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TEinst hatte sie Angst vor Wasser: Buxtehuderin startet beim Ironman auf Hawaii

Wettkampf-Utensilien haben Vorrang: Louisa Pranger und ihr Freund mussten vor Hawaii genau abwägen, was mit kommt. Hund Fox (links) musste bei ihren Eltern bleiben.

Wettkampf-Utensilien haben Vorrang: Louisa Pranger und ihr Freund mussten vor Hawaii genau abwägen, was mit kommt. Hund Fox (links) musste bei ihren Eltern bleiben. Foto: Bröhan

Louisa Pranger akklimatisiert sich gerade auf Hawaii. Am 10. Oktober nimmt sie am Ironman teil. Eine solche Reise hat sie noch nie gemacht. Erste Herausforderung: das Kofferpacken.

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Von Jan Bröhan
01.10.2026, 20:40 Uhr

Buxtehude. Am vergangenen Montag sind Louisa Pranger und ihr Freund Clemens nach Hawaii geflogen, wo in Kailua-Kona der prestigeträchtigste aller Ironman-Wettkämpfe stattfindet. Schon ein paar Tage zuvor war die Couch im Wohnzimmer belegt - mit zahlreichen Dingen und Utensilien, die die 28-Jährige auf jeden Fall mitnehmen muss. „Ich habe so noch nie gepackt“, sagt Louisa Pranger und lächelt.

Dem Wettkampf ist alles untergeordnet. Aber natürlich wollen die Buxtehuderin und ihr Freund auch Urlaub machen während der zweiwöchigen Akklimatisierung. Klamotten, die bei einem normalen Urlaub in den Koffer gewandert wären, finden dieses Mal aber keinen Platz.

Der Radkoffer ist eine Hilfe

23 Kilogramm darf das Sperrgepäck zum Schutz des Rads am Flughafen auf die Waage bringen. Mit dem Rennrad hat das Paket etwa 13 Kilogramm, bleiben also gute 10 Kilo für weitere „sperrige Sachen“. Fahrradzubehör wie ein Reparatur-Set, Helme, Schuhe oder auch die Isomatte sind so schon mal von der Liste.

Der Koffer darf ebenso 23 Kilogramm wiegen. „Sportsachen haben Vorrang“, sagt Louisa Pranger, zudem muss sie „viel Verpflegung“ mitnehmen. Die für den Wettkampftag selbst oder Pasta beispielsweise, weil die auf Hawaii aufgrund des Imports „sehr teuer ist“, so die Triathletin. Weil sie gerade die Tage vor dem intensiven Wettkampf - 3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen - viele Kohlenhydrate zu sich nehmen muss, sorgt sie vor.

Sehr wichtige Dinge, wie ihre Laufschuhe, müssen im Handgepäck verstaut werden. Um sicher zu gehen, dass sie zu 100 Prozent ankommen. Es ist kompliziert.

Ironman-Qualifizierung kam komplett überraschend

Louisa Pranger begann erst 2023 sporadisch an Lauf-Wettkämpfen teilzunehmen - und wollte dann eine neue Herausforderung (das TAGEBLATT berichtete). Sie schloss sich der Triathlon-Abteilung des Buxtehuder SV an. Sie hatte kein Rennrad. Sie konnte kein Freistil-Schwimmen. Schlimmer noch: Sie fürchtete sich eigentlich vor Wasser, gerade in der freien Natur.

2025 nahm Louisa Pranger an dem vom BSV organisierten Volkstriathlon im Alten Land teil - 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen. Danach war sie endgültig angefixt. Sie ließ sich von dem erfahrenen BSV-Triathleten Peter Uhl trainieren, bereitete sich gezielt auf den diesjährigen Hamburg Ironman vor. Den beendete sie in 10,27 Sunden als Vierte ihrer Altersklasse - und qualifizierte sich für Hawaii. „Ich dachte zuerst, das sei ein Scherz“, erinnert sie sich.

