TEr traf Stars wie Nowitzki: VfL Stade rührt Rudi Steinkamp zu Tränen
Ehrenmitglied des VfL Stade, Rudi Steinkamp: Die Urkunde hängt neben dem Bild seiner Frau Karin. Foto: Berlin
Rudi Steinkamp ist gerührt, als der VfL-Präsident ihn auszeichnet. Sein Lebenswerk ist der Stader Basketball. In seinem Büro zeigt Steinkamp seine Schätze.
Stade. Die Wände von Rudi Steinkamps Arbeitszimmer in Stade hängen voll mit Erinnerungen. Fotos, Auszeichnungen. Schräg links über dem Laptop hat der 87-Jährige vor ein paar Tagen Platz geschaffen für die Ehrenurkunde des VfL Stade. Sein Heimatverein hatte Steinkamp mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Rechts daneben hängt ein Bild von Karin, seiner Frau.
Horst Wiebusch, Rudi Steinkamp und Jens Wiebusch (von links) sind jetzt Ehrenmitglieder beim VfL Stade. Foto: Struwe (nomo)
„Die Urkunde kann nur neben meiner Frau hängen“, sagt Steinkamp. Diese 50 Jahre beim VfL hätte es ohne sie so nicht gegeben. Also kam Steinkamp nach der Ehrung mit zwei Blumensträußen nach Hause, stellte alkoholfreien Sekt kalt und stieß mit Karin an.
Rührend: Die Laudatio des Präsidenten
Rudi Steinkamps Lebenswerk ist der Basketball. Die Auszeichnung überraschte ihn. Die Ehrenmitgliedschaft ehrt ihn. Die Laudatio vom Präsidenten des VfL Stade, Carsten Brokelmann, rührte ihn zu Tränen. „Ich dachte, er hört gar nicht mehr auf“, sagt Steinkamp.
Dann applaudierten die Mitglieder. Und vor Steinkamps innerem Auge lief der Film über sein Leben ab. Unendlich viele Basketballspiele, Begegnungen mit den Stars, Bilder von den Kindern, die im Auto und den Sporthallen großgeworden sind. „Ich hatte immer Spaß daran“, sagt Steinkamp. Der Basketball habe ihm „Erlebnisse fürs Leben beschert“.
Bei Wikipedia gibt es über Rudolf „Rudi“ Steinkamp einen Eintrag. Aber Rudolf nennt ihn keiner. Er spielte Basketball in Bremerhaven in der zweiten Liga. Später wurde er Schiedsrichter, Trainer und Manager. Steinkamp pfiff in der Bundesliga, agierte als technischer Kommissar und bildete Schiedsrichter aus. Die Liste der Auszeichnungen ist ebenso lang wie seine Vita.
Diese Preise erhielt Rudi Steinkamp
Eine Ehrung für sein Lebenswerk als Kommissar beim Deutschen Basketballbund, Schiedsrichtercoach des Jahres, Ehrenmitglied des Niedersächsischen Basketballverbandes, Ehrenpreis des Stader Sportsponsorenpools Stade 21, Ehrenamtspreis der Stadt Stade. Der Bürgermeister gratulierte ihm zum 80. und zum 85. Geburtstag.
Die Auszeichnungen sind für Steinkamp Bestätigung und Wertschätzung. Er lebt nach seinem Motto: Nicht nur nehmen, auch geben. „Und nicht nur reden, auch machen“, sagt Steinkamp. Das heißt nicht, dass Rudi Steinkamp nicht gerne redet. Am liebsten in seinem Büro in der Wohnung in Stade. Dort erzählt jedes Teil eine Geschichte.

Ein Schatz in Steinkamps Schiedsrichterbuch: Olympiasieger Jesse Owens hat ihm ein Autogramm gegeben.
Steinkamp kramt ein Schiedsrichterbuch heraus. Aus den 1970er Jahren. Schon ein wenig vergilbt. Bei einem Sportfest von Jugend trainiert für Olympia traf Steinkamp den viermaligen Olympiasieger von Berlin 36, Jesse Owens. Unter dem Eintrag über das Spiel zwischen Wedel und Leverkusen steht seit diesem Tag das Autogramm der Legende. Es ist ein Schatz.
Gordon Herbert konnte „Schwein sein“
An der Wand neben dem Fenster hängt ein Kalender von der deutschen Basketball-Nationalmannschaft. Trainer Gordon Herbert hatte das Team 2023 zum Weltmeistertitel geführt. „Herbert habe ich selbst noch gepfiffen. Er konnte ein Schwein sein“, sagt Steinkamp. „Basketball ist was schönes. Da habe ich Typen kennengelernt.“

"Alles tolle Menschen, keine Spinner": Rudi Steinkamp traf Basketball-Weltstar Dirk Nowitzki. Foto: Berlin
Steinkamp schwärmt: „Das sind alles tolle Menschen, keine Spinner.“ Der 87-Jährige deutet auf ein gemeinsames Bild mit Weltstar Dirk Nowitzki. Darunter ist eine Begegnung mit Henning Harnisch auf Fotopapier hinter Glas verewigt. Und natürlich die gemeinsame Zeit mit Trainerlegende Svetislav Pešić. „Nicht nur reden, auch machen.“ So holte Steinkamp Pešić nach Stade.

Rudi Steinkamp holt einen Weltmeistertrainer nach Stade: Foto: Privat
Der Senior erinnert sich genau. Wie er bei Pešić nachgehakt hat, bis der sein Versprechen schließlich einlöste. Steinkamp holte Pešić in Hamburg vom Flughafen ab. Es war in den 1990ern. Die beiden fuhren durch das Alte Land. Pešić bestaunte die Obstbäume. Schließlich gab der Mann, der Deutschland und das ehemalige Jugoslawien zu Welt- und Europameistertiteln führte, in Stade ein Training vor 100 Leuten. Erlebnisse fürs Leben eben.
Zu hektisch: Steinkamp wandelt in den Katakomben
Rudi Steinkamp betreut heute noch einige Sponsoren des VfL Stade, sitzt aber nur noch buchstäblich in der ersten Reihe des Stader Basketballs. Bei jedem Heimspiel des VfL im Sportcampus. Er betreut die Schiedsrichter und gibt ihnen in der Pause oder nach dem Spiel Hinweise, wenn er gefragt wird. Wenn es Steinkamp zu hektisch wird, verlässt er den Innenraum.
Sportlerehrung
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Steinkamp läuft dann den langen Gang unter der Zuschauertribüne hoch und runter und luschert allenfalls mal durch den Türspalt auf die Anzeigetafel. Oder er geht zu seiner Karin an der Kasse. Sie verkauft dort seit Jahren die Eintrittskarten. Karin nimmt ihm dann die Aufregung.
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