TErster Platz: Stader Schüler ist junges Ingenieurtalent
Jasper Gröne hat mit seinem Modell für ein Arenadach den junior.ING-Wettbewerb auf Niedersachsenebene gewonnen. Foto: Haardt
Jährlich zeichnen die deutschen Ingenieurkammern talentierte Schüler aus. Preisträger Jasper Gröne aus Stade ist seit der Corona-Zeit von Technik fasziniert.
Stade. Jasper Gröne, Achtklässler am Athenaeum, hat eine ganz besondere Leidenschaft: das Bauen und Programmieren von Modellen - von komplexen Murmelbahnen über Brücken bis hin zur Waschmaschine. Deshalb entschied sich der 14-Jährige, am Schülerwettbewerb Junior.ING teilzunehmen und gewann mit seinem selbst gebauten Modell den Wettbewerb auf Niedersachsenebene. Die Preisverleihung fand am 22. April in der Hochschule Hannover statt. Jetzt wird sein Entwurf in Berlin bewertet und hat Chancen auf einen bundesweiten Sieg.
Für seinen Wettbewerbsbeitrag hat Jasper eine Zeichnung angefertigt und dann direkt das Modell gebaut. Foto: Haardt
Nachdem seine Mutter ihn zur Teilnahme ermutigt hatte, meldete sich Jasper Ende 2025 beim Wettbewerb an und fackelte nicht lange: „Ich hatte einfach eine Designidee und die ist es am Ende dann geworden.” Der Wettbewerb stand dieses Jahr unter dem Motto „Arena - gut überDACHt”. Dafür entwarf er ein Dach, das sich wie eine Welle über den Zuschauerraum einer Arena krümmt.
Corona-Zeit führt zu Technikbegeisterung
Seine Faszination für Technik entdeckte der 14-Jährige in den Lockdowns während der Corona-Zeit. Damals begann er, gemeinsam mit seiner Mutter Annkathrin Gröne seine ersten Technikmodelle zu bauen. Außerdem lernten seine Mutter und er verschiedene Programmiersprachen und setzten sich mit Statik auseinander. „Wir hatten genug Zeit und man konnte ganz viele Sachen online machen”, erzählt Annkathrin Gröne.
Mittlerweile baut Jasper Brücken, Murmelbahnen, Autos oder Waschmaschinen - natürlich als Modelle, aber seine Konstruktionen sind genauso programmiert und funktionsfähig wie die großen Vorbilder. Diese Kenntnisse und dass Jasper gerne Gebäude und optische Illusionen auf seinem iPad zeichnet, haben bei dem Wettbewerb geholfen, der jährlich junge Ingenieurtalente aus ganz Deutschland auszeichnet.
Strenge Regeln beim Wettbewerb
Ausgerichtet wird der Wettbewerb von den deutschen Ingenieurkammern. Schülerinnen und Schüler fertigen einzeln oder in Teams zu einem bestimmten Thema Entwürfe an und reichen diese ein. Zum Bauen der Modelle haben die Teilnehmer mehrere Monate Zeit, bevor die Beiträge von einer Jury beurteilt werden. Die Gewinner der landesweiten Wettbewerbe werden im Anschluss in Berlin erneut bewertet und es wird ein bundesweiter Sieger gekürt.
Für die Teilnehmer und ihre Modelle gelten dabei strenge Regeln: Nur bestimmte Materialien und Werkzeuge sind beim Bauen erlaubt. Elektrische Werkzeuge sind beispielsweise komplett verboten, damit niemand einen unfairen Vorteil erhält. Auch Schrauben sind verboten. Jasper hat sein Modell deshalb aus Papier, Holz und Leim gebaut - und zwar per Hand und mit Säge.

Jasper hat sein Modell aus Holz, Papier und Leim gebaut. Foto: Gröne
Das Design entwarf Jasper komplett selbstständig. Beim Bauen bekam er dann etwas Hilfe von seinem Vater. Der Tischler zeigte seinem Sohn unter anderem, wie er die gekrümmten Holzleisten, die das Dach tragen, am besten biegen kann. Dafür bog Jasper sehr dünne Holzleisten zurecht und leimte sie dann zusammen, bis die Leisten dick genug waren. Insgesamt hat der Schüler 40 Stunden Arbeitszeit in sein Modell gesteckt.
Jury prüft mit Föhn und Sandsack
Die Arbeitszeit hat sich ausgezahlt, denn Jaspers Konstruktion hielt der Prüfung der Jury stand: Die testete unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Tragfähigkeit des Modells mit einem 250 Gramm schweren Sandsack und seine Windfestigkeit mit einem Föhn. Ein weiteres Bewertungskriterium war das Design des Dachs.

40 Stunden Arbeitszeit stecken in Jaspers Modell, das sich einer rigorosen Prüfung durch die Fachjury unterziehen musste. Foto: Gröne
Ob sein Modell den Sandsack aushalten würde, konnte Jasper vorher nicht mehr ausprobieren. Allerdings war er sich bezüglich der Statik des Modells ziemlich sicher und hat sogar noch ein zuerst geplantes Element entfernt. „Ich habe gesehen, dass das Stützschwert statisch unnötig war, und warum sollte man mehr Materialien nutzen als nötig”, erklärt er pragmatisch.
Und er behielt recht: In allen Kategorien überzeugte Jaspers Entwurf die Jury, so dass sein Dach jetzt für den deutschlandweiten Sieg im Rennen ist. Jasper muss sich noch etwas gedulden, bevor er erfährt, ob er gewonnen hat. Die Siegerehrung findet erst am 19. Juni in Berlin statt. Aber ganz egal, ob Jasper den bundesweiten Wettbewerb gewinnt oder nicht: Beruflich möchte er gerne in Richtung Informatik oder Ingenieurwissenschaften gehen. „Ich kann mir gut vorstellen, später im CFK Valley zu arbeiten”, erzählt der Achtklässler.
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