TErfolgreich Tennis spielen bis ins hohe Alter: Stader TC auf Titelkurs
Die Mannschaft des Stader TC (von links): Vinco Topic, Michael Zill, Peter Meyer, Gerd Pasterkamp, Klaus Schmidt und Stephan Brune. Foto: Daniel Berlin
Sie sind zwischen 64 und 73 Jahre alt und dominieren ihre Gegner auf dem Tennisplatz. Die Herren des Stader TC spielen seit zehn Jahren in Deutschlands höchster Spielklasse. Viele Clubs pumpen Geld in ihre Teams. Stade hat ein anderes Erfolgsrezept.
Stade. Seit gut zehn Jahren spielen die Herren des Stader TC in verschiedenen Altersklassen in der Regionalliga. Im Winter in der Halle, im Sommer auf Sand. Der Stader TC hat sich in der Regionalliga etabliert. Heute starten die Männer um Kapitän Peter Meyer in der Konkurrenz 65. Überraschend spielt die Mannschaft in der laufenden Saison sogar um Meisterehren. Sie können die Besten in ganz Norddeutschland werden. Vor dem vierten Spieltag zeichnet sich das ab.
Der Stader TC steht nach drei Spieltagen an der Tabellenspitze der Regionalliga Nord-Ost. Zwei Siege und ein Remis stehen in der Statistik. Am Sonnabend trifft die Mannschaft in Hamburg auf den Traditionsclub Harvestehuder THC. Ein Spitzenspiel. Denn neben Vechta gehört Harvestehude zu den Mitfavoriten im Kampf um die Meisterschaft. Sechs Spiele bestreiten die Konkurrenten pro Spieltag in den Winterrunden, vier Einzel und zwei Doppel.
Das sind die Stärken der Stader Spieler
Peter Meyer besticht durch seine Konstanz. Er spielt variabel und punktet mit seiner starken Vorhand. Michael Busch gilt als der erfahrene Techniker, der das Spiel lesen kann. Stephan Brune als der beste Athlet der Mannschaft. Brune, früher Handballprofi, hat mentale Stärke. Vinco Topic agiert fokussiert auf dem Platz. Seine Stärke ist das Doppel. Dort kann er seine Technik ausspielen.
Michael Zill punktet vor allem mit seiner Vorhand und strahlt die ganze Freude am Spiel aus. Elegant schlägt Gerd Pasterkamp die Bälle, vor allem den Rückhand-Slice. Klaus Wawerek kam aus Assel und gilt als cleverer Linkshänder. Klaus Schmidt kämpft sich nach gesundheitlichen Problemen zurück in den Kader.
Die Stader spielen seit 15 Jahren zusammen. Die Männer sind Freunde geworden. „Das macht uns so stark“, sagt Stephan Brune. Vor allem die Doppel profitieren. „Da weiß jeder, was der andere macht“, sagt Peter Meyer. Im April werden die Stader mit ihren Frauen in die Türkei oder nach Tunesien in ein Tenniscamp fliegen und Sonne und Sport genießen. Das machen sie jedes Jahr. Das schweißt zusammen. Dieser Zusammenhalt ist nicht üblich in der Szene.
Einige Konkurrenten pumpen viel Geld in ihre Mannschaften. Selbst in diesem Alter. „Die Konkurrenz kauft mit Sponsorengeld Ex-Profis“, erzählt Peter Meyer. Vierstellige Summen für ein Spiel sollen in manchen Clubs gezahlt werden. „Die haben den Anspruch, die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen und kennen sich untereinander nicht einmal“, sagt Meyer. Ein Konzept, mit dem die Stader nichts anfangen können.
Chancenlos bei der Deutschen Meisterschaft
Ein Mal startete der Stader TC bei einer Deutschen Meisterschaft. 2015 waren sie bei der Endrunde der vier besten deutschen Teams chancenlos. „Was egal war. Das war ein tolles Erlebnis“, sagt Meyer.
Am Dienstag war Mannschaftsabend im Clubhaus. Klaus Schmidt hatte Grünkohl gekocht. Die Stader besprachen die Taktik für Samstag. Am Morgen werden sie gemeinsam ins große Auto von Vinco Topic steigen und nach Hamburg fahren. Topic kann nicht nur Tennis spielen. Der Hotellier ist für das Catering zuständig. Lachsschnittchen und Antipasti sind seine Spezialitäten. Die wollen sich die Stader auf der Rückfahrt schmecken lassen. Als Tabellenführer.