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Rückbau

TDonnerschlag am AKW Stade: 80 Meter hoher Kamin wird gesprengt

Der freigelegte Sicherheitsbehälter des Kernkraftwerks Stade. Dahinter steht der Abluftkamin, der am 4. September gesprengt werden soll.

Der freigelegte Sicherheitsbehälter des Kernkraftwerks Stade. Dahinter steht der Abluftkamin, der am 4. September gesprengt werden soll. Foto: PreussenElektra

Die Kuppel des ehemaligen Stader Kernkraftwerks ist bereits freigelegt, jetzt wird der weithin sichtbare Abluftkamin gesprengt. Was das für Anwohner bedeutet.

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Von Lena Stehr
28.08.2026, 11:15 Uhr

Stade. Am Freitagmittag, 4. September, wird es laut rund ums ehemalige Stader Atomkraftwerk. Ab 13 Uhr ist dort die kontrollierte Sprengung des 80 Meter hohen Abluftkamins geplant, teilt die PreussenElektra GmbH mit.

Ein Knall wie ein Donnerschlag

„Mit dem Abbruch des Abluftkamins erreichen wir einen weiteren sichtbaren Meilenstein beim Rückbau. Die Maßnahme wurde intensiv vorbereitet und wird unter hohen Sicherheitsstandards durchgeführt“, sagt Marco Albers, Anlagenleiter des Kernkraftwerks Stade. Die Sprengung erfolge durch ein spezialisiertes Fachunternehmen und unter Einhaltung aller behördlichen Vorgaben.

Angekündigt werde sie durch ein akustisches Signal, dann gebe es einen Knall. Dieser sei mit einem Donnerschlag vergleichbar. Außerdem werde es eine sichtbare Staubentwicklung sowie ein weiteres akustisches Signal direkt nach der Sprengung geben.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Umfangreiche Maßnahmen würden die Sicherheit der vor Ort tätigen Personen und der umliegenden Bevölkerung sowie der Umwelt gewährleisten, heißt es in der Mitteilung von PreussenElektra. Weitere Informationen sollen Mitte nächster Woche auf der Internetseite des Kraftwerks veröffentlicht werden.

Blick vom Bassenflether Strand auf das Kernkraftwerk. Der Rückbau schreitet voran.

Blick vom Bassenflether Strand auf das Kernkraftwerk. Der Rückbau schreitet voran. Foto: Struening

Die Sprengung des Abluftkamins erfolgt in der abschließenden Phase des konventionellen Rückbaus. Wie berichtet, wurden zwischen 2023 und 2024 bereits 17 Gebäude auf dem Kraftwerksgelände zurückgebaut, 2025 begannen die Vorbereitungen für den Abbruch des Reaktorgebäudes und des Sicherheitsbehälters. Im Herbst 2025 verabschiedete sich das Kernkraftwerk Stade mit einer Bild- und Klanginstallation im Reaktorgebäude - der Orbitale - von der Region.

Mit der Demontage des äußeren Hubgerüsts der Kuppel wurde im März 2026 die letzte Phase des Rückbaus eingeleitet. Das Gebäude wurde zuvor über Jahre freigeräumt und von Radioaktivität freigemessen.

Seilbagger reißt Stader AKW ab

Der Abluftkamin zählt zu den letzten weithin sichtbaren Bauwerken des ehemaligen Kraftwerksstandorts. Der vollständige Rückbau des Reaktorgebäudes soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Die Entlassung des Standorts aus der atomrechtlichen Überwachung ist für Herbst 2027 vorgesehen. Das Kernkraftwerk Stade wird damit der erste kommerziell genutzte Druckwasserreaktor Deutschlands sein, der vollständig zurückgebaut ist. Wie soll es dann weitergehen?

Umwandlung in attraktive Industrieflächen

Für ihre Kraftwerksstandorte strebe PreussenElektra eine wertschöpfende, zukunftsweisende Nachnutzung an. Die Grundstücke sollen in attraktive Industrieflächen umgewandelt werden. Mehrere Optionen im Bereich der Energiewirtschaft wie Speicheranlagen seien denkbar, hatte Geschäftsführer Michael Bongartz dem TAGEBLATT im März gesagt.

Das Kernkraftwerk Stade war von 1972 bis 2003 in Betrieb. Am 14. November 2003 wurde der Druckwasserreaktor aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Der konventionelle Abbruch einzelner Gebäude auf dem Kraftwerksgelände läuft seit 2023. Im selben Jahr wurden die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet.

Das Kraftwerk gehörte zu den ersten kommerziell genutzten Kernkraftwerken in Deutschland und hatte eine elektrische Leistung von 672 Megawatt brutto. Derzeit sind am Standort ungefähr 30 Mitarbeiter beschäftigt.

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