TDuden als Tischtennisnetz: Gründungsmitglied des TTC Issendorf geehrt
Gerhard Jahnke wurde für seine sportliche Leistung geehrt. Foto: P. Meyer
Seit Jahren prägt Gerhard Jahnke den TTC Issendorf. Nun wurde er in Harsefeld dafür geehrt. Seine erste Partie Tischtennis spielte er 1966 zu Hause am Esstisch.
Issendorf. Ein Esszimmertisch als Platte, ein Duden als Netz und ein paar Jugendliche mit Begeisterung für einen neuen Sport: So begann für Gerhard Jahnke seine Leidenschaft für Tischtennis.
Mehr als ein halbes Jahrhundert später wurde der 74-Jährige jetzt bei der Sportlerehrung der Samtgemeinde Harsefeld für seine Leistungen und sein jahrzehntelanges Engagement im TTC Issendorf ausgezeichnet.
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„Gerhard Jahnke gehört zu den prägendsten Persönlichkeiten unseres Vereins“, betont der Vorstand des TTC Issendorf. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1969 ist der gebürtige Issendorfer engagiert: als Spieler, Organisator und Vorstandsmitglied.
Der Saal der Dorfkneipe als Sporthalle
Dabei fing alles eher improvisiert an. Mit 14 Jahren kam Jahnke über die Landjugend und einen Freund erstmals mit dem Tischtennissport in Berührung. Der war in den 1960er und 70er Jahren gerade im Kommen. „Ich hatte vorher noch nie einen Schläger in der Hand“, sagt Jahnke. Seitdem hat er ihn kaum wieder weggelegt.

Im Alter von 14 Jahren begann Gerhard Jahnke das Tischtennisspielen. Foto: P. Meyer
Eine Platte gab es damals noch nicht. „Deshalb haben wir einfach den Esszimmertisch in der Stube genommen“, erinnert er sich lachend. Als Netz mussten der Duden der Eltern und andere gleich große Bücher herhalten. Gespielt wurde, wo gerade Platz war.
Später konnten die Jugendlichen im Saal der damaligen Dorfkneipe trainieren - dort, wo heute das Dorfgemeinschaftshaus in Issendorf steht. Eine Tischtennisplatte wurde von einem benachbarten Bauern ausgeliehen. Die musste allerdings jeden Abend wieder zurückgebracht werden, erzählt Gerhard Jahnke.
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Dass Jahnke gerade seine Lehre zum Tischler machte, kam dem neuen Hobby schnell zugute: Kurzerhand baute der Auszubildende seine erste eigene Tischtennisplatte selbst - grün angestrichen und mit weißen Markierungen versehen.
Ein spannendes erstes Punktspiel
1969 gründete er gemeinsam mit Freunden schließlich den TTC Issendorf. Weil Jahnke damals erst 17 Jahre alt war, konnte er den Verein aber nicht selbst offiziell eintragen lassen. Die nötigen acht Gründungsmitglieder kamen dennoch zusammen. An das erste Punktspiel im Jahr 1970 erinnert er sich noch genau.
Das spielte das neu formierte Team gegen den VfL Horneburg unentschieden 6:6. „Das war damals ein riesiger Erfolg“, so Jahnke.

Die Herrenmannschaft des TTC Issendorf von 1972. Gerhard Jahnke ist ganz links zu sehen. Foto: privat
Dem TTC Issendorf blieb er seitdem fast durchgehend treu. Nur für die Saison 1973/1974 wechselte Gerhard Jahnke zum VfL Kutenholz-Mulsum, um spielerisch dazuzulernen. Lange hielt es ihn dort trotz Aufstiegs allerdings nicht. Seine sportliche Heimat blieb der TTC Issendorf.
Neben dem Sport übernahm Jahnke früh Verantwortung im Verein. Vom Gerätewart über Jugend-, Presse- und Sportwart bis hin zum 2. Vorsitzenden: Seit 1976 bekleidet er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden und wurde erst vor kurzem erneut für zwei weitere Jahre gewählt. „Den ersten Vorsitz wollten sie mir schon öfter geben, aber das ist nichts für mich. Ich wollte immer direkt mit dem Sport zu tun haben“, sagt er schmunzelnd.
Noch immer blitzschnell an der Platte
Ausgezeichnet wurde Gerhard Jahnke schon zuvor: Er erhielt die goldene Ehrennadel des TTC, die goldene Ehrennadel des Kreissportbundes und die silberne Ehrennadel des Landessportbundes. Auch sportlich sammelte Jahnke Erfolge.
Mehrfach gewann er Bezirks- und Landesmeisterschaften der Senioren, nahm an Europa- und Weltmeisterschaften teil und holte 2019 bei der Senioren-EM in Budapest Gold im MD65 Consolation Cup, einer Nebenrunde des Turniers. „Das war gigantisch“, schwärmt er.

Seit Gründung des Vereins sammelt Gerhard Jahnke Zeitungsausschnitte über seinen Verein. Foto: P. Meyer
Doch Tischtennis bedeutet für Jahnke mehr als Siege und Titel. Es geht für ihn um Gemeinschaft, Geselligkeit und das Vereinsleben. Gerade in den 1970er und 1980er Jahren sei der TTC Issendorf mit mehreren Herren-, Damen- und Jugendmannschaften eine echte Hochburg gewesen, die sich um das kulturelle Leben in Issendorf verdient gemacht habe. „Das Dorf lebte vom Verein“, erinnert sich Jahnke. Heute freut sich Gerhard Jahnke besonders darüber, dass sich sein Verein gemeinsam mit dem Schützenverein weiter um den Nachwuchs bemüht.
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Bis heute steht der 74-Jährige aktiv an der Platte. Der Sport halte ihn fit - körperlich und geistig. Schnell müsse man sein und wach. Seinen Ehrgeiz hat Jahnke nie verloren. „Gegen Jüngere zu gewinnen, macht besonders Spaß“, erzählt er lachend. „Dann höre ich oft: Der Alte kann’s noch.“
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