TBeim VfL Horneburg soll nun auch im Frauenbereich etwas Großes entstehen
Boris Möller engagiert sich in Horneburg für den Mädchen- und Frauenhandball. Foto: Verein
Boris Möller hat eine sportliche Vision. Der Handball-Jugendtrainer möchte den Frauenhandball beim VfL Horneburg wieder nach oben führen. Das ist die Strategie.
Horneburg. Der Weg zurück in Richtung erfolgreicher VfL-Zeiten führt aus Sicht der Verantwortlichen über den eigenen Nachwuchs. Mit einer engeren Verzahnung von Damenmannschaft und weiblicher A-Jugend wollen Boris Möller und Caro Maaß die Grundlage für eine nachhaltige sportliche Entwicklung schaffen.
Das Ziel ist klar formuliert: Junge Talente sollen früher an den Seniorenbereich herangeführt, Perspektiven verbessert und der Frauenhandball langfristig wieder höherklassig etabliert werden.
Der 50-jährige Möller, der einst selbst das VfL-Handballdress trug und nun die Trainer B-Lizenz erworben hat, kennt den Jugendbereich wie kaum ein anderer. Vor fünf Jahren übernahm er die C-Jugend und entwickelte BadGirlz, wie sich die Mannschaft selbst nannte, auch in den folgenden Spielzeiten kontinuierlich weiter.
Kontinuität durch familiäres Umfeld
Aus einer Gruppe, die zunächst viele Niederlagen einstecken musste, entstand Schritt für Schritt ein leistungsstarkes Team. „Leistungshandball kann auch Spaß machen“, sagt der umtriebige Trainer. Nach seiner Einschätzung ist die besondere Atmosphäre im Team einer der Gründe dafür, warum viele Jugendliche dem Verein treu bleiben. Von ursprünglich 16 Spielerinnen aus der damaligen C-Jugend sind immer noch zehn in der A-Jugend dabei. Das spricht für eine außergewöhnliche Kontinuität.
„Wir sind in Horneburg beim Handball wirklich sehr familiär“, betont der Jugendtrainer, an deren Entwicklung Möller großen Anteil hat. Mannschaftsübergreifende Aktivitäten und ein enger Zusammenhalt seien wichtige Bausteine. „Bei uns gefällt es den Mädchen einfach gut.“
„Wir wollen den Frauenbereich nach oben bringen und hier selber was auf die Beine stellen“, erklärt Caro Maaß, die nach den zweiten Damen nun die 1. Mannschaft übernimmt. Gemeinsam mit Möller setzt sie auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Jugend- und Damenbereich.
Die Basis dafür stimmt aus Sicht des Trainer-Duos
„Wir verstehen uns sehr gut“, meint Möller und die Harmonie ist im Gespräch deutlich zu spüren. „So ist sichergestellt, dass wir unheimlich gut kooperieren können.“

Die Horneburgerinnen haben einen langen, steinigen sowie erfolgreichen Weg hinter sich. Foto: Verein
Die vergangene Saison beendeten die 1. Damen auf Platz sechs von zehn Mannschaften. Für die Zukunft sind die Ziele deutlich ambitionierter. „Nächstes Jahr wollen wir erst mal sofort wieder aufsteigen, um auf Verbandsebene zu spielen“, formuliert das Trainer-Duo selbstbewusst die Marschroute. Perspektivisch soll es möglichst noch weiter nach oben gehen. Früher war der Frauenhandball in Horneburg bereits deutlich höherklassiger angesiedelt. „Das kann nicht der Anspruch beim VfL Horneburg sein“, sagt Möller mit Blick auf die aktuelle Einordnung.
Schlüsselrolle kommt der weiblichen A-Jugend zu
Spielerinnen dürfen nämlich bereits ab dem 16. Lebensjahr erste Erfahrungen im Damenbereich sammeln. Dieser Übergang soll künftig deutlich strukturierter gestaltet werden. Ziel ist es, talentierte Spielerinnen langfristig im Verein zu halten und ihnen eine sportliche Perspektive zu bieten. Auch mit Blick auf die Konkurrenz aus dem Umland, die regelmäßig bei VfL-Spielerinnen anfragt.
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Neben sportlichem Ehrgeiz spielt dabei auch Augenmaß eine wichtige Rolle. Drei Trainingseinheiten pro Woche und zusätzliche Spiele bedeuten gerade für junge Sportlerinnen eine hohe Belastung. Hinzu kommen lange Fahrten zu Auswärtsspielen. Boris Möller, dessen Tochter Maili („Der Name stammt aus dem Hawaiianischen.“) eine der Leistungsträgerinnen des Teams ist, weiß aus dem eigenen familiären Leben: „Junge Leute haben auch noch ein Leben neben dem Handball.“
Dass der eingeschlagene Weg funktionieren kann, zeigt die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Der VfL ist inzwischen durchgängig in allen Altersklassen besetzt, teilweise sogar mehrfach. Langfristig könnte daraus auch wieder eine dritte Damenmannschaft entstehen.
Der VfL Horneburg möchte sich treu bleiben
Während viele Vereine inzwischen auf Spielgemeinschaften setzen, will Horneburg den eigenen Weg gehen. „Wir sind immer noch VfL Horneburg und keine Spielgemeinschaft“, sagt Möller mit Stolz. Und Caro Maaß, deren Herz neben dem Handball auch noch beim TuSV Heinbockel aktiv für den Fußball in der Kreisklasse schlägt, ergänzt einen Satz, der die Richtung für die kommenden Jahre beschreibt: „Wir wollen unsere Seele hier nicht verkaufen.“
Mit einer engeren Verzahnung von Jugend- und Damenbereich soll nun die Grundlage dafür geschaffen werden, dass der Frauenhandball in Horneburg künftig wieder dort ankommt, wo die Verantwortlichen ihn sehen: auf einem nachhaltig höheren sportlichen Niveau und aus eigener Kraft.
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