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25-Jahre-Jubiläum

TFrank Tinnemeyer: Mr. Stade-Tourismus mit dem Hang zur Hanse

Frank Tinnemeyer.

Frank Tinnemeyer. Foto: Strüning

„Es ist ein Geschenk, wenn man diese Stadt vermarkten darf“, sagt Frank Tinnemeyer. So tickt der Mann, der seit 25 Jahren mit Leidenschaft den Tourismus in Stade prägt.

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Von Lars Strüning
18.07.2026, 15:50 Uhr

Stade. Frank Tinnemeyer (59) ist ein ordentlicher Mensch. Fein säuberlich hat er die diversen Höhepunkte in 25 Jahren Tourismus der Stadt Stade aufgelistet. Die Liste ist lang, und „Tinne“, wie ihn alle nennen, die öfter mit ihm zu tun haben, hat an allen mitgearbeitet oder sie sogar initiiert. Er ist Mr. Tourismus in der Hansestadt in leitender Funktion.

Frank Tinnemeyer präsentiert mit den Gästeführerinnen Ingrid Jochim, Marlene Plate und Heike Schlehe die neue maritime Tour.

Frank Tinnemeyer präsentiert mit den Gästeführerinnen Ingrid Jochim, Marlene Plate und Heike Schlehe die neue maritime Tour. Foto: Franziska Felsch

Das rollende „R“, seine bedächtige Redeweise oder auch das aschblonde Haar verraten es: Tinnemeyer kommt aus Ostfriesland, genauer gesagt aus Rhauderfehn im Süden der Region. Er sagt, die Liebe zur Heimat bleibt, aber er hat auch seine neue gefunden: in Stade.

Stade? Das ist doch die Stadt mit dem AKW

Als er vor gut 25 Jahren bei der Stade Tourismus GmbH vorsprach, kannte er Stade aus den Nachrichten übers AKW. Umso erstaunter war er über die schöne Altstadt. So wie es heute vielen seiner Gäste geht, die das erste Mal Stade besuchen. Tinnemeyer kann heute darüber schmunzeln und sagt voller - norddeutsch zurückhaltender - Inbrunst: „Es ist ein Geschenk, wenn man diese Stadt vermarkten darf.“

Als der junge Tinnemeyer nach Stade kam, hatte er eine Banklehre, einen Zivildienst im Altenheim und ein Studium der Tourismuswirtschaft mit Schwerpunkt „Kommunaler Fremdenverkehr“ hinter sich. Heute heiße das Destinationsmanagement, fügt er spitzbübisch hinzu.

Schmales Angebot vor 25 Jahren im Tourismus

Das touristische Angebot war vor 25 Jahren sehr übersichtlich. Er bezog sein Büro im Stadeum. Es gab eine Stadtführung, einen Rundgang mit der Nachtwächterin und eine Altlandführung. Heute hat Tinnemeyer mit seinem Team ständig 20 unterschiedliche Themenführungen im Angebot. Das ist nur ein Baustein des heutigen Stade-Tourismus.

Wohnmobilstellplätze, maritime Erlebnisse mit Fleetkahnfahrten, Stand-up-Paddling, Tidenkieker oder Radtourismus - in Tinnemeyers Zeit wurde viel entwickelt. Nicht zu vergessen: die Lange Nacht, Tinnemeyers Baby und sein Lieblingskind. Ein weiterer Höhepunkt steht bevor: das Winzerfest, zu dem wieder die Deutsche Weinkönigin nach Stade kommt.

Ohne Netzwerk und ein aktives Team „geht gar nichts“

Er weiß: Ohne sein agiles Team von der heutigen Stade Marketing und Tourismus GmbH mit seinem Geschäftsführer Dr. Andreas Schäfer (Tinnemeyer ist sein Stellvertreter) und viele Anbieter wäre das alles nicht möglich. Da gibt er sich bescheiden.

Das Netzwerk in der Stadt funktioniere: „Die wollen alle Stade nach vorne bringen“, sagt er. So ist es kein Wunder, dass er während seiner 25-Jahre-Party im Fuerkiek viel Lob zu hören bekam. Er sei empathisch und begeisterungsfähig, hieß es von seinem Team. Das hat auch Schattenseiten.

Tourismusleiter Frank Tinnemeyer mit der Auszubildenden Paula Eick.

Tourismusleiter Frank Tinnemeyer mit der Auszubildenden Paula Eick. Foto: Stehr

Tinnemeyer schmunzelt sein typisches Schmunzeln. Er weiß, was die Kolleginnen mit „begeisterungsfähig“ meinten. „Ich übertreibe es manchmal“, sagt er und ergänzt selbstkritisch: Er neige dazu, penibel, ungeduldig und fordernd zu sein.

Frank Tinnemeyer (hinten, Zweiter von rechts) bei der Hanseparade in Stade.

Frank Tinnemeyer (hinten, Zweiter von rechts) bei der Hanseparade in Stade. Foto: Stade Marketing/Tinnemeyer

Zum Beispiel, wenn es um die Lange Nacht oder um die von ihm so geliebten Hansetage geht, zu denen sich Vertreter vieler Hansestädte treffen. „Tinne“ schlüpft dann in sein historisches Kostüm und lebt alte Zeiten nach, vor allem aber repräsentiert er Stade und sucht im Austausch immer nach neuen Ideen.

Kernig, heimatverbunden und mit Schalk im Nacken

Davon kann auch seine Frau Angela ein Liedchen singen. Kein Urlaub vergeht, in dem ihr Mann nicht einmal kurz in die Tourist-Info oder auf den Wohnmobilstellplatz schaut. Tourismus als Leidenschaft. Und mit Erfahrung. Über die Jahre ist er etwas ruhiger geworden, sagt Tinnemeyer über sich. Auch mal Fünfe gerade sein lassen, nicht von allen den gleichen Enthusiasmus erwarten, wie er ihn lebt.

Dabei ist er waschechter Ostfriese, die ja eher als verschlossen gelten. Was macht denn die Ostfriesen im Speziellen aus? Tinnemeyer muss nicht lange überlegen: Die haben den Schalk im Nacken, kommt als Erstes, sind kernig und heimatverbunden. So wie er, mit seiner Liebe zur alten und zur neuen Heimat.

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