Hitzewelle

TBis zu 35 Grad Hitze: So rüsten sich die Elbe Kliniken

Für Krankenhäuser gibt es einen Musterhitzeschutzplan des Bundesministeriums für Gesundheit.

Für Krankenhäuser gibt es einen Musterhitzeschutzplan des Bundesministeriums für Gesundheit. Foto: picture alliance/dpa

Wegen der extremen Hitze greift bei den Elbe Kliniken in Stade und Buxtehude jetzt ein Aktionsplan. Was bedeutet das konkret?

Von Susanne Laudien 26.06.2026, 15:05 Uhr

Landkreis. Am Samstag werden im Landkreis Stade Temperaturen bis zu 35 Grad erwartet. Vor allem älteren und kranken Menschen macht die Hitze zu schaffen.

In den Elbe Kliniken wurden bereits Maßnahmen für den Hitzeaktionsplan erarbeitet, der sich am Musterhitzeschutzplan des Bundesministeriums für Gesundheit orientiert. Mitarbeiter werden vor Hitzeperioden umfassend für den Umgang mit Hitze und die Risiken sensibilisiert. Der Fokus liegt vor allem auf hitzegefährdeten Personen - dazu gehören zahlreiche Patienten.

Ist das Krankenhaus klimatisiert?

In den Kliniken gibt es zahlreiche Klimaanlagen. Diese befinden sich überwiegend in den OP-Räumen, in Linksherzkathetermessplätzen, im Röntgenbereich und auf den Intensivstationen. Viele Bereiche haben Außenjalousien und Fensterfolien.

Gibt es kühle Räume und Plätze?

Abseits der klimatisierten Bereiche gibt es auf dem Außengelände Schattenplätze mit Sitzgelegenheiten für mobile Patienten. In den Untergeschossen der Gebäude ist es üblicherweise kühler als in den oberen Geschossen, etwa in den Patientencafeterien.

Gibt es bei Hitze eine andere Raumbelegung?

Eine geänderte Raumbelegung ist im laufenden Krankenhausbetrieb nur eingeschränkt möglich - und erfolgt, wenn möglich, mit Rücksicht auf Patienten und Mitarbeiter.

Werden zusätzliche Kontrollgänge gemacht?

Bei der pflegerischen Betreuung und ärztlichen Visiten wird individuell reagiert und gehandelt. Die Pflegekräfte geben bei Hitze vor allem auf Risikopatienten besonders acht.

Gibt es einen Medikamentencheck?

Hohe Temperaturen können die Wirkung von Medikamenten verändern. Der Körper verliert mehr Flüssigkeit, die Blutgefäße erweitern sich, die Haut wird stärker durchblutet und die Nieren arbeiten unter Umständen anders. Dadurch können Medikamente stärker, schwächer oder länger wirken als gewohnt.

Die Temperatur beeinflusst zudem Stabilität und Wirksamkeit von Medikamenten erheblich. Zäpfchen und Cremes etwa können schmelzen oder sich verflüssigen. Auch Insulin verliert bei extremen Temperaturen an Wirksamkeit. Bereits beim Einkauf der Medikamente beachtet die Apotheke der Elbe Kliniken das und informiert die Mitarbeiter. Die Medikamente werden, wenn erforderlich, in Kühlschränken gelagert.

Werden zusätzlich Getränke angeboten?

Patienten und Mitarbeitern stehen jederzeit gekühlte Getränke wie Mineralwasser, Tee und Kaffee unbegrenzt zur Verfügung.

Tipps der Elbe Kliniken für Mitarbeiter und Patienten bei extremer Hitze

Ausreichend trinken: Bei hohen Temperaturen etwa drei Liter oder mehr. Vorsicht bei eisgekühlten Getränken. Sie müssen vom Körper erst erwärmt werden und führen eher zu Ermüdung.

Leichte Ernährung: Kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten über den Tag verteilen, zum Beispiel Melonen, Gurken, Suppen oder Joghurt. Das entlastet den Kreislauf.

Körperpartien kühlen: Handgelenke mit kaltem Wasser benetzen.

Arbeitsbelastung anpassen: Bei belastenden Tätigkeiten möglichst im Team arbeiten.

Sonnenschutz nutzen: Sonnenschutzeinrichtungen schließen, aber auf ausreichend Tageslicht ohne künstliche Beleuchtung achten.

Wärmequellen vermeiden: Nicht benötigte Geräte abschalten, etwa den PC. Luftige Kleidung und kühle Pausenräume nutzen.

Warnzeichen ernst nehmen: Bei Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Kreislaufproblemen umgehend Angehörige beziehungsweise eine Führungskraft informieren.

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