T„Geisterauto“ blockiert monatelang Parkplatz in Buxtehude – Abschleppen unmöglich?
Das Grünzeug um die Räder zeigt es: Das Auto steht schon länger bewegungslos in der Altländer Straße Foto: Svenja Weil
In der Altländer Straße sind Parkplätze knapp. Umso ärgerlicher, wenn einer davon monatelang blockiert wird. Was Anwohner und Stadtverwaltung zum Fall sagen.
Buxtehude. Der silberne Audi steht ganz offensichtlich schon länger auf seinem Parkplatz an der Altländer Straße in Buxtehude - nach Beobachtungen aus der Nachbarschaft seit mindestens Ende letzten Jahres. Spinnenweben an den Außenspiegeln und Unkraut, das rund um die Reifen sprießt, bezeugen die lange Bewegungslosigkeit.
Am Außenspiegel konnten Spinnen schon länger ungestört ihre Netze bauen. Foto: Svenja Weil
In der Umgebung sind Parkplätze knapp, daher ist die Blockade der begehrten Fläche umso ärgerlicher. „Wird unsere Straße etwa zum Schrottplatz?“, empört sich ein Anwohner, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte.
Er hat die Sache seit Monaten beobachtet und ist bereits im Dezember 2025 erstmals aktiv geworden. Auch Nachbarn sei das Fahrzeug ein Dorn im Auge.
Nachbarn sind frustriert
Seine erste Anfrage, ob das Fahrzeug entfernt werden könnte, richtete er an die Polizei. Von dort wurde er an die Buxtehuder Stadtverwaltung verwiesen, da es um ruhenden Verkehr gehe. In der zuständigen Fachgruppe ist das Problem seither bekannt, doch noch steht das Fahrzeug unverändert an seinem Platz.
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Fachgruppenleiter Steffen Johannsen stellt im Gespräch mit dem TAGEBLATT klar: „Das Auto kommt auf jeden Fall weg!“ Es gibt aber mehrere Gründe, warum sich die Angelegenheit hinzieht.
Warum es bis zum Abschleppen dauert
Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Regelung, wie lange ein amtlich zugelassenes Fahrzeug im öffentlichen Raum abgestellt werden dürfe, teilt die Verwaltung der Hansestadt Buxtehude auf Nachfrage mit. Man empfehle aber allen Fahrzeughaltern, regelmäßig alle paar Tage nach dem Fahrzeug zu schauen. Wenn erkennbar sei, dass ein Fahrzeug nicht bewegt werde, ermittle die Stadt, kontaktiere den Halter und fordere per Post zum Entfernen auf. Der Aufkleber mit der Aufforderung, das Fahrzeug zu entfernen, war mal leuchtend rot. Er stammt aus dem Januar dieses Jahres.
Foto: Svenja Weil
Bleibe das Fahrzeug weiterhin stehen, werde in einem weiteren Schreiben das Abschleppen auf Kosten des Halters angedroht. Erst nach Ablauf einer weiteren Frist könne der Abschlepper anrücken. Im konkreten Fall in der Altländer Straße kommt erschwerend hinzu, dass das Auto ein Kennzeichen aus dem EU-Ausland hat. „Das macht es für uns sehr viel schwieriger, den Halter zu ermitteln“, erklärt Fachgruppenleiter Johannsen.
Zulassung im Ausland erschwert Halterermittlung
Natürlich habe sein Team Kontakt zu den Behörden im Ausland aufgenommen, aber leider keine Rückmeldung erhalten. Das sei nicht ungewöhnlich, denn es gebe keine Verpflichtung solche Anfragen zu bearbeiten, so Johannsens frustrierende Erfahrung. Im Januar hat der Außendienst der Fachgruppe das Auto mit einem signalroten Aufkleber mit der Aufforderung zum Entfernen versehen.
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Inzwischen ist dieser verblasst und zerfleddert, hat aber offensichtlich zu keiner Reaktion geführt. „Vielleicht ist der Halter längst wieder im Ausland oder sogar tot“, mutmaßt der aufmerksame Anwohner. In der Nachbarschaft scheint man sich einig: Das Auto muss weg. Grundsätzlich teilt Steffen Johannsen diese Einschätzung. Dennoch hat der Fall für ihn nicht oberste Priorität, denn aktuell geht keine Gefahr von dem Fahrzeug aus.
Auto kommt weg - aber nicht sofort
Gerne hätte er die Sache längst erledigt, aber im Außendienst fehlen seit fast zwei Monaten mehrere Mitarbeiter wegen Krankheit. „Wenn wir im Außendienst wieder besetzt sind, wird der Wagen weggeholt“, verspricht er. Man bringe ihn dann auf das Gelände der städtischen Betriebe. Dort prüfe ein Gutachter dann den Restwert des Fahrzeugs. „Letztlich geht es darum, unsere Kosten für den Abtransport möglichst zu decken“, so der Fachgruppenleiter.
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In Frage kommen entweder Verschrotten oder Versteigern über das Internetportal zollauktion.de. Er versteht den Frust der Anwohner und berichtet, dass sein Team regelmäßig mit solchen Fällen zu tun hat. Die Recherche nach den Fahrzeughaltern sei bei in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen zwar einfacher, aber dennoch zeitintensiv.
Immer wieder komme es beispielsweise vor, dass ein Auto verkauft aber danach nicht auf den neuen Eigentümer umgemeldet werde. Der frühere Besitzer werde dann als Halter ermittelt, mache aber oft keine Angaben zum Käufer.
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Aktuell habe man gerade einen Fall aus dem Buxtehuder Süden in Bearbeitung, bei dem es nach dem Tod des Fahrzeughalters keine Erben gebe. Die Enttäuschung der jeweiligen Nachbarschaft über die vermeintliche Untätigkeit der Verwaltung kann Johannsen nachvollziehen. „Ein großer Teil unserer Arbeit - wie eben die Halterrecherche - findet im Hintergrund statt und wird von außen leicht übersehen.“
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