstrengender als ein Tag-Dreh und manchmal fallen einem die Augen vor Müdigkeit zu.“

Eigene Kostüme für Komparsen

Bei manchen Einsätzen gebe es auch ein sogenanntes „Fitting“ von der Produktionsfirma. Dann bekommt er sein eigenes Kostüm. „Sonst wird uns in der Regel von der Komparsenagentur mitgeteilt, was wir mitbringen sollen, je nachdem, was für den Dreh benötigt wird. Oft seien die Outfits eher schlicht, um den Schauspielern nicht mit grellen Farben die Show zu stehlen.

In einem Drei-Minuten-Spot, mit dem eine Verbindungsklemme beworben wird, ist der 55-Jährige zusammen mit dem Musiker und Komiker Bürger Lars Dietrich zu sehen. Und im neusten Unheilig-Video „Wunderschön“ mimt Juch einen Lehrer. „Wenn ich irgendwo mitgespielt habe, schaue ich mir das Ergebnis später im Kino oder Fernsehen an“, erzählt er. Er freue sich immer, wenn er sich auf der Leinwand wiederentdecke.

Da in Hamburg viel gedreht wird, haben Komparsenagenturen genug zu tun, weiß Kay Zywietz, Geschäftsführer der „Kiezkomparsen“. Der ehemalige Werbe-Regisseur hat seine Firma 2011 gegründet und vermittelt Komparsen und Kleindarsteller für Film- und Werbedrehs, für Imageproduktionen oder eben auch Musikvideos. Zu seinen Kunden zählen die Deutsche Bahn, der Lebensmitteldiscounter „Netto“, „McDonalds“ und die Tankstellenkette „Shell.“ Rund 80 Prozent der Anfragen kommen laut Zywietz von der Werbeindustrie. Zudem betreibt er eine zweite Agentur namens „Pream Talent“ mit Fokus auf Casting.

Agentur Kiezkomparsen hat 25.000 Namen in der Kartei

„Bei mir bewerben sich die unterschiedlichsten Berufsgruppen. Darunter sind auch Tierärzte und Anwälte“, erzählt Zywietz Er hat zurzeit rund 25.000 Komparsen vom Babyalter bis zum Rentner in der Kartei. Für die meisten ist der Job ein Hobby. Doch Schauspieler etwa nutzen die Möglichkeit, durch die Komparserie Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. (bal)

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