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Neubau

TEinmalig im Kreis Stade: Das steckt in Deinstes neuem Dorfmittelpunkt

Mit diesem Neubau ist für alle Deinster, darunter Ortsbrandmeister Rainer Nuttbohm und Gemeindebürgermeister Jörg Müller - hier vor der Zeitkapsel -, ein neues Zeitalter angebrochen.

Mit diesem Neubau ist für alle Deinster, darunter Ortsbrandmeister Rainer Nuttbohm und Gemeindebürgermeister Jörg Müller - hier vor der Zeitkapsel -, ein neues Zeitalter angebrochen. Foto: T. Meyer

Deinstes Multifunktionshaus sucht kreisweit seinesgleichen. Ein Blick in die neue Heimat von Feuerwehr und Dorfgemeinschaft und ein Blick auf Baukosten und Nutzungsregeln.

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Von Thies Meyer
23.07.2026, 13:50 Uhr

Wie ist das Multifunktionshaus in Deinste aufgebaut?

Im Loher Weg steht Deinstes neues Schmuckstück. Am 27. Juni wurde das Multifunktionshaus mit 7000 Quadratmeter Gesamt- und 800 Quadratmeter Nutzfläche eingeweiht, seit letzter Woche ist die Freiwillige Feuerwehr Deinste vom neuen Zuhause aus einsatzfähig. Seine erste größere Veranstaltung hat es auch schon erlebt mit der Informationsveranstaltung zur Reaktivierung der Bahnlinie von Bremervörde über Deinste nach Stade. Der neue Dreh- und Angelpunkt für die Gemeinde Deinste ist halb Feuerwehrhaus, halb Dorfgemeinschaftshaus. Ein Rundgang.

Das Dorfgemeinschaftshaus auf der rechten Seite hat eine hochmoderne Küche mit Grundausstattung. Kaffee und Kuchen für 100 Personen sei möglich, Kochen für 100 Personen nicht, so Deinstes Gemeindebürgermeister Jörg Müller. Hinter der Küche befindet sich ein 130 Quadratmeter großer Mehrzweckraum. Im Nebenraum, in dem auch jeder Verein aus Deinste seinen eigenen Aufbewahrungsschrank hat, lagern Stühle für 162 Personen.

Vor einer Wand im Mehrzweckraum ist Platz für eine Bühne, wenn etwa Deinstes Theatergruppe spielt, sagt Ortsbrandmeister Rainer Nuttbohm. Equipment wie Bühne, Scheinwerfer und weitere spezielle Technik müssen Veranstalter, die das Dorfgemeinschaftshaus buchen, selbst organisieren.

