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Fusionierung

TAus zwei wird eins: Hollenbeck bündelt seine Kräfte in neuem Dorfverein

Rüdiger Frank (links) und Thorsten Heinrich bilden die Doppelspitze des neuen Dorfvereins Rund üm dat Dörp Hollenbeck.

Rüdiger Frank (links) und Thorsten Heinrich bilden die Doppelspitze des neuen Dorfvereins Rund üm dat Dörp Hollenbeck. Foto: Pauline Meyer

Förderverein und Heimatverein in Hollenbeck schließen sich zu einem neuen Verein zusammen. Warum das sinnvoll ist und wie der Dorfverein aufgestellt sein wird.

Donnerstag, 27.11.2025, 13:50 Uhr

Harsefeld. Zwei Vereine, ein Ziel und jetzt auch ein gemeinsamer Weg: Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Hollenbeck und der Heimatverein Rund üm dat Dörp Hollenbeck haben sich zusammengeschlossen. Unter dem neuen Namen Rund üm dat Dörp Hollenbeck e.V. bündeln sie künftig ihre Aktivitäten für das Dorf. Die Fusion soll Strukturen vereinfachen, Kräfte bündeln und auch jüngere Generationen stärker ansprechen.

„Unsere gemeinsamen Ressourcen zu bündeln, ist einfach sinnvoll. Der Ort wächst dadurch noch mehr zusammen, das bietet nur Vorteile“, sagt Thorsten Heinrich, bisheriger 1. Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr und nun 2. Vorsitzender des neuen Dorfvereins. Gemeinsam mit Rüdiger Frank, dem 1. Vorsitzenden des Heimatvereins und nun 1. Vorsitzenden des neuen Dorfvereins, hat er die Fusionierung in die Wege geleitet.

Zwei Vereine mit ähnlichen Zielen

Der Förderverein wurde 2002 gegründet und zählte zuletzt rund 140 Mitglieder. Sein ursprüngliches Ziel war, die Anschaffung eines größeren Feuerwehrfahrzeugs mit erweiterter Ausstattung zu ermöglichen. Das Vorhaben wurde 2016 mit einem finanziellen Beitrag von 65.000 Euro aus Vereinsmitteln erfolgreich abgeschlossen. Ein Gemeinschaftsakt, auf den die Mitglieder sehr stolz sind, erzählt Thorsten Heinrich. Seitdem unterstützte der Verein regelmäßig die Feuerwehr.

Eines der großen Projekte des Heimatvereins war das XXL-Insektenhotel.

Eines der großen Projekte des Heimatvereins war das XXL-Insektenhotel. Foto: Heimatverein

Der Heimatverein entstand 2012 im Zuge der Dorferneuerung. Er setzte sich für die Dorfentwicklung und -verschönerung sowie gemeinschaftliche Projekte ein. Zu den bekanntesten Aktionen der vergangenen Jahre zählt das XXL-Insektenhotel im Stahmannskamp, das 2024 eingeweiht wurde. Mit dem Projekt „Hollenbeck summt“ sammelte der Verein nicht nur Spenden, sondern auch viele helfende Hände aus dem Dorf. „Es geht uns darum, das Dorfleben und die Dorfgemeinschaft zu fördern“, sagt Rüdiger Frank.

Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte hatten beide Vereine ähnliche Ziele. Und vielfach auch dieselben Mitglieder: Rund 70 Prozent der Mitglieder waren in beiden Organisationen aktiv.

Eine Fusion aus Vernunft und Gemeinschaftssinn

Der Gedanke, beide Vereine zusammenzuführen, entstand im Zusammenhang mit der Sanierung des Friedhofs 2021. Die hohen Kosten von rund 20.000 Euro hätten damals schnell zusammen mit dem Feuerwehrverein gedeckt werden können - allerdings wäre das nicht satzungsgemäß. Das Geld kam am Ende zusammen, doch die Idee blieb. „Da wurde uns klar, wie sinnvoll ein gemeinsamer Verein wäre“, erinnert sich Thorsten Heinrich.

Die Vorstände beider Vereine trieben die Idee weiter voran. Es folgten interne Abstimmungen, die Ausarbeitung einer neuen Satzung und schließlich die notarielle Beglaubigung der Unterlagen. Der Zusammenschluss wurde von den Mitgliedern mit großer Mehrheit befürwortet. Aktuell liegt die Fusion dem Amtsgericht Tostedt zur Eintragung vor. Ein letzter formaler Schritt, wie die Verantwortlichen betonen.

Ein neuer Verein mit moderner Struktur

In der neuen Satzung ist klar geregelt, was den Dorfverein ausmacht. Ziel des Vereins ist die Förderung der Heimatpflege, der Heimatkunde und der Ortsverschönerung sowie die Förderung des Feuerwehrschutzes.

Der Vorstand des neue Dorfvereins Rund um dat Dörp Hollenbeck (von links): Alina Lange, Henning Holst, Rüdiger Frank, Andrea Weyer und Thorsten Heinrich.

Der Vorstand des neue Dorfvereins Rund um dat Dörp Hollenbeck (von links): Alina Lange, Henning Holst, Rüdiger Frank, Andrea Weyer und Thorsten Heinrich. Foto: Pauline Meyer

Der Vorstand besteht künftig aus fünf Personen: Rüdiger Frank (1. Vorsitzender), Thorsten Heinrich (2. Vorsitzender), Andrea Weyer (Kassenwartin), Alina Lange (Schriftführerin) und Henning Holst (Beisitzer). „Das ist jetzt eine schlanke Struktur mit klaren Zuständigkeiten“, erklärt Heinrich. Weniger Verwaltungsaufwand, nur noch eine Steuererklärung, ein Konto, eine Satzung. All das soll die Arbeit erleichtern.

Frischer Wind und bewährte Projekte

Mit dem neuen Verein wollen die Hollenbecker auch jüngere Mitglieder gewinnen. „Gerade der Förderverein der Feuerwehr war in den letzten Jahren eher älter aufgestellt“, sagt Rüdiger Frank. „Jetzt wollen wir gezielt auch Familien oder neu Zugezogene ansprechen.“ Dafür wurde der Vorstand bewusst verjüngt.

Bewährte Veranstaltungen wie das Weihnachtsbaumaufstellen, Müllsammelaktionen, Fahrradtouren und der Abendspaziergang bleiben bestehen. Beim Tannenbaumaufstellen werden auch künftig die Kinder aus dem Dorf den Schmuck basteln.

Langjährige Vereinsmitglieder wie Hermann Holst, seit Beginn auch als Kassenwart im Förderverein aktiv, begrüßen den Schritt ausdrücklich: „Das ist genau richtig. Wir sind ein kleines Dorf mit rund 650 Einwohnern. Da braucht es keine zwei Vereine mit denselben Zielen.“

Die ehemaligen und zukünftigen Vorstandsmitglieder des Förder- und des Heimatvereins sind zukünftig gemeinsam engagiert für den neuen Dorfverein Rund um dat Dörp Hollenbeck

Die ehemaligen und zukünftigen Vorstandsmitglieder des Förder- und des Heimatvereins sind zukünftig gemeinsam engagiert für den neuen Dorfverein Rund um dat Dörp Hollenbeck Foto: Pauline Meyer

Auch für Rüdiger Frank und Thorsten Heinrich steht fest: Der Zusammenschluss ist nicht nur ein organisatorischer Schritt, sondern ein Signal für die Zukunft. „Wenn man nichts verändert, laufen Vereine Gefahr, langfristig zu überaltern oder zu verschwinden. Jetzt können wir Kräfte bündeln und gemeinsam richtig loslegen.“

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