TAngebot aus dem Klinikum Mitte: Zieht Bremerhavener Tafel bei Ameos ein?
Blick auf das ehemalige Ameos-Klinikum Mitte in Bremerhaven: Der Krankenhausträger hat der Bremerhavener Tafel angeboten, die dortigen Küchenräume zu nutzen. Foto: Hartmann
Die Bremerhavener Tafel sucht neue Räume. Die Ameos-Gruppe hat dem Verein nun ein überraschendes Angebot gemacht.
Bremerhaven. Wenn es nach Ameos-Regionalgeschäftsführerin Katja Loesche geht, könnte die Bremerhavener Tafel demnächst im ehemaligen Ameos-Klinikum Mitte in der Wiener Straße einziehen. Die Küchenräume stehen seit der Krankenhausschließung im Mai 2024 leer. Aus Loesches Sicht ist das Gebäude ein optimaler Standort für die Tafel.
Daher hat sie dem Verein jetzt ein Angebot gemacht. „Der Standort liegt mitten in der Stadt und ist ebenerdig“, sagt Loesche. „Man könnte die Lebensmittel gut anliefern. Die Kühlmöglichkeiten sind vorhanden. Der Haupteingang ist über Tag durchgehend besetzt. Es wäre einfach ein guter Anlaufpunkt für die Menschen in Bremerhaven.“
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Ihr gehe es dabei nicht um hohe Mieteinnahmen, sondern darum, am Standort Mitte etwas Positives für Bremerhaven zu etablieren.
So reagiert die Bremerhavener Tafel auf das Angebot von Ameos
„Wir schauen uns die Räumlichkeiten an und prüfen, ob wir die Logistik dort abbilden können“, sagte die Vorsitzende der Bremerhavener Tafel, Jana Petersen. Der Besichtigungstermin sollte noch am Freitag stattfinden.
„Grundsätzlich freuen wir uns über jedes Angebot“, betonte Petersen. In Ruhe solle dann eine Entscheidung getroffen werden. Bis Ende Juni kann die Tafel noch die bisherigen Räume in der Surfeldstraße nutzen.
Neben der Tafel ist Ameos mit weiteren potenziellen Mietern im Gespräch, denn weite Teile des ehemaligen Krankenhauses sind noch zu belegen. „Es gibt beispielsweise niedergelassene Ärzte, die sich vorstellen können, ihre Praxis nach Mitte zu verlegen“, sagt die Ameos-Regionalgeschäftsführerin.
Ameos will ambulantes OP-Zentrum in Bremerhaven-Mitte ausbauen
Kern der Nachnutzung ist ein ambulantes OP-Zentrum in Mitte, das Ameos direkt nach der Konzentration der stationären Versorgung am Standort Bürgerpark etabliert hat. „Das ambulante Operieren ist gut angelaufen“, sagt Loesche.
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„Wir wollen das Angebot weiter ausbauen. Dazu sind wir mit verschiedenen niedergelassenen Ärzten im Gespräch, die bei uns ihre Operationen vornehmen könnten.“ Ziel sei, die Kapazitäten in den vier Operationssälen voll auszuschöpfen.
Zudem soll die bestehende Physiotherapie-Praxis von Ameos in Mitte vergrößert werden. „Die Nachfrage ist enorm“, betont Loesche.
Arzt: Bedarf für Notfallversorgung in Bremerhaven-Mitte ist da
Der Ärztliche Direktor von Ameos in Bremerhaven, Dr. Oliver Herden-Kirchhoff, könnte sich gut vorstellen, gemeinsam mit verschiedenen Anbietern am Standort Mitte eine Anlaufstelle für eine ambulante Versorgung oder eine Portalpraxis zu etablieren.
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Gesundheitsdezernentin Andrea Toense (SPD) sei aus seiner Sicht gefordert, einen Runden Tisch mit den verschiedenen Akteuren ins Leben zu rufen.
„In diese Runde gehören die Krankenhäuser, die Stadt, die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen“, sagt der Mediziner. Denkbar wäre auch ein gemeinsames Ärztehaus.
„Der Bedarf in Mitte ist da, die vorhandenen Notaufnahmen in Reinkenheide und im Bürgerpark sind sehr gut ausgelastet“, sagt Herden-Kirchhoff.
„Vor allem für viele ältere Patientinnen und Patienten ist es wichtig, eine Anlaufstelle im Zentrum der Stadt zu etablieren, da die Wege in die Notaufnahmen im Süden Bremerhavens zu weit sind.“
Es mache wenig Sinn, über neue medizinische Angebote auf dem ehemaligen Karstadt-Gelände nachzudenken, wenn gleichzeitig in der Wiener Straße noch alle Strukturen vorhanden seien. Herden-Kirchhoff wünscht sich, dass dabei alle Akteure ins Gespräch kommen und an einem Strang ziehen.