TGalaktische Hilfe für Harsefelds Blutspende: Stormtrooper unterstützen DRK
Für seine 110. Blutspende gab es für Hans-Rudolf Pretzel ein besonderes Andenken: ein Foto mit den Mitgliedern der 501st Legion. Foto: P. Meyer
Statt gegen Rebellen kämpften Stormtrooper in Harsefeld für den guten Zweck: Sie warben beim DRK fürs Blutspenden - und gingen selbst mit gutem Beispiel voran.
Harsefeld. Sie kamen aus einer weit, weit entfernten Galaxis - nur um das DRK Harsefeld in dieser Woche bei einer ganz besonderen Blutspendeaktion zu unterstützen. Zumindest schien es so.
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Vor der Grundschule Am Rosenborn standen am Montag zwei Stormtrooper, ein Biker Scout und ein Imperialer Offizier als Begrüßungskommando. Doch an diesem Tag freuten sich nicht nur Star-Wars-Fans über diesen intergalaktischen Besuch.
Besuch vom größten Star-Wars-Kostümclub der Welt
Vier Mal im Jahr veranstaltet das DRK in Harsefeld Blutspendetermine - immer mit konstanter Beteiligung. Eine wichtige Aufgabe, schließlich werden in Deutschland täglich rund 15.000 Blutspenden benötigt. Ein Highlight ist der Spendentermin im Sommer, der jetzt kürzlich stattgefunden hat.

Rund 30 Helferinnen und Helfer waren an der Blutspende beteiligt. Foto: Nadja Dulies
Hier bekommen die Spender hausgemachte Salate der rund 36 Helferinnen und Helfer sowie frische Wurst vom Grill. Einen besonderen Anreiz, zur Spende zu kommen, sollten außerdem die vier Männer in Star-Wars-Kostümen bieten.
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Mitinitiator dieser Aktion ist einer der Stormtrooper höchstpersönlich: Christian Langen aus Harsefeld ist Mitglied bei der 501st German Garrison, dem deutschen Ableger der 501st Legion - dem größten Star-Wars-Kostümclub der Welt. 14.000 Mitglieder zählt der mittlerweile, in Deutschland sind es rund 900.
„Böse Jungs“ mit einem guten Herzen
„Ich bin seit drei Jahren dabei“, erzählt Christian Langen. Unter dem Motto „Bad Guys doing good“, also auf Deutsch „Böse Jungs tun Gutes“, hat es sich der Club zur Aufgabe gemacht, für wohltätige Zwecke aufzutreten. „Unseren Mitgliedern ist es eine Herzensangelegenheit, sich ehrenamtlich für karitative Zwecke einzusetzen“, sagt Christian Langen.

Zeigten Präsenz für die gute Sache: die Mitglieder der 501st Legion (von links) Christian Langen, Stephan Schnieder sowie Bennet und Alexander Lück. Foto: P. Meyer
Sie unterstützen mit ihren Auftritten beispielsweise Hilfsprojekte, Spendensammlungen und besuchen Krankenhäuser, Hospize oder Kinderkliniken. Und das mit Erlaubnis der Filmproduktionsgesellschaft Lucasfilm - unter der Voraussetzung, dass die Arbeit ehrenamtlich und die Kostüme originalgetreu sind.
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„Wir sind Star-Wars-Fans und wollen das nach außen tragen“, erklärt auch Stephan Schnieder, der extra aus Hamburg kam. „Noch besser, wenn wir damit Leuten ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.“ Stormtrooper Alexander Lück aus Apensen erklärt weiter, dass erst die originalgetreuen Kostüme der Eintrittsschlüssel seien: „Vieles ist selbst gemacht oder mit 3D-Druckern hergestellt. Dafür gibt es keine Industrie“, sagt er.

Auch die Stormtrooper spendeten Blut, hier unterstützt von DRK-Helferin Aileen Plokker. Foto: Nadja Dulies
So ein maßgeschneidertes Kostüm kann 2000 Euro und aufwärts kosten. Und nur derjenige, dessen Kostüm den Anforderungen entspricht, darf unter offizieller Flagge der 501st Legion auftreten. Wer dazu Lust hat, ist willkommen bei den Star-Wars-Fans. „Wir würden uns über mehr Mitglieder im Landkreis Stade freuen“, so Alexander Lück.
Zum 110. Mal: Vielspender und Star-Wars-Fan
Auf anderer, irdischer Mission war an diesem Tag Hans-Rudolf Pretzel. Der 69-Jährige gab seine 110. Blutspende ab. „Ich möchte einfach anderen Menschen ermöglichen, Blut zu bekommen, wenn sie es benötigen“, sagt Pretzel. Großes Lob sprach er für das Grillbüfett aus. Star Wars finde er auch super, sagt der Harsefelder, als er zwischen Biker Scout und Imperialem Offizier steht. „Ich wäre aber auch so gekommen.“

Melita Völz hilft seit 20 Jahren ehrenamtlich beim DRK. Foto: P. Meyer
Für Andrea Harndt ist es die 50. Spende. „Ich bin hier, um aufwandfrei etwas Gutes zu tun“, sagt die 48-Jährige. „Es dauert nur eine Stunde und gibt einem ein gutes Gefühl.“ Aktionen wie das Grillbüfett, das Star-Wars-Begrüßungskomitee oder die Kürbissuppe im Herbst finde sie toll.
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Besonders aber lobt sie die Arbeit der vielen Helferinnen und Helfer. „Ich habe auch schon in Mecklenburg-Vorpommern und in Nordrhein-Westfalen gespendet und kann nur bestätigen, dass die Menschen das mit Herzblut machen“, so Andrea Harndt.
„Viele Menschen trauen sich nicht, zu spenden“
Eine dieser Helferinnen ist Melita Pervölz. Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich die 72-Jährige ehrenamtlich für das DRK. „Das macht mir großen Spaß“, sagt die Harsefelderin. Besonders schätze sie die Gemeinschaft. Melita Pervölz hilft beim Vorbereiten des Büfetts. Der Austausch mit den anderen Helferinnen und Helfern sei jedes Mal toll: „Man lernt so das ein oder andere neue Rezept“, sagt Melita Pervölz. Die Star-Wars-Aktion habe sie begrüßt, auch wenn sie selbst kein besonders großer Fan sei. „Dafür aber mein Schwiegersohn und mein Enkel“, sagt sie lachend.

Wiebke Holste spendet regelmäßig Blut in Harsefeld. Foto: P. Meyer
Mit dabei war an diesem Tag auch Harsefelderin Wiebke Holste. Die 56-Jährige kam zum 43. Mal, um Blut zu spenden. „Weil man damit Leben retten kann“, sagt sie. Dass es immer noch mehr Blutspender geben könne, sei klar. „Viele Menschen trauen sich einfach nicht“, so Holste. Dabei sei es für sie immer eine gute Erfahrung.
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