TBrand in Stader Kult-Lokal: Neue Betreiberinnen hatten Glück im Unglück
Auf die funktionstüchtige Jukebox im Pannekoken-Hus sind Veronika Galauner (links) und Sheyma Akkurt besonders stolz. Foto: Stehr
Schock am Mittag für die neuen Wirtinnen von Ron’s Pannekoken-Hus. Im ersten Stock qualmt es plötzlich. Zu Schaden kommt - außer der legendären Marylin-Figur - zum Glück niemand.
Stade. Samstagmittag vor gut einer Woche in Ron‘s Pannekoken-Hus. Alle Plätze sind besetzt. Veronika Galauner und Sheyma Akkurt haben alle Hände voll zu tun. Erst kürzlich haben die beiden Freundinnen das Kult-Lokal am Stader Fischmarkt übernommen. Da kommt plötzlich ein Mann von gegenüber, weil er Qualm im ersten Stock gesehen hat. Wenn die Frauen davon erzählen, sind sie immer noch ganz aufgewühlt.
Wirtinnen haben sich einen Traum erfüllt
„Das war ein großer Schock, wir hatten selbst gar nichts bemerkt, auch nichts gerochen“, sagt Sheyma Akkurt. Die 38-Jährige hat im Mai das Pannekoken-Hus von Kirsten Wichern übernommen, kurz darauf ist ihre Freundin Veronika Galauner (46) mit eingestiegen. „Wir haben uns hier einen Traum erfüllt und mit Unterstützung unserer Familien den Sprung ins kalte Wasser gewagt“, sagt Veronika Galauner. Beide kommen gar nicht aus der Gastrobranche.

Sheyma Akkurt (links) und Veronika Galauner sind die neuen Betreiberinnen von Ron's Pannekoken-Hus am Stader Fischmarkt. Foto: Stehr
Sheyma Akkurt ist gelernte Altenpflegerin und hat im Krankenhaus gearbeitet. Veronika Galauner war in der Textilbranche als Produktkoordinatorin tätig. Beide leben mit ihren Familien in Stade und waren schon immer gerne Gast in Ron’s Pannekoken-Hus.
Eröffnet wurde das Kult-Restaurant Mitte der 1990er Jahre von Namensgeber Ron. Der war viel auf Reisen und brachte von überall her kultige Blechschilder, Figuren und Krimskrams mit, der heute das Restaurant schmückt. Hingucker und ein besonderer Schatz ist die funktionstüchtige Jukebox.

So sah es vor dem Brand in den Fenstern über dem Pannekoken-Eingangsbereich aus. Foto: privat
Am bewährten Konzept soll sich nichts ändern
An der Einrichtung hat sich auch nichts verändert, als Kirsten Wichern das Pannekoken-Hus vor 13 Jahren übernahm. Ihre Nachfolgerinnen wollen ebenfalls an dem bewährten Konzept festhalten. „Das alles hier ist legendär und soll so bleiben wie es ist“, sagt Veronika Galauner. Natürlich gebe es auch weiterhin Pfannkuchen in allen möglichen Variationen. Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass es mal ein neues Gericht auf die Speisenkarte schaffe.

Haben den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und lieben ihren neuen Job im Pannekoken-Hus: Veronika Galauner (links) und Sheyma Akkurt. Foto: Stehr
Überwältigt seien die beiden Wirtinnen von der großen positiven Resonanz. Dabei seien einige Stammgäste zunächst skeptisch gewesen. „Die haben wir aber inzwischen wohl auch überzeugt“, sagt Sheyma Akkurt. Sie ist froh, dass der Betrieb nach dem Brand normal weiterlaufen konnte.

Ein Lagerraum direkt über dem Restaurant Pannekoken-Hus brannte aus. Foto: Battmer
Dass überhaupt alles so glimpflich ausging, sei vor allem dem Touristen zu verdanken, der den Qualm sah und die beiden Wirtinnen darauf aufmerksam machte, sagt Hauseigentümerin Kirsten Wichern. „Der Mann hat im Grunde das ganze Haus gerettet, denn wäre der Brand nicht so schnell bemerkt worden, wäre es wohl nicht zu retten gewesen“, sagt sie. Das habe ihr der Stader Stadtbrandmeister gesagt.
Kultfigur Marylin Monroe beim Brand zerstört
Die Feuerwehr bekam den Brand im Lagerraum im ersten Stock schnell und ohne den Einsatz von Wasser in den Griff, so dass ein Wasserschaden vermieden werden konnte, sagt Veronika Galauner.

Nach dem Brand im ersten Stock sind Marylin, Elvis, Michael Jackson und James Dean vorerst aus den Fenstern verschwunden. Foto: Stehr
Zum Glück seien auch weder Mieter noch Gäste zu Schaden gekommen. Dafür hat es aber die Kultfiguren erwischt, die mehr als 30 Jahre lang in den Fenstern oberhalb des Restaurants standen und ein beliebtes Fotomotiv waren.

Vor wenigen Tagen brannte es im ersten Stock des denkmalgeschützten Hauses am Wasser West 1. Das Restaurant im Erdgeschoss war nicht betroffen. Foto: privat
„Die Marylin Monroe lag nach den Löscharbeiten plötzlich nackt mit Po nach oben auf dem Asphalt, das war ein trauriger Anblick“, sagt Sheyma Akkurt. Auch Elvis, James Dean und Michael Jackson seien beschädigt worden. Die Hoffnung der beiden Wirtinnen: dass alle Figuren im kommenden Jahr wieder aufgestellt werden können. Sie seien derzeit auf der Suche nach einer neuen Marylin.
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Erst mal müsse aber der Lagerraum renoviert werden. Der Raum sei komplett zerstört worden. Wie hoch der Schaden ist, steht laut Kirsten Wichern noch nicht fest. Die Brandursache sei vermutlich ein Kurzschluss gewesen, sagt Sheyma Akkurt.
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