Nun ist sie auf der Trauminsel

Peter Uhl war selbst schon zwei Mal Teilnehmer auf Hawaii. Er stellte ihr einen detaillierten Trainingsplan zusammen. „Die größte Umstellung ist, im Meer zu schwimmen“, sagte Louisa Pranger vor ihrem Abflug. Schwimmen ist ihre schwächste Disziplin.

Auf Hawaii wird ohne Neoprenanzug geschwommen, weil die Wassertemperatur bei gut 28 Grad liegt. „Mir wird schnell kalt“, sagt Louisa Pranger, auch im Freibad trainierte sie im Wetsuit. Hinzu kommt, dass der wärmende Anzug Auftrieb gibt. „Aber das Meerwasser ist sehr salzig, das trägt auch“, hofft die Triathletin vor ihrem Debüt im Meer.

Louisa Pranger.

Louisa Pranger. Foto: privat

Gewöhnen muss sie sich auch an die Hitze. Kurze Läufe stehen auf dem Trainingsprogramm. Das Radfahren ist ihre stärkste Disziplin. „Es macht mir unheimlich viel Spaß, ordentlich Gas zu geben und andere zu überholen. Beim Schwimmen liege ich meistens etwas zurück – auf dem Rad kann ich dann wieder aufholen.“ Trainer Uhl hat ihr mitgegeben, Teile der Radstrecke, an der sie auch ihre Unterkunft hat, regelmäßig abzufahren.

Urlaubsmomente sollen aber nicht zu kurz kommen

Louisa Pranger und ihr Freund haben natürlich nicht nur den Wettkampf im Kopf. Der Vulkan soll besichtigt werden, vielleicht sehen sie sogar Lava. Die Sportlerin will sich auch im Wellenreiten ausprobieren. Sie, die schon als Au-pair auf Neuseeland war, oder auf Sylt gearbeitet hat, hat das noch nicht gemacht. Da war ja die Angst vor dem Wasser. Nun möchte sie auf Hawaii auch nachts mit Mantarochen, die mit UV-Licht angelockt und beleuchtet werden, schwimmen.

Zwischen Monitoring und Vitalwertkontrollen: Die Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeitet auf der Intensivstation des Elbe Klinikums Buxtehude.

Zwischen Monitoring und Vitalwertkontrollen: Die Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeitet auf der Intensivstation des Elbe Klinikums Buxtehude. Foto: Elbe Kliniken/Braeuti (nomo)

Vor der Abreise liegt ein dickes Buch im Handgepäck. Das muss Platz finden. „Wir werden bestimmt auch viel am Strand entspannen“, sagt Louisa Pranger. Beim Packen ist bei ihr „die Aufregung“ gekommen. Die hatte sie zuvor erst vor den Wettkampf verortet.

Sie hofft auf ein „Daylight-Finish“, das wäre nach etwa 11 Stunden. Peter Uhl gab ihr neben dem Trainingsplan noch einen Tipp mit: „Egal was passiert, nicht aus dem Konzept bringen lassen und immer weitermachen“, sagt Louisa Pranger. Ihm sei beispielsweise nach wenigen Metern die Brille zerbrochen.

Auf zwei Klamotten-Stücke wollte Louisa Pranger auf keinen Fall verzichten. Ihre liebste kurze Hose und den Pullover vom Hamburg Ironman. Zwei Sachen beruhigten sie schon während der aufgeregten Vorbereitung: Bei der Hitze brauche sie eh nicht ganz so viel und sie könnte halt die Waschmaschine öfters als in Standard-Urlauben nutzen - zudem hat ihr Freund ja auch noch ein Koffer. „Es wird sicher noch was aussortiert“, sagte Clemens. Meinte er bei sich oder insgesamt? Beide hofften, dass das Fernglas als Luxusgut irgendwo Platz finden würde.

Trauminsel und Ironman, Urlaub und Wettkampfvorbereitung - für Louisa Pranger zwei besonders intensive Wochen. Aber solche Herausforderungen mag die disziplinierte Sportlerin (bis zu 18 Stunden in der Woche), die im Vollzeitstudium der Wirtschaftspsychologie steckt und auf der Intensivstation des Elbe Klinikums jobbt.

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