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Garten

TDrei Meter hohe Engelstrompete ist der Stolz dieser Wangerserin

Kornelia Lühmann mit ihrer Lieblingspflanze in der Gemeinde Ahlerstedt.

Kornelia Lühmann mit ihrer Lieblingspflanze in der Gemeinde Ahlerstedt. Foto: Felsch

2020 kaufte Kornelia Lühmann für 1,99 Euro eine kleine Pflanze beim Discounter. Nach sechs Jahren ist die Engelstrompete drei Meter hoch und ein Ende ist nicht in Sicht.

Von Franziska Felsch 18.10.2026, 12:50 Uhr

Wangersen. Sie wächst und wächst: Der Topf wurde bald zu klein und so musste ein größerer her. Nach sechs Jahren stößt die Engelstrompete nun ans Dach der Terrasse von Familie Lühmann im Osteracker in Wangersen. Der Pflanze scheint die Düngung, der windgeschützte Platz und die gute Pflege zu gefallen.

„Zum Überwintern bringen wir sie sicherheitshalber in die Zimmerei meines Mannes, wie jedes Jahr im Herbst“, sagt Kornelia Lühmann. Denn die Exotin ist frostempfindlich. Zwar kann sie im Freien überwintern, aber nur wenn es lange keinen Bodenfrost gibt.

Pflanzenpflege geht nur mit Leiter

Im Eingangsbereich der Zimmerei hat sie genügend Raum und Wärme. Wenn sie dann im nächsten Frühling, meistens im Mai, wieder zurück aufs Grundstück kommt, will die Besitzerin überlegen, ob sie die Pflanze mit den auffallend orangefarbenen Kelchblüten, wieder an ihren angestammten Platz setzt oder ein Stückchen weiter, wo etwas mehr Luft nach oben ist.

Denn das Klarsichtdach über der Terrasse ist leicht schräg.

Bevor sie ins Winterquartier transportiert wird, beschneidet die 61-Jährige die Pflanze und entfernt die vertrockneten Blüten. Jetzt im Herbst ist sie täglich dabei, die vertrockneten Pflanzenteile aufzusammeln, die abgefallen sind. Mittlerweile brauche sie eine Leiter, um die oberen verblühten Trompeten und Blätter zu entfernen. Die einstige Minipflanze ist nicht nur in die Höhe gegangen, sondern auch in die Breite. Und das kann sich noch auf fünf Meter steigern.

Betörender Duft wabert bis zum Nachbarn

„Dass sie einmal so groß wird, hätte ich nie gedacht, vergangenes Jahr war sie so um die zwei Meter hoch und schmaler, vielleicht liegt das an dem sehr heißen Sommerwetter“, mutmaßt Kornelia Lühmann, die sich eigentlich gut mit Pflanzen auskennt und einen grünen Daumen hat. Der gepflegte Garten mit den vielen gesunden Topf- und Beetpflanzen beweist das.

Im ersten Jahr hatte die Pflanze zehn Blüten, ein Jahr später um die 50, in diesem heißen Sommer waren es weit mehr. Ein Blütenmeer bis in den Oktober hinein. Die Blüten sondern abends in der Dämmerung einen betörenden Duft ab, der bis aufs Nachbargrundstück reicht. „Wir bemerken das auch im Haus, wenn wir die Terrassentür auflassen, es soll nach Opium riechen, hat man uns gesagt“, erzählt Kornelia Lühmann.

Die Engelstrompete ist hochgiftig

Die Engelstrompete, die es mit weißen und orangefarbenen Blüten im Handel gibt, ist eine Gattung der Nachtschattengewächse und stammt ursprünglich aus den Anden Südamerikas. Wegen ihrer auffälligen, röhrigen Blüten wurde sie weltweit kultiviert.

Durch den hohen Anteil an Alkaloiden sind alle Pflanzenteile hochgiftig.

Im Amazonasbecken wird die Gattung Brugmansia suaveolens begrenzt für medizinische Zwecke eingesetzt. Einige Stämme aus dem Westen Südamerikas verwendeten das Gift, um Halluzinationen zu erzeugen. Der Stamm der Jivaro aus Ecuador glaubt daran, dass die Zubereitung der weißblütigen Art vor dem Tod durch Gewalt, Gift oder Hexerei schützt.

Wenn das Rauschmittel allerdings überdosiert eingenommen wird, kann es zu schweren Vergiftungen kommen. Kleinkinder und Haustiere sollten daher nicht mit der Pflanze oder Teilen davon in Berührung kommen.

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