TEin Blick in die Kasse: So viel Geld kostet der VfL Fredenbeck
Fredenbeck belegte in der vergangenen Saison Platz sechs in der 3. Liga. Foto: Joerg Struwe
Die Handballer des VfL Fredenbeck laden ihre Sponsoren zum Essen und Schnacken ein. Die Gönner erfahren, was mit ihrem Geld passiert. So viel kostet der Drittligist.
Fredenbeck. Abends im Deck 2 bei Möbel Jähnichen in Stade. Geschäftsführer Arndt Grube kredenzt ein warmes Büfett mit Schnitzel, Fisch, Pilzsoße, Pasta und Gemüse. Er ist Gastgeber des Sponsorenabends des VfL Fredenbeck. Grube erinnert kurz an die alten Zeiten. Der VfL sei vor mehr als 20 Jahren schon mal bei ihm gewesen. Damals noch mit Binjo Tluczynski als Trainer.
Vom aktuellen Kader kennt Grube kaum einen Spieler, gibt er zu. Der Handball-Abteilungsleiter Lars Müller und Vereinschef Jörg Wichern werden den Spieler- und Trainerstab im Laufe des Abends vorstellen.
Was Grube aber mag, ist die Transparenz des Vereins. Der VfL Fredenbeck weiht seine Sponsoren detailliert in seine Finanzplanung ein. „Der Verein wurde auf eine gute Basis gestellt“, sagt Grube. Aber wofür geben die Gönner ihr Geld schließlich aus?
So hoch ist der Jahresetat beim VfL Fredenbeck
Die erste Mannschaft des VfL Fredenbeck ist als Handball GmbH vom Gesamtverein finanziell abgekoppelt. Lars Müller wirft die Zahlen per Beamer an die Wand. Demnach arbeitet der Drittligist in der Saison 2026/27 mit einem Jahresetat von 345.000 Euro. Das Budget sei um etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, sagt Müller. Im Ligavergleich klopfe Fredenbeck damit etwa im Mittelfeld an.
Zwei Posten stehen unter dem Stichwort Einnahmen in Müllers‘ Powerpointpräsentation. 80.000 Euro nimmt der VfL im nächsten Handballjahr mit dem Verkauf der Eintrittskarten und mit den Erlösen des Caterings in der Geestlandhalle ein. Den Löwenanteil des Gesamtbudget steuern allerdings die Sponsoren bei.

Lars Müller gab einen detaillierten Einblick in die Finanzen des VfL Fredenbeck. Foto: Berlin
In der Geschichte des VfL Fredenbeck steht bereits eine finanzielle Durststrecke. „Eine Insolvenz will ich nicht noch mal haben“, sagt Lars Müller. Deshalb plane er konservativ. 90 „normale“ Sponsoren überweisen Geld. Dazu kommen 45 Sponsoren aus landwirtschaftlichen Betrieben. Die Landwirte hatten sich vor etwa zwei Jahren als „Feldhelden“ dem Sponsorenpool des VfL angeschlossen. Die Anzahl der Geldgeber ist seither stetig gestiegen. Ein Erfolgsmodell.
So viel Geld spülen die Sponsoren in die VfL-Kasse
Die Handball GmbH plant mit einer finanziellen Unterstützung durch die Sponsoren in Höhe von 265.000 Euro für die kommende Saison. Dass die Mannschaft in der vergangenen Saison als zweitbester Aufsteiger aller Drittligisten deutschlandweit Tabellenplatz sechs in ihrer Staffel belegt hat, spielt dem VfL in die Karten. „Die letzte Saison hat geholfen. Die Gespräche mit den Sponsoren fallen leichter“, sagt Lars Müller. Wo das Geld hinfließt, erklärte Müller ganz offen.
In das Personal, also vornehmlich die Spieler und den Stab, fließen etwa 160.000 Euro. „Durchschnittlich verdient ein Spieler im Monat 493 Euro für fünf bis sechs Einsätze pro Woche“, sagt Lars Müller. Und er räumt mit möglichen Vorurteilen oder Spekulationen auf: „Wir haben hier keine überbezahlten Handballprofis. Sie verdienen auch etwas, aber nicht unverschämt.“
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Für die bevorstehende Drittligasaison hat der VfL fast jede Spielerposition dreifach besetzt. Dabei sind vier Neuzugänge: Teo Mestrovic kehrt vom Oranienburger HC zurück und bildet mit Justin Rundt und Niklas Itzen das neue Torwarttrio. Den Rückraum verstärken Jonas Gerkens (zuvor SV Beckdorf), Noah Schwenke (zuvor TSV Altenholz) und Ben Lewermann (zuvor HSV Hamburg). Dazu wird nach langer Verletzungspause im Verlauf der Hinserie auch wieder mit Malte Hagedorn (VfL Horneburg) gerechnet.
Das sind die dicken Brocken im VfL-Budget
„Dicke Brocken“ (Müller) belasten den Etat. „Um einige Dinge kommen wir schon rein rechtlich nicht herum“, sagt Lars Müller. Da schlägt die Sozialversicherung der Minijobber mit 37.000 Euro zu Buche. Die Berufsgenossenschaft (BG) nimmt 32.000 Euro. Verletzt sich ein Sportler schwer, wird er von der BG abgefedert.
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Die Busfahrten zu den Auswärtsfahrten verschlingen 25.000 Euro. Der VfL hat mit einem Busunternehmen aus Harsefeld einen neuen Partner gefunden. Ein blau-weißer Mannschaftsbus mit VfL-Wappen fährt das Team demnächst nach Aurich, Wilhelmshaven oder zum Ligafavoriten Vinnhorst. Schiedsrichter kosten etwa 13.000 Euro im Jahr. Doch das ist noch nicht alles.
Drei Wohnungen, die im Jahr 28.000 Euro kosten, stellt der VfL seinen Spielern zur Verfügung. Die Spielerkleidung steht mit 8000 Euro im Etat, das Hallenheft mit 7000, die Werbebanden und LED-Banden mit 10.000 und die Besuche im Fitnesscenter mit 5000 Euro. „Wir aasen nicht rum“, sagt Lars Müller.
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Mit diesen finanziellen Mitteln und spielerischer Qualität peilt der VfL Fredenbeck in der nächsten Saison die Plätze vier bis acht an.
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