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T„Eindeutig zu wenig“: Fredenbecker Gemeindebrandmeister fordert mehr Lehrgänge

Damit die Feuerwehrleute im Kreis Stade nicht nur bei Übungen, wie hier in Bützfleth, sicher die Unfallrettung vertiefen können, sind Kurse bei der Landesfeuerwehrschule unumgänglich.

Damit die Feuerwehrleute im Kreis Stade nicht nur bei Übungen, wie hier in Bützfleth, sicher die Unfallrettung vertiefen können, sind Kurse bei der Landesfeuerwehrschule unumgänglich. Foto: Vasel

Trotz vieler positiver Entwicklungen verteilte Fredenbecks Gemeindebrandmeister Sven Dammann auch Kritik. Besonders bei einem Thema liegt ihm am Herzen.

Donnerstag, 23.04.2026, 08:10 Uhr

Fredenbeck. Das Land hat 2024 eine neue Feuerwehrdienstvorschrift eingeführt, die beinhaltet, dass auch Truppführende in der Samtgemeinde ausgebildet werden. Die neuen Strukturen bezeichnete Dammann als grundsätzlich positiv, aber ohne das Engagement von Leon Behrman und seinem Ausbilderteam hätte das nicht geklappt, betonte der Gemeindebrandmeister. Die Anzahl der nun zur Verfügung stehenden Truppführer-Lehrgänge sei damit fast verdoppelt worden.

Mit der Zuteilung der Lehrgänge auf Kreisebene war er auch zufrieden: Von 74 angeforderten Lehrgängen wurden 59 genehmigt - eine Zuteilungsquote von etwa 80 Prozent.

Das ist Dammanns Forderung

Aber: „Die Zuteilung der Lehrgänge auf Landesebene liegt mit 6 Prozent deutlich niedriger, von angeforderten 29 Lehrgängen erhielten wir nur 20.“

Ziel der Reform der Grundausbildung sei eine Entlastung der Feuerwehrschulen, um das Angebot der Führungsausbildung zu erhöhen, erinnerte er. Das habe nicht geklappt, denn von den für dieses Jahr angeforderten 25 Führungslehrgängen konnten lediglich 16 zugeteilt werden, was einer noch schlechteren Quote von 64 Prozent entspreche. „Eindeutig zu wenig. Hier muss an den versprochenen Zuteilungen dringend nachgebessert werden“, so die wiederholte Forderung.

Brandbekämpfung in der Badewanne

Großes Lob gab es für die 435 Aktiven. Insgesamt 42.854 Stunden und damit 8000 Stunden mehr als im Vorjahr haben sie 2025 geleistet. „Das sind pro Kopf fast 100 Stunden, mehr als zwei Wochen Dienst am Bürger“, rechnete Dammann vor. 186-mal mussten sie zu Einsätzen ausrücken, eine leichte Steigerung im Vergleich zu 2024 (167).

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thorsten Hellwege (rechts) gratuliert Wilhelm Ehlers, Christoph Brunckhorst und Johann Lüchau (von links) für ihre 70-jährige Treue zur Feuerwehr.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thorsten Hellwege (rechts) gratuliert Wilhelm Ehlers, Christoph Brunckhorst und Johann Lüchau (von links) für ihre 70-jährige Treue zur Feuerwehr. Foto: Felsch

In Erinnerung geblieben sind besonders der Brand einer Scheune in Mulsum Hohenmoor, der Akkubrand eines E-Rollers, der in einer Badewanne gelöscht werden konnte, sowie der Unfall des Treckerfahrers, der im September an einem ungesicherten Bahnübergang in Kutenholz mit einem Wasserstoffzug der EVB kollidierte. Zwei Monate später fuhr sich ein mit Beton beladener Lkw auf den Schienen fest, der Zugverkehr musste gestoppt werden.

Dammann dankte den AED-Gruppen, die vier Menschen erfolgreich reanimieren konnten und der Ortswehr Deinste für die Einrichtung des neuen Anhängers für die Einsatzstellenhygiene.

Ausblick auf 2026

Das neue Feuerwehrhaus in Deinste wird in diesem Jahr bezugsfertig sein. Die offizielle Indienststellung und Einweihung eines neuen Ölwehranhängers folgt in Kürze. Zwei Einsatzleitwagen für Mulsum und Fredenbeck sollen noch vor Weihnachten den Fuhrpark bereichern.

Hauptfeuerwehrmann Klaus Lührs aus Kutenholz erhielt das Ehrenzeichen in Silber des Kreisfeuerwehrverbandes Stade.

Hauptfeuerwehrmann Klaus Lührs aus Kutenholz erhielt das Ehrenzeichen in Silber des Kreisfeuerwehrverbandes Stade. Foto: Felsch

Im Frühjahr rechnet Dammann mit dem Brandschutzbedarfsplan: „Rechtzeitig, um erste Projekte in die Haushaltsplan 2027 mit einfließen zu lassen.“

Die Feuerwehr Essel erhält eine nach Geschlechtern getrennte Umkleide. Der jetzige Gruppenraum wird zur Umkleide umgebaut, ein neuer Gruppenraum entsteht in der alten Schule, der zusammen mit der Dorfgemeinschaft genutzt werden soll. Neue Umkleideschränke sollen in Kürze eintreffen. „Damit haben dann alle Ortsfeuerwehren nach dem Bezug des neuen Deinster Feuerwehrhauses ihre Einsatzkleidung in den Feuerwehrhäusern gelagert. Ein Meilenstein“, freute sich Dammann.

Ehrungen

25 Jahre: Jan Wegner, Torben Jandt, Jörg Müller, Ulf Schomaker, Katja Kröger, Jost Quell, Andreas Wilkens, Ronald Köhler, Detlef Barschke, Mario Leinz, Heino Meybauer, Andreas Meyer.

Rund 220 Feuerwehrleute kamen zur Gesamtwehrversammlung ins Deutsche Haus in Mulsum.

Rund 220 Feuerwehrleute kamen zur Gesamtwehrversammlung ins Deutsche Haus in Mulsum. Foto: Felsch

40 Jahre: Herwig Bülau, Arndt Schmetjen und Peter Klie.

Stehenden Applaus für Günter Buckstöver und Walter Poppe aus Aspe sowie für Helmut Ehlers aus Fredenbeck für 50 Jahre - und für Christoph Brunckhorst (85) aus Aspe, Wilhelm Ehlers (89) und den 87-jährigen Johann Lüchau aus Fredenbeck.

Das Ehrenzeichen in Silber erhielt Klaus Lührs.

Kreisbrandmeister Danny Waltersdorf (rechts) überreicht die Ehrenurkunden für 50 Jahre an Günter Buckstöver (links) und Helmut Ehlers.

Kreisbrandmeister Danny Waltersdorf (rechts) überreicht die Ehrenurkunden für 50 Jahre an Günter Buckstöver (links) und Helmut Ehlers. Foto: Felsch

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