Einblicke in das Multifunktionshaus in Deinste

Foto: T. Meyer

Das Multifunktionshaus in Deinste hat rund 3,7 Millionen Euro gekostet - links d...
Das Multifunktionshaus in Deinste hat rund 3,7 Millionen Euro gekostet - links das Feuerwehrgerätehaus und rechts das Dorfgemeinschaftshaus. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Hinter der Fassade des Dorfgemeienschaftshaus-Anbaus verbergen sich ein großer G...
Hinter der Fassade des Dorfgemeienschaftshaus-Anbaus verbergen sich ein großer Gemeinschaftsraum und eine üppige Küche. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Blick auf den Eingangsbereich in das Deinster Multifunktionshaus beziehungsweise...
Blick auf den Eingangsbereich in das Deinster Multifunktionshaus beziehungsweise den Dorfgemeienschaftsteil. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Der Blick ins Foyer, rechts ist der Gruppenraum im Dorfgemeinschaftshaus zu sehe...
Der Blick ins Foyer, rechts ist der Gruppenraum im Dorfgemeinschaftshaus zu sehen. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Im Gruppenraum können rund 160 Personen sitzen. Hier sollen zum Beispiel Chöre u...
Im Gruppenraum können rund 160 Personen sitzen. Hier sollen zum Beispiel Chöre und Theatergruppen auftreten. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Die Küche hat eine Grundausstattung mit Besteck, Tellern und Tassen für bis zu 1...
Die Küche hat eine Grundausstattung mit Besteck, Tellern und Tassen für bis zu 100 Personen. Viele Küchengeräte müssen sich Mieter des Dorfgemeinschaftshauses aber selbst mitbringen. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Neue Dimensionen im Vergleich zum alten Feuerwehrhaus zeigen sich in diesem Grup...
Neue Dimensionen im Vergleich zum alten Feuerwehrhaus zeigen sich in diesem Gruppenraum für Versammlungen, Feuerwehrdeinste und Lehrgänge. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Die Feuerwehrfrauen und -männer aus Deinste haben in ihrem eigenen Gruppenraum e...
Die Feuerwehrfrauen und -männer aus Deinste haben in ihrem eigenen Gruppenraum eine eigene Küche. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Wer durch die Verbindungstür zwischen dem Mittelbau und dem Feuerwehranbau geht,...
Wer durch die Verbindungstür zwischen dem Mittelbau und dem Feuerwehranbau geht, sieht diese Vitrine mit alten Feuerwehrpokalen. Links geht es ins Feuerwehrgerätehaus, rechts zum Gruppenraum und in den Hinterhof. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Mit besonderen Details sollen sich die Feuerwehrleute im Neubau willkommen fühle...
Mit besonderen Details sollen sich die Feuerwehrleute im Neubau willkommen fühlen, wie mit dieser Gaderobe aus alten Feuerwehrleitern. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Die Deinster Feuwehrleute haben es mordern und viel Platz in ihrer Umkleidekabin...
Die Deinster Feuwehrleute haben es mordern und viel Platz in ihrer Umkleidekabine für Blaulichteinsätze. Auch an ein Wertsachenfach am Spind ist gedacht. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Die Fahrzeughalle im Feuerwehrhaus. Zum Löschgruppenfahrzeug gesellen sich noch ...
Die Fahrzeughalle im Feuerwehrhaus. Zum Löschgruppenfahrzeug gesellen sich noch ein Mannschaftswagen und ein Hygienewagen. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Im Hinterhof gibt es einen Außenbereich mit Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen. Auch...
Im Hinterhof gibt es einen Außenbereich mit Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen. Auch ein Bienenvolk soll hier noch in sein Bienenhotel einziehen. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Zwei Unterstände mit Sitzbänken, Ladestation und Werkzeug für E-Bikes. Auf dem D...
Zwei Unterstände mit Sitzbänken, Ladestation und Werkzeug für E-Bikes. Auf dem Dach sind PV-Anlagen. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Unter einem Unterstand, rechts vom Multifunktionshaus, können Radler ihr E-Bike ...
Unter einem Unterstand, rechts vom Multifunktionshaus, können Radler ihr E-Bike aufladen. Foto: T. Meyer

Foto: T. Meyer

Hier kann man auch sein Fahrrad reparieren.
Hier kann man auch sein Fahrrad reparieren. Foto: T. Meyer

Im Foyer sind barrierefreie Sanitäranlagen und mobil ausklappbare Kleiderhaken zu finden, als i-Tüpfelchen gibt es links neben der Eingangstür ins Dorfgemeinschaftshaus eine bronzene Zeitkapsel zu bestaunen. Als Zeugnis für die Nachwelt wurden darin ein Deinster und Fredenbecker Wappen, Baupläne, Münzen und eine TAGEBLATT-Ausgabe hinterlassen.

Eine alarmgesicherte Tür im Foyer zum Feuerwehrteil lässt sich nur per Disponder und für Feuerwehrleute öffnen. Rechts geht es zum eigenen Gruppenraum, durch eine Glastür in den Hinterhof mit Parkplätzen und einer umzäunten Wiesenfläche mit Holzbänken und Feuerstelle. Links geht es zu Umkleideräumen und Duschen für die 69 Einsatzkräfte. In der Fahrzeughalle steht das Löschgruppenfahrzeug, Mannschaftstransportwagen und Hygenieanhänger ziehen noch ein.

