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Stadtentwicklung

TFür mehr Gemeinschaft im Stadtteil: Neue Anlaufstelle in Stade-Hahle

Hoffen, dass sich die neue Anlaufstelle für die Menschen aus Hahle schnell mit Leben füllt: Nico von der Reith (links) und Daniel Lang.

Hoffen, dass sich die neue Anlaufstelle für die Menschen aus Hahle schnell mit Leben füllt: Nico von der Reith (links) und Daniel Lang. Foto: Stehr

Die Zeiten haben sich geändert in Hahle. Das einst starke Miteinander schwindet. Das neue Gut Hahle soll das ändern. Hier wird bald mehr als nur Darts gespielt.

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Von Lena Stehr
Freitag, 08.05.2026, 10:33 Uhr

Stade. Die Zeiten haben sich geändert in Hahle. Das einst starke Zusammengehörigkeitsgefühl in dem durch Siedlungsbau geprägten Stadtteil schwindet. Viele neue Familien sind zugezogen.

Viele Geschäfte und Treffpunkte, die es früher gab, sind geschlossen. Die legendären Feste in den Gängen zwischen den Wohnblocks, die sogenannten Gängefeste, werden schon lange nicht mehr gefeiert. Stattdessen mache sich ein Gefühl von Unsicherheit breit, sagt Sozialarbeiter Daniel Lang von der Stadt Stade.

Quartiersmanagement für ein besseres Miteinander

Er hat gerade sein Büro im Lerchenweg 4 bezogen. Die Stadt Stade und die Wohnstätte haben am 7. Mai in den ehemaligen Sparkassenräumen ein Stadtteilbüro, das Gut Hahle, eröffnet. Der Name leitet sich vom Ursprung Hahles ab: Einem schmucken Gutshof auf dessen Grund und Boden Hahle ab den 1950er Jahren auf heute 3000 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen ist. Viele alte Bilder im Stadtteilbüro zeigen die Entwicklung von damals bis heute.

Nico von der Reith von der Wohnstätte (links) und Sozialarbeiter Daniel Lang von der Stadt Stade sind ab sofort die Ansprechpartner vor Ort für alle Menschen aus Hahle.

Nico von der Reith von der Wohnstätte (links) und Sozialarbeiter Daniel Lang von der Stadt Stade sind ab sofort die Ansprechpartner vor Ort für alle Menschen aus Hahle. Foto: Stehr

Vor Ort ist ab sofort auch Nico von der Reith, Kundenbetreuer bei der Wohnstätte. Er und Daniel Lang kümmern sich ums Quartiersmanagement und sind damit Schnittstelle zwischen Bewohnerschaft, Verwaltung und lokalen Akteuren, um Wohnqualität, soziale Beziehungen und Infrastruktur zu verbessern. Vor allem durch Bürgerbeteiligung sowie gezielte Projekte.

Einfach ausgedrückt: „Wir wollen das Miteinander fördern und erreichen, dass sich die Menschen in Hahle wieder wohler fühlen“, sagt Daniel Lang. Er kennt Hahle gut, weil er sich seit vielen Jahren im Jugendhilfeprojekt „BasKIDball“ engagiert und mit Kindern und Jugendlichen vereinsunabhängig im Bildungshaus Hahle Basketball spielt. Von vielen Eltern hätte er die Rückmeldung bekommen, dass in Hahle „etwas fehlt“.

Dieses Etwas könnte sich in der neuen Anlaufstelle entwickeln, so die Hoffnung von Daniel Lang und Nico von der Reith. Sie wollen dabei niemandem ein Konzept überstülpen, sondern herausfinden, was die Menschen vor Ort wirklich wollen und brauchen.

Hilfe beim Organisieren und bei Konfliktlösung

Sie wollen den Menschen in Hahle helfen, nachbarschaftliche Konflikte früh zu erkennen und gemeinsam zu lösen sowie Nachbarschaftsaktionen wie gemeinsames Kochen, Sport, Gärtnern, ein Repair‑Café, Feste und so weiter zu organisieren. Außerdem wollen sie Ehrenamtliche unterstützen, Runde Tische und Versammlungen begleiten, Zugang zu Behörden erleichtern und alle Akteure im Stadtteil vernetzen.

Wer etwas auf dem Herzen hat, kann sich montags von 13.15 bis 16 Uhr und mittwochs von 13.15 bis 17 Uhr in offenen Sprechstunden an Nico von der Reith oder Daniel Lang wenden. Dienstagsabends gibt es von 18 bis 20 Uhr ein unverbindliches Dartsangebot. Auch ein Tischkicker steht im Stadtteilbüro.

Sprachgruppe und Wohngeldberatung in Hahle

Zusätzlich gibt es in Kooperation mit der Evangelischen Familienbildungsstätte Kehdingen/Stade ein Sprachangebot für Eltern und Kinder. Geleitet wird die Gruppe von einer Frau aus Hahle. Weitere offene Angebote und Projekte können die Hahlerinnen und Hahler in Rücksprache mit Daniel Lang und Nico von der Reith ins Leben rufen.

Ab Juni findet im Stadtteilbüro auch jeden ersten Mittwoch im Monat von 13.30 bis 15.30 Uhr eine Wohngeldberatung statt. „Wir stellen fest, dass viele unserer Kunden gar nicht wissen, dass sie Ansprüche auf Wohngeld haben“, sagt Dr. Christian Pape, Vorstand der Wohnstätte. Mit einem Angebot vor Ort sinke womöglich auch die Hemmschwelle, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, betont Lona Hollander, zuständig für soziale Hilfen und Integration bei der Stadt Stade.

Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet und wird vom Land Niedersachsen mit gut 100.000 Euro gefördert. „Wir sind zuversichtlich, dass sich die neue Anlaufstelle mit Leben füllt“, sagt Daniel Lang. Er ist überzeugt, dass hier eine neue Hahler Identität entstehen kann, die alle Generationen und Kulturen einbezieht.

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