TDie Rentner sind los: Neues Leben in Wangersens altem Feuerwehrgerätehaus
Vor der neuen Fahrradschutzhütte Wangersen (von links): Dr. Hans-Martin Kallenberger (Windkraftstiftung Ahlerstedt) mit Hannes Brinkmann und Werner Arndt von der „Jungrentnergang“. Foto: Pauline Meyer
Weil aus dem Projekt über die Soziale Dorfentwicklung nichts wurde, nahmen es die Wangersener selbst in die Hand. So gestalteten sie das ehemalige Feuerwehrgerätehaus um.
Ahlerstedt. In Wangersen wird nicht lang geschnackt - hier packt man an. Das bewiesen jetzt die Mitglieder der „Jungrentnergang“. So nennt sich die kleine Arbeitsgruppe aus einer Handvoll Männer augenzwinkernd selbst. Durch ihren Tatendrang entstand in der Ortsmitte von Wangersen jüngst eine neue Fahrradschutzhütte.
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An der Ecke Eichenweg/Dorfstraße weist nun ein großes Schild auf die neue Funktion des kleinen Raumes hin. „Das war mal unser altes Feuerwehrgerätehaus in Wangersen“, erzählt Hannes Brinkmann von der Jungrentnergang. Das alte Gebäude in der Ortsmitte wurde 1968 auf dem Grundstück des Landwirts Matthees errichtet. Das vorige Feuerwehrgerätehaus musste der Erweiterung eines Schlachtereibetriebes weichen.

Altes Feuerwehrgertätehaus Wangersen Dorfstraße Foto: Heimatverein
Das kleine Gebäude diente 32 Jahre lang der Wangersener Feuerwehr. Ein neues wurde im August 2000 an der Alten Schulstraße nicht unweit des Heimathauses eingeweiht. Danach diente das alte Feuerwehrgerätehaus als Lager des Heimatvereins. Dieser teilt sich das Gebäude nun aber mit der Fahrradschutzhütte.
Auf der Strecke geblieben: Andere Projekte wurden priorisiert
Hell und von innen weiß gestrichen, ist die Hütte schlicht gehalten. Ein paar Haken ragen aus der Wand. „Hier kann man zum Beispiel seine Fahrradtasche aufhängen“, erklärt Hannes Brinkmann.
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Sein Impuls war es, durch den das Projekt Schutzhütte Ende vergangenen Jahres angestoßen wurde. Die eigentliche Idee entstand bereits vor rund sechs Jahren, als Ahlerstedt in das Förderprogramm Soziale Dorfentwicklung aufgenommen wurde.
Viele Projekte standen im Raum, einige davon wurden angeschoben - andere blieben auf der Strecke. So auch die Fahrradschutzhütte. Dann, im vergangenen Jahr, rückte die Idee wieder in den Fokus der Wangersener, und die Jungrentner machten Nägel mit Köpfen.

Die Jungrentnergang am Werk in der Schutzhütte. Hier entsteht ein neuer Eingang. Foto: Möller
In einem Treffen mit dem Bürgermeister und dem Heimatverein besprach die Gruppe, wie das Vorhaben umgesetzt und finanziert werden könnte. Bei der Firma Holzbau Lühmann holten sie sich einen Kostenvoranschlag ein, den sie bei der Windkraftstiftung Ahlerstedt einreichten. Diese unterstützt seit rund 25 Jahren gemeinnützige Projekte in den Orten der Gemeinde Ahlerstedt.
„Gerade solche Projekte, die das dörfliche Leben fördern und Identifikationspunkte bilden, unterstützen wir sehr gerne“, so Dr. Hans-Martin Kallenberger von der Windkraftstiftung.
Jungrentner schwangen Hammer und Pinsel
Insgesamt 4500 Euro gab es für die Umsetzung des Projektes. Weniger als veranschlagt, denn die Jungrentnergang setzte das Meiste in Eigenleistung um. Hierfür wurde im ehemaligen Gerätehaus eine Wand gezogen und dort, wo einst ein Fenster war, ein Eingang errichtet.
„Die Bänke stammen auch aus Privatbesitz“, so Hannes Brinkmann. „Die haben wir abgeschliffen und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.“ Was noch fehlt, sind Steckdosen. Die sollen noch ergänzt werden, damit auch E-Bikes in der Schutzhütte laden können.

In der Schutzhütte Wangersen können Reisende ihr Fahrrad abstellen und rasten. Foto: Pauline Meyer
„Die Hütte wird schon gut genutzt“, erzählt Jungrentner Nils Möller. „Gleich gegenüber sind Bäcker und Fleischer. Die Radfahrer rasten und frühstücken hier dann gerne.“ Dass die Schutzhütte in Wangersen gut gelegen ist, erklärt er durch die Nähe zu beliebten Fahrrad- und Ausflugsrouten. Der Napoleonsweg und der Jakobsweg führen Touristen durch die Geest.

Dr. Hans-Martin Kallenberger (Windkraftstiftung, von links) und Zimmerer Niels Lühmann gemeinsam mit Karl-Friedrich Sebastiani, Werner Arndt, Nils Möller und Hannes Brinkmann von der „Jungrentnergang“. Foto: Pauline Meyer
„Wangersen ist eben immer eine Reise wert“, sagt Jungrentner Werner Arndt. Und da geben ihm seine Mitstreiter recht: Ihr Wangersen, das letzte Dorf vor der Grenze zu Rotenburg, sei jetzt noch schöner.
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