Was macht diesen Neubau besonders?

„Dieses ist das einzigartige und größte Dorfgemeinschaftshaus in der Samtgemeinde. Was wir hier an Technik eingebaut haben, gibt es sonst nirgendwo“, freut sich Müller. Es gebe im Landkreis kein Gebäude dieser Größenordnung, das Ortsfeuerwehr und alle -vereine unter einem Dach vereint.

Statt einer Klimaanlage sorgt eine CO2-gesteuerte Lüftung für gutes Klima im Dorfgemeinschaftshaus. Zwei Wärmepumpen beheizen den Neubau. Radfahrer und Pilgerer können sich unter Photovoltaik betriebenen Unterständen ausruhen, ihre E-Bikes aufladen und es an der Fahrrad-Repair-Station richten. Für Pkws wird noch eine E-Ladesäule installiert.

Primär für die Brandbekämpfer gebaut: Seit dem 27. Juni ist das Multifunktionshaus das neue Zuhause der Freiwilligen Feuerwehr Deinste.

Primär für die Brandbekämpfer gebaut: Seit dem 27. Juni ist das Multifunktionshaus das neue Zuhause der Freiwilligen Feuerwehr Deinste. Foto: T. Meyer

Auch an die Tierwelt ist gedacht. Auf der Außenanlage hinter dem Gebäude sollen Steinhaufen im Regenrückhaltebecken Amphibien Lebensraum bieten, sagt Gartenlandschaftsbauer Nuttbohm. Zudem hat die Kinderfeuerwehr ein Bienenhotel gebaut.

Was hat das Multifunktionshaus gekostet?

Die Gesamtsumme beläuft sich auf 3,7 Millionen Euro, sagt Jörg Müller, davon hat der Feuerwehrteil zwei und der Dorfgemeinschaftsteil 1,7 Millionen Euro gekostet. Dazu kommen 750.000 Euro für die Außenanlage. Diese fördert der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums mit fast einer halben Million Euro - 493.995 Euro.

Warum ist dieses Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus gerade jetzt wichtig?

„Die Feuerwehr ist zu klein“, sagt Nuttbohm und verweist auf das alte Feuerwehrhaus von 1936 an der Hauptstraße. „Wir sind in der Gemeinde Deinste schon lange hinter einem Multifunktionshaus her. Jetzt war die einmalige Gelegenheit, das umzusetzen“, sagt Müller.

Der Gruppenraum im Ex-Feuerwehrhaus bietet Platz für 32 Feuerwehrleute - die Deinster Feuerwehr hat 67 Feuerwehrmänner und zwei -frauen sowie 15 Kinderfeuerwehrleute. Ein weiteres Manko ist dank des Neubaus behoben: Zuvor mussten die Deinster Brandbekämpfer ihre Feuerwehrklamotten bei sich zu Hause lagern.

Deinste beantwortet mit dem neuen Dorfmittelpunkt die Zukunftsfrage über Räumlichkeiten für die Bewohner und sorgt vor, falls Gaststätten im Ort sterben und mit ihnen die letzten Treffpunkte.

Wer darf das Dorfgemeinschaftshaus mieten?

Aus der Gemeinde Deinste alle Vereine und Menschen, die in einem der Vereine tätig sind. „Wir Deinster dürfen in Helmste rein und die Helmster dürfen auch hier rein“, so der Ortsbrandmeister.

Für Veranstaltungen dürften aber auch Nicht-Deinster Unternehmen, Vereine und Menschen den Dorfmittelpunkt nutzen, die „einen Bezug zu Deinste haben“ - zum Beispiel die EVB, da die Bahn wieder in Dienste halten soll, oder die Geestlandtouristik, in der viele Mitglieder aus beiden Dörfern kommen.

Private Feiern wie Beerdigungskaffees sind am gebuchten Tag bis 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus möglich.

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