TD/A kommt in Fluss und findet mit starker Doppel-Sechs das Gleichgewicht
Jorik Wulff war als Sechser in Delmenhorst omnipräsent. Foto: Struwe (Archiv)
Beim 3:0-Sieg am Freitagabend bei Atlas Delmenhorst bot D/A eine reife und souveräne Leistung. Omnipräsent war dabei Jorik Wulff, der auf einer altbekannten Position fischt.
Drochtersen. Am Samstagmorgen waren Jorik Wulff und Luca Menke an der Lühe angeln. Gefangen haben sie nichts, erzählt Wulff. Schon zu ihrer gemeinsamen Zeit beim VfB Lübeck haben die beiden zusammen gefischt.
Derzeit gibt es eine weitere Parallele. Beim VfB Lübeck spielte Wulff als Sechser vor Innenverteidiger Menke. Beide waren 2024 nach Lübeck gewechselt, Wulff kam dann ein Jahr früher als Menke nach Kehdingen und legte vor dessen Wechsel in dieser Saison ein gutes Wort für ihn ein bei den D/A-Verantwortlichen.
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Jetzt spielen sie auch bei D/A auf denselben Positionen. Eigentlich ist Wulff bei D/A auf der offensiveren Acht positioniert. „Uns waren ja ein bisschen die Optionen ausgegangen“, sagt Wulff, der derzeit zusammen mit Neuzugang Ole Schulz die Doppel-Sechs im D/A-Team besetzt. Schulz ist eigentlich auf der Außenbahn unterwegs.
In Delmenhorst spielt er bärenstark
Beim überzeugenden 3:0-Sieg am Freitagabend bei Atlas Delmenhorst ist Wulff als Sechser omnipräsent. Er gewinnt gefühlt jeden Zweikampf, ist immer anspielbar und seine Pässe sind überlegt und effektiv. Er kurbelt das Spiel an.
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Schon in der zweiten Minute erobert der 25-Jährige einen Ball im Zentrum und macht das Spiel mit seinem Pass auf den ebenso spielfreudigen Alla Aid Hamid schnell. Die Führung wird D/A in der Folge verwehrt, weil der Schiri ein klares Foul an Christopher Schepp als solches nicht anerkennt.
In der 23. Minute ist Wulff in seiner typischen Achter-Manier an vorderster Front am Wirbeln, da kommt er nicht ganz aus seiner Haut. Er hat gerne Offensivaktionen. Seine Vorlage verwertet Ole Wohlers sehenswert per Hackentrick, doch der Atlas-Torhüter packt einen Monsterreflex aus.
Wulff macht gerne wieder Platz auf der Sechs
Das Spiel in Delmenhorst war eine reife Leistung. D/A kontrollierte und dominierte. Das Zentrum ist immer das Herzstück. Wulffs Auftritt ist eigentlich ein Bewerbungsschreiben. D/A-Trainer Oliver Ioannou beurteilt seine neue Doppel-Sechs nach dem Sieg mit „sehr, sehr gut“.

Ole Schulz spielt mit Wulff zusammen die Doppel-Sechs. Foto: Struwe (Archiv)
Wulff, der auch schon während seiner Jugend bei Werder Bremen auf der Sechs agierte, sieht sich aus einem guten Grund aber in naher Zukunft wieder auf vorgezogener Position. „Man will ja immer die beste Qualität auf dem Platz haben“, sagt er. Heißt: Wenn die angestammten Sechser wieder fit und in Form sind, „wäre es schade, sie nicht spielen zu lassen“, so Wulff.
Dass sich D/A mit seinen vielen verletzten Schlüsselspielern und vielen Neuzugängen immer besser einspielt und sich eine Startelf herauskristallisiert, sieht Wulff genauso wie Trainer Ioannou. „Man merkt, dass wir mittlerweile mehr und mehr eingespielt sind“, sagt Wulff. Wenn man wie D/A nach einem schwierigen Saisonstart nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt, so Wulff, „muss man in Delmenhorst, die Qualität haben, erst mal so eine Performance hinlegen“.
Der Trainer hat nicht viel zu bemängeln
Delmenhorst hatte vor dem D/A-Auftritt noch kein Heimspiel verloren, hatte sich sogar in Unterzahl ein 3:3 gegen Kickers Emden erkämpft. Die Drochterser kontrollierten die erste Halbzeit komplett und waren auch in der vom Gastgeber engagierter geführten zweiten Halbzeit stabil und spielbestimmender.
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„Wir haben es geschafft, unser eigenes Spiel aufzuziehen, haben sie laufen gelassen“, lobt Ioannou. Nach der schnellen 1:0-Führung, ein Eigentor in der 10. Minute nach einem gefährlichen Querpass von Hamid, hat D/A allerdings zwei, drei Großchancen liegen gelassen. Tom Sanne vergab eine 100-Prozentige.
„Wir haben uns viele Chancen erspielt, da müssen wir aber noch effizienter werden“, sagt Ioannou. Auch hätten einige Umschaltmomente klarer ausgespielt werden können. D/A könne noch konsequenter werden, so Ioannou.
Nico von der Reith traf per traumhaften Schlenzer aus 20 Metern zum 2:0 (60.). Philipp Aue erhöhte in der Nachspielzeit auf 3:0. Sean Busch hatte zwischenzeitlich einen Pfostentreffer.
Jetzt kommt der Pokal-Schreck
Schon am Dienstagabend (19.30 Uhr) empfängt D/A Kickers Emden, gegen die es im Pokal eine empfindliche 2:4-Niederlage gab. „Da müssen wir deren offensive Wucht in den Griff kriegen“, sagt Ioannou.
Im Pokal wachte D/A zu spät auf, hatte nach hinten heraus aber sogar noch genügend Chancen, um das Spiel zu drehen. D/A scheint gewappnet zu sein für die Revanche, auch weil die Defensive stabiler wird.
Noch eine Anekdote: Luca Menke war auch vor dem Abschlusstraining vor dem Auswärtsspiel angeln. Er hatte nichts gefangen. In Delmenhorst fischte er sich aber einen Gegenspieler genau im richtigen Moment und verhinderte da den Ausgleich. Das Fischer-Duo und die insgesamt neu ausgerichtete D/A-Mannschaft kommen immer besser in Fluss